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Crowdfunding – Vorteile und Modelle im Überblick

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Crowdfunding

Hinter dem Begriff Crowdfunding verbirgt sich eine noch relativ neue Methode der Finanzierung, die heute gerne von Gründern, Start-ups sowie im Rahmen von bestimmten Projekten oder zur Entwicklung von Produkten (z. B. Software) herangezogen wird. Die meisten Vorhaben werden über das Internet publiziert bzw. organisiert, wozu sich im Laufe der Zeit auch vielerlei darauf spezialisierte Plattformen wie Unternehmerich (www.unternehmerich.de) gebildet haben, auf denen Gründer bzw. Entwickler und Investoren zusammengeführt werden.

Die Vorteile des Crowdfunding

Damit ein Projekt überhaupt realisiert bzw. gestartet wird, muss im Vorfeld und im Rahmen eines festgelegten Zeitraums meist eine bestimmte Mindestsumme erreicht werden. Folglich werden neue Ideen in dieser Phase einem Markttest unterzogen, der neben einer ersten Abschätzung der Nachfrage auch nützliches Feedback enthalten kann. Durch die Suche nach Investoren wird im Laufe der Zeit die namensgebende „Crowd“ aufgebaut, also eine Menge an Interessenten, die auf diesem Wege an das Projekt gebunden wird oder auch als Teil desselben bezeichnet werden kann. Aber auch die harten Fakten zählen, denn die Konditionen für über solche Projekte akquiriertes Geld sind in aller Regel günstiger als klassische Wege der Finanzierung. Zwischenhändler wie beispielsweise Banken werden dabei einfach umgangen. Grundsätzlich lassen sich heute vier Modelle des Crowdfunding voneinander unterscheiden.

Infografik Crowdfunding
Infografik zum Thema Crowdfunding. (C) Gründer Welt

Klassisches Crowdfunding

Die klassische Variante des Crowdfundings basiert darauf, dass den Unterstützern Gegenleistungen nicht-finanzieller Art gewährt werden. In vielen Fällen handelt es sich dabei um das Produkt selbst. Ein Beispiel liefern Projekte für PC-Spiele, bei denen Unterstützer beispielsweise spezielle Editionen oder eine namentliche Nennung im Abspann gewährt werden. Insofern kann hier auch von einer Art Vorverkauf gesprochen werden, die sich gut dazu eignet, erste Erkenntnisse über das Marktpotenzial zu sammeln. Klassisches Crowdfunding eignet sich daher auch für eine Vielzahl an Produkten und Projekten.

Ein typisches Beispiel für klassisches Crowdfunding liegt in der Vorfinanzierung eines Buches sowie in der Einführung eines neuen Produktes bzw. einer Produktvariante. Ein gutes Beispiel liefert hier auch das Remake des PC-Spiel-Klassikers System Shock, bei dem sich vor allem Fans des Vorgängers aus den 90er-Jahren beteiligten und dafür sorgten, dass der Zielbetrag von 900.000 US-Dollar weit übertroffen wurde.

Spenden-Crowdfunding

Im Gegensatz zum klassischen Crowdfunding gibt es bei der Spenden-Variante keine materielle Gegenleistung. Wohl aber sind Gegenleistungen ideeller Art wie beispielsweise öffentliche Danksagungen möglich. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Online-Spendensammlung, die sich in der Regel ein festes Ziel gesetzt hat. Ein typisches Beispiel sind Tierschutzprojekte, die auf diesem Wege realisiert werden sollen. Andere Bezeichnungen hierfür sind Crowd-Donating oder Donation-Based-Crowdfunding. Diese Form des Crowdfundings eignet sich gut für gemeinnützige Projekte mit sozialem Engagement.

Crowdinvesting

Bei dieser Variante des Crowdfundings wird die Crowd, also die einzelnen Unterstützer, finanziell am Erfolg des Projektes beteiligt. Dadurch erhalten die einzelnen Mikro-Investitionen einen eigenkapitalähnlichen Charakter. Diese Form des Crowdfundings eignet sich am besten für Start-ups, Immobilienprojekte sowie für kleine und mittelständische Unternehmen. Eine andere Bezeichnung hierfür lautet Equity-Based-Crowdfunding.

Beim Crowd-Investing spielt vor allem der Rendite-Aspekt eine wichtige Rolle, da zu Beginn des Projektes eine Gewinnbeteiligung versprochen wird. Angewendet wird Crowdinvesting mittlerweile in so gut wie allen Bereichen, da es kaum eine Branche gibt, in dem es sich nicht als alternative Finanzierungsmethode in Frage kommt. Anleger können schon mit relativ geringen Beträgen am wirtschaftlichen Erfolg eines Projektes oder eines Unternehmens teilhaben. Diese Methode steht damit praktisch jedem frei, statt nur einer vergleichsweise kleinen Gruppe privilegierter Geldgeber, was sie als sehr demokratisch erscheinen lässt.

Investoren haben zudem die Möglichkeit, sich direkt mit den Initiatoren des Projektes austauschen zu können. So können sie beispielsweise durch Erfahrungsaustausch Einfluss auf dessen Erfolg nehmen. Hinzu kommt natürlich auch noch die persönliche Identifikation mit einem bestimmten Projekt, die neben der Rendite eine nicht zu unterschätzende Rolle einnehmen kann.

Crowdlending

Über das Crowdlending vergibt die Crowd über eine vorher festgelegte Laufzeit hinweg einen Kredit zu fest vereinbarten Konditionen. Im Gegensatz zum zuvor erwähnten Crowdinvesting sind die Investitionen vonseiten der Crowd hier eher als Fremdkapital zu verstehen. Insofern bildet Crowdlending auch eine interessante, da oftmals deutlich günstigere Alternative zum Kredit von der Bank. Eine weitere und zudem weit verbreitete Bezeichnung lautet P2P-Kredit (peer-to-peer). Auch die Bezeichnungen Lending-Based-Crowdfunding und Crowdkredit sind gängig. Diese Methode eignet sich am besten für Projekte einzelner Privatpersonen, Selbstständiger sowie von kleinen und mittelständischen Unternehmen.

 

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