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Fachhandel

FachhandelUnter dem Begriff Fachhandel werden Hersteller und Vertreiber von branchenspezifischen Angeboten verstanden. Die Wirtschaft teilt sich auf in Einzelsegmente, beispielsweise IT-Technik, Gesundheitswesen, Baumarkt; ebenso gut lässt sich eine Einteilung vornehmen in Landwirtschaft, Metallerzeugung oder Buchhandel. Die genannte Auswahl ist beliebig, unvollständig und lässt sich vor allem noch sehr viel detaillierter angeben. So teilt sich das Bauwesen auf in Hoch- und Tiefbau, in Gebäudesanierung und Entwässerung und anderes mehr. Der Fachhandel kann also allgemeiner oder enger gefasst werden, er selbst entscheidet, wie breit sein Angebot sein soll.

Vom Fachhersteller bis zum Fachverkäufer

Der Fachhandel beginnt bei der Produktion. Wer ausschließlich Pumpen herstellt, kennt sich auf dem Gebiet der Holzverarbeitung oder der Schraubenherstellung nicht aus – obwohl alles im weiteren Sinne zum Bauwesen gehören kann (Pumpen nur teilweise). So lässt sich die Warenspur im Fachhandel immer weiter verschmälern, bis man auf echte Spezialisten stößt, die sich mit höchster Kompetenz um genau eine Warengruppe kümmern.

Ein Fachgeschäft dagegen gehört ebenfalls zum Fachhandel und stellt die letzte Etappe auf dem Weg zum Endkunden dar. Hier sammeln sich, um bei dem Beispiel Bau zu bleiben, die Produkte verschiedener Hersteller, bilden dann aber zusammen den Fachhandel, in dem der Kunde sein spezielles Anliegen befriedigen kann. Beispielsweise kauft er mehrere Produkte diverser Hersteller und völlig unterschiedlicher Art für seinen Hausbau: eine Betonmischmaschine, ein Rohr, diverse Dichtungen, Holzplatten und Kellerschachtabdeckungen. Typisch für einen solchen Fachhandel ist der Baumarkt, in dem sich all das findet – meist mit weiteren Angeboten für den allgemeinen Wohnbereich, also beispielsweise Lampen, Pflanzen oder Müllbehälter.

Der Übergang zwischen Fachhandel und normalem, breit aufgestelltem Einzelhandel ist fließend. So ist der Fachhandel in Bezug auf lokale Verkaufsstellen Teil des Einzelhandels, aber nicht umgekehrt.

Die Vermittler

Zwischen Hersteller und Ladengeschäft braucht der Fachhandel die Bereiche Vertrieb und Marketing. Vertreter finden sich auf Fachmessen und Ausstellungen, Werbefachleute besuchen relevante Events, Seminare und Vorträge. Dabei hat der Fachhandel stets seine Klientel im Blick: die Fachleute und Spezialisten. Dabei kann es sich um Geschäftspartner handeln, die natürlich ebenfalls Kunden sind – beispielsweise als Ladeninhaber -, oder um Endkunden, die sich beruflich und/oder privat auf diesem Gebiet auskennen und Bedarf anzeigen: Beispiel Handwerker und private Bauherren für den Baubereich.

Der Internet-Fachhandel

Mit dem rasanten Aufstieg des Internets sind die Grenzen nicht nur für den Fachhandel fließend geworden. Berufliche und private Abnehmer überschneiden sich, wodurch beispielsweise der Umsatz bei Geschäftspartnern abnehmen kann, weil die Kunden sofort beim Hersteller einkaufen. Auch tummelt sich der Fachhandel auf sehr allgemeinen Portalen, beispielsweise in den sozialen Netzwerken, weil nicht mehr immer sicher ist, wo sich potenzielle Neukunden aufhalten und natürlich möglichst viele Menschen erreicht werden sollen. Neue Geschäftsmodelle und Kooperationen lösen die Grenzen weiter auf, doch profitieren Hersteller wie Vertreiber und erst recht die Kunden von innovativen Ideen. Ob ein Fachhandel im Bereich Bauwesen Geschirr, Grill, Geschenkartikel und Tiernahrung anbietet, entscheidet er selbst, doch solche Ideen können sich lohnen.

Chancen und Risiken

Insofern bieten die neuen Zeiten viele Chancen, doch wartet wie immer auch das Risiko dahinter. Als Fachhandel muss man sich gut überlegen, wer die Zielgruppe ist oder sein soll, wo eventuell Angebote verstärkt werden können und an welcher Stelle man lieber dankend ablehnen sollte. Gleichzeitig spürt jeder Produzent und Verkäufer – je spezialisierter, desto schneller – Einbrüche in seiner Branche sofort und muss umgehend reagieren. Wer auf Schmalspur fährt, besitzt Alleinstellungsmerkmale, ist anerkannter Spezialist, Monopolist, Marktführer; doch wenn der Markt einbricht, gibt es kein Auffanglager durch andere Standbeine. Darum sollte der Bereich, den man sich aussucht, möglichst krisenfest sein (Beispiel Pumpen) – oder eben breiter aufgestellt (Beispiel Baumarkt).