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Rasmus Aarup Christiansen: „Man muss für alles einen Plan B haben“

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Rasmus Aarup Christiansen

Mit einer guten Idee fängt es an, der richtige Riecher, viel harte Arbeit und eine Portion Glück gehören dazu – und am Ende steht im Idealfall ein großer Erfolg: So ist der Werdegang einer Firmengründung. Bei Pissup Reisen ist es genau so abgelaufen. Vor 15 Jahren brachte das junge Unternehmen die Idee der Junggesellenabschied-Reisen nach Deutschland und organisiert seither jährlich für Tausende junge Leute die letzte große Party vor der Ehe. Die Mission: ein Partywochenende zu gestalten, das Bräutigam, Trauzeuge und Freunde nicht vergessen. Wir haben mit Rasmus Aarup Christiansen, einem der beiden Köpfe von Pissup Reisen, über die Geheimnisse des Erfolges gesprochen und ihn um Tipps für ein erfolgreiches Start-up gebeten.

Gründer-Welt.de: In den USA sind Junggesellenabschied-Reisen von jeher eine große Sache, in Europa sah das bis vor kurzem anders aus. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, die Tradition nach Deutschland zu bringen?

Rasmus Aarup Christiansen: Richtig, der Trend der Stag Parties kommt aus den USA, wo Las Vegas das Sinnbild für Partys zum Junggesellenabschied ist. In Deutschland waren wir die erste Agentur, die entsprechende Trips angeboten hat. Zuvor hatten wir schon in Großbritannien reichlich Erfahrungen sammeln können, dort hat es bereits in den 90er-Jahren die ersten Agenturen gegeben.

Gründer-Welt.de: Was waren die ersten Schritte auf dem deutschen Markt?

Christiansen: Zunächst mal lag unser Fokus darauf, diese Art von Partyreisen überhaupt bekannt zu machen, da die meisten Deutschen noch nie etwas davon gehört hatten. Wir haben also versucht, in den Medien stattzufinden, auf Webseiten für Junggesellenabschiede für uns zu werben und natürlich vor allem, einen guten Job zu machen, damit jene, die mit uns gefeiert haben, uns bei ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen.

Gründer-Welt.de: Was ließ euch glauben, dass es für organisierte Junggesellenabschiede in Deutschland einen Markt geben könnte?

Christiansen: Grundsätzlich gab es ja auch schon vor uns Junggesellenabschiede, wir haben das Prinzip ja nicht erfunden. Die Herausforderung lag darin, Kunden zu überzeugen, dass sie in einer anderen Stadt feiern sollten. Die Ausgangsidee war dabei, dass junge Männer innerhalb von drei bis vier Jahren zwischen 10 und 15 Junggesellenabschiede in ihrem Freundeskreis feiern. Das heißt, dass sie irgendwann alle Aktivitäten, die in der eigenen Stadt möglich sind, durchgespielt haben und das Ganze langweilig wird. Es ging also darum, etwas Außergewöhnliches anzubieten, die Gruppe ein Abenteuer erleben zu lassen – sei es bei einer wilden JGA-Party in Berlin oder einem aufregenden Junggesellenabschied-Trip nach Budapest. Da sich große Gruppenreisen in fremde Städte aber nicht mal eben nebenbei organisieren lassen, haben wir das als Agentur angeboten. Wir machen also quasi die Arbeit, unsere Kunden haben dann das Vergnügen.

Gründer-Welt.de: Das Ganze scheint gut zu laufen…

Christiansen: Wir können definitiv nicht klagen. Ganz am Anfang im Jahr 2001 hatten wir zehn Aktivitäten in Prag im Angebot, 2003 kam Tallinn dazu. Heute sind wir bei 1500 Aktivitäten in 26 Städten im In- und Ausland. Mehr als 100 000 Menschen haben europaweit schon mit uns ihren Junggesellenabschied gefeiert.

Gründer-Welt.de: Ist jetzt, 15 Jahre nach der Gründung von Pissup Reisen, also der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr euch endlich ausruhen könnt?

Christiansen: Nein, ausruhen kann man sich nie, wenn man eine Firma hat. Wir stehen nun vor neuen Herausforderungen. Unser Team wächst rasant und wir müssen uns neue Zugänge zu Personalfragen erschließen. Ständig müssen wir unser Angebot verbessern und wollen vor allem unsere Aktivitäten in den deutschen Städten verstärken. Außerdem geht der Trend hin zu ungewöhnlicheren Junggesellenabschieden, für die mehr Geld ausgegeben wird. Wir müssen mit unserem Angebot darauf reagieren. Es gibt also viel zu tun.

Gründer-Welt.de: Kannst du ein paar Tipps geben, wie erfolgreiche Firmengründungen vonstatten gehen sollten?

Christiansen: Niemand sollte eine Firma gründen wollen, weil er das große Geld verdienen möchte. Geld ist keine Triebfeder, sondern nur eine Möglichkeit, Erfolg zu messen. Es geht vielmehr darum, etwas zu wagen und einen Weg zu gehen. Idealerweise sollte man diesen nicht allein, sondern mit einem Partner in Angriff nehmen, der andere Eigenschaften mitbringt als man selbst, mit dem man aber dennoch gut zusammenarbeiten kann. Jemand, der sich mit Technik und neuen Medien auskennt, ist heute übrigens unentbehrlich, egal in welcher Branche das Start-up angesiedelt ist. Außerdem müssen von Anfang an konkrete Ziele her, um den eigenen Fortschritt messen zu können – und zu merken, wenn man auf dem Holzweg ist. Überhaupt liegt der Grundstein allen Erfolgs auf Daten und Informationen. Man sollte so viele davon wie möglich sammeln, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Die fällt zwar jeder am Ende irgendwie aus dem Bauch heraus, doch sollte der Bauch eben mit ausreichend Fakten gefüttert sein. Und ganz wichtig: Man muss für alles einen Plan B haben. Irgendwas läuft immer schief, und darauf muss man reagieren können.

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