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Accelerator-Programme und Business Angels

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Accelerator-Programme-und-Business-AngelsDie Investorenlandschaft in Deutschland verzeichnet eine steigende Tendenz von Accelerator-Programmen. Accelerator setzen auf schnelle Marktstarts der von ihnen geförderten Unternehmen, wobei sie das damit verbundene Risiko nicht scheuen. Aufgrund dieses Beschleunigungsprinzips (accelerate = beschleunigen) ist diese Mentoren geführte Finanzierungsart auf eine vorher bestimmte Zeit, in vielen Fällen auf drei Monate, festgelegt. Das investierte Kapital bewegt sich im fünf- bis sechsstelligen Seed-Bereich. Accelerator stellen wichtige Kontakte zur Verfügung und streben nicht selten die Einführung einer Beta-Version der geförderten Geschäftsidee an. Accelerator-Programme beruhen größtenteils auf Netzwerkkontakten. Um sich für die Förderung einer Pre-Seed-Company zu qualifizieren, benötigen Existenzgründer neben einem guten Netzwerk einen vorzeigbaren Prototyp. In den Genuss einer Accelerator-Förderung kommen Existenzgründer durch Empfehlung aus dem Netzwerk.

Existenzgründer müssen sich bewusst sein, dass sie einen Platz in einem Accelerator-Programm nicht einfach so im Vorbeigehen einstreichen. Plätze in diesen Förderprogrammen sind begehrt weil rar gesät. Hat sich ein Existenzgründer oder ein ganzes Team für dieses Mentorenprogramm qualifiziert, bewerben sie sich für die erste Runde. Viele Mentoren laden ausgewählte Nachwuchstalente in sogenannte Bootcamps ein. Diese Bootcamps sind vergleichbar mit Workshops, in denen die Investoren ihr Wissen und ihre Erfahrung an die Nachwuchsteams weitergeben. Bei aller Ehrfurcht vor diesen Investorengrößen dürfen Neulinge der Gründerszene nicht vergessen, ihre potentiellen Mentoren und Geldgeber gleichfalls einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Bevor sich Existenzgründer für ein bestimmtes Accelerator-Programm entscheiden, müssen sie sich Gedanken darüber machen, ob dieses Förderprogramm die richtige Netzwerkausrichtung hat. Das Accelerator-Programm sollte die Erstellung der Gründungsunterlagen und aller damit verbundenen Verträge unterstützen. Der eingeforderte Unternehmensanteil muss in einem angemessenen Verhältnis zum eingebrachten Engagement des Investors stehen. Potentielle Teilnehmer an einem Accelerator-Programm sollten auf ihr eigenes Netzwerk zurückgreifen und sich erkundigen, was andere Startups über die Beratungsqualität und den Track-Record der Accelerator sagen. Die Bereiche IT und Online-Marketing dürfen gleichfalls nicht vernachlässigt werden. Ein Existenzgründer kann die beste Geschäftsidee seit der Erfindung der Glühbirne haben, ohne die richtige Vermarktung im Internet ist sie nichts wert.

Gute Investoren verfügen über ein groß angelegtes Accelerator-Netzwerk von Journalisten, Investoren, Anwälten und Gründern. Wichtig ist die Unterstützung im Bereich der Infrastruktur. Da diese Förderprogramme meistens auf einen kurzen Zeitraum ausgelegt sind, stellt sich die Frage, ob ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, was passiert nach Ablauf dieser Zeit? Renommierte Accelerator-Programme in Deutschland sind German Silicon Valley Accelerator, Telefonica Tochter Wyra und Seedcamp. Der Berliner Thinktank Startup Bootcamp Berlin konnte bekannte Namen für sich gewinnen: SoundCloud, Upcloud, Project A Ventures, Wooga und Gidsy. German Silicon Valley Accelerator hat es sich zum Ziel gesetzt, deutsche Nachwuchstalente in den USA zu platzieren. Der Accelerator wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft unterstützt. So sind Finanzierungsprogramme jenseits der klassischen Finanzmärkte längst keine Nischenprodukte mehr. Die Höhe und der Umfang der Pre-Seed-Unterstützung sind unterschiedlich. Viele Accelerator unterstützten Ein-Personen-Teams mit der Option, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu erweitern. Für das Team variiert die finanzielle Unterstützung zwischen 10.000 und 200.000 Euro, die Firmenbeteiligungen zwischen 27 und 30 Prozent. Im Gegenzug für die Seed-Finanzierung ist auch eine Beteiligung am Eigenkapital des Unternehmens möglich, die meistens bei 10 Prozent liegt.

Weitere Leistungen sind Bootcamps, Investorentage, Infrastruktur, Networking, Visa-Beantragung, Coaching, Mentoring, Silicon Valley Road Show, Co-Working Space, Branding, Übernahme von Aufgaben aus dem Verwaltungs- und Rechtsbereich, Marketing sowie Expertise im Geschäftsbereich. Ihren Fokus setzen Accelerator in den Bereichen Technik und Internet. Twitter-Netzwerkmanagement, Synchronisations-Tools, Instapaper für Video, interaktive Charts, Shopping-Plattformen, Online Gaming, Charts für Ärzte und Straßensicherheit sind Beispiele von Geschäftsideen junger Unternehmer, die bereits durch Accelerator-Programme unterstützt werden. Diese finanzierten Projekte sind Portfolio-Unternehmen. Der Fokus der Accelerator-Programme liegt meistens in der Early-Stage-Phase, in den Bereichen Non-Copycat, Kommunikations- und Informationstechnologie, digitale Sicherheit, M2M, Social Innovation, Lokalisierungsleistungen, E-Commerce, Systeme/Netzwerke, Internetdienste, Future Communications, Benutzermodellierung und mobile Anwendungen.

Es muss nicht gleich ein umfangreiches Accelerator-Programm sein, um zu der gewünschten Finanzierung zu gelangen. Finanz- und geschäftsstarke Privatleute engagieren sich in zunehmenden Maße als Business-Angels. Sie geben ihr Wissen und ihre Geschäftserfahrung an die nächste Generation weiter. Business-Angels können auf erfolgreiche Exits und Gründungen zurückblicken sowie auf ein umfangreiches Netzwerk zurückgreifen. Da sich Business-Angel auf breiter persönlicher Ebene in die neuen Unternehmen einbringen, ist es wichtig, dass die Chemie zwischen den Geschäfts-Engeln und den Gründern stimmt. Dieser Punkt wird häufig unterschätzt, weil Jungunternehmer in erster Linie an dem großen Netzwerk ihrer Mentoren interessiert sind, das in der Phase der Marktetablierung entscheidend ist. Um es mit einer Metapher zu verdeutlichen, „Business-Engel haben es sich auf die Flügel geschrieben“, die Jungunternehmer mit der ganzen Palette ihres persönlichen Einsatzes zu unterstützen. Business-Angels setzen ihren Fokus auf die Seed- und Start-up-Phase. In dieser Wachstumsphase nehmen sie Einfluss auf die Unternehmensentwicklung und bringen sich rechtzeitig mit ihren Erfahrungen ein. Am operativen Geschäft beteiligen sie sich meistens nicht. Die Höhe der Risikokapitalfinanzierung sollte sich einem Bereich zwischen 50.000 und einer Million Euro bewegen. Größere Summen sind in diesem Finanzierungsbereich nur in Zusammenwirkung mit weiteren Business-Angels oder Venture-Kapital-Gebern realisierbar. Business-Angels unterstützen ihre Schützlinge in allen rechtlichen Belangen. Sie fördern ihre Projekte langfristig, ihr Anteil am Unternehmen steht im richtigen Verhältnis zu ihrem Engagement. Sie haben gute Kontakte zu Investoren und Rechtsanwälten und verfügen idealerweise über Branchenkenntnisse.

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