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Alles auf Reset – Über die kreative Wirkung einer Pause für den Gründergeist

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Jasmin Taylor

Frau Taylor, Sie haben 2018 das zweite Mal einen Neustart gewagt und ein Unternehmen gegründet. Was hat Sie dazu angetrieben?

Ich bin einfach von ganzem Herzen Unternehmerin. Das „Gen“ liegt bei mir in der Familie. Auch wenn JT Touristik vor zwei Jahren insolvent ging, war für mich schnell klar, dass ich wieder etwas Neues starten möchte.

Sie waren mit Ihrem ersten Unternehmen, dem Reiseveranstalter JT Touristik, sehr erfolgreich und konnten zahlreiche Preise einheimsen. Wie ist es zur Insolvenz gekommen?

Es waren gleich zwei Dinge, die in Kombination zur Insolvenz führten. Zum einen stellte Air Berlin ihren Flugbetrieb ein. Da wir sehr viele Flüge bei der Airline insbesondere nach Abu Dhabi für unsere Kunden gebucht hatten, war es nahezu unmöglich, für alle Gäste Ersatzflüge bei anderen Airlines zu finden. Zum anderen zog sich mit der Generali ein großer Insolvenzversicherer aus der Reisebranche zurück. Zu ähnlichen Konditionen ließ sich keine Nachfolgeversicherung finden.

Sie haben in Ihrer bisherigen Karriere also Höhen und Tiefen erlebt. Was konnten Sie einerseits beruflich dabei für sich mitnehmen – und was haben Sie persönlich daraus gelernt?

Persönlich habe ich für mich erkannt, wie viele Menschen in dieser schweren Zeit für mich da waren – allen voran mein Mann, meine Familie und meine Freunde. Aber auch von Geschäftspartnern erfuhr ich sehr viel Solidarität. Beruflich hat mich die Erfahrung gelehrt, dass es im Leben nun einmal nicht nur bergauf geht, sondern auch mal bergab. Die Kunst liegt dann darin, wieder aufzustehen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Mit dem Verkauf der JT Touristik haben Sie dieses Kapitel in Ihrer Karriere zunächst abgeschlossen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Nach der schwierigen und turbulenten Zeit vor und während der Insolvenz ging ich buchstäblich an meine Grenzen. Das spürte ich im Nachhinein natürlich und fiel zugegebenermaßen in eine Art Loch. Ich musste zu der Zeit den Draht nach außen regelrecht kappen. Das galt insbesondere für die Social Media-Kanäle, auf denen ich keineswegs nur Zuspruch und Anteilnahme erfuhr. Ich habe mich eine Weile wirklich voll und ganz mir selbst gewidmet und bin viel gereist – habe mich mit Leuten umgeben, die mir guttun.

Rund ein Jahr ist keine allzu lange Zeit, um ein erfolgreiches neues Geschäftskonzept zu entwickeln und auf die Beine zu stellen. Hatten Sie bereits eine Idee, wie es für Ihre Karriere weitergehen könnte?

Nach der Insolvenz sagte ich zu mir selbst, dass es erst mal nichts mehr in der Reisebranche sein sollte. Das habe ich im Anschluss nochmal überdacht und mich für den Bau von zwei Hotels im Spreewald entschieden. Die Reisebranche lässt mich nicht los!

Was können Sie anderen Gründern aus Ihren Erfahrungen als Tipp mitgeben?

Wer glaubt, dass eine Karriere stets nur dem Weg nach oben folgt, irrt leider. Rückschläge gehören dazu. Dessen sollte man sich stets bewusst sein. Diese Rückschläge sollten einen jedoch nicht unterkriegen. Es geht immer wieder weiter – egal, wie aussichtlos die Situation erscheinen mag.

Mehr Über Jasmin Taylor:

http://jasmintaylor.com/

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