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Auch als Gründer: Das Handy mal ausschalten und selbst abschalten

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Auch-als-Gruender-Das-Handy-mal-ausschaltenFrüher war die Nutzung des Handys ein Privileg. Nur wirklich wichtige Menschen verfügten über ein solches Gerät, das auch deutlich schwergewichtiger, teurer und umständlicher in der Nutzung war. Doch weil man wichtig war, wollte man von überall erreichbar sein bzw. von überall aus seine Mitarbeiter und wichtige Kunden kontaktieren können. Heute hat jeder ein Handy und möchte die Privilegien der Wichtigkeit für sich in Anspruch nehmen. Doch das kann nicht funktionieren, denn genauso wenig wie „Alles“ wichtig sein kann, können auch nicht „Alle“ in gleicher Weise ständig nur wichtige Gespräche oder sonstige Aktionen mit dem Handy umsetzen.

Von der Flexibilität zur Zwangsstörung: Auch Gründer sollten mal das Handy abschalten

Haben nur wenige Menschen ein Handy, dann ist dieses ein geeignetes Mittel, Flexibilität herzustellen. Doch wenn alle in der Kommunikation jederzeitige Erreichbarkeit gesichert haben wollen, dann kann das Handy zum Problem werden. Gründer merken es besonders schnell: Sie kommen in kurzer Zeit zu vielen neuen Kontakten mit potentiellen Geschäftspartnern und Kunden. Gerne gibt man diesen die eigene Handynummer und sichert auch jederzeitige Kontaktmöglichkeit per Gespräch, SMS oder Internet-Kommunikation zu. Dumm nur, wenn dann die so Eingeladenen das auch nutzen. Manche Gründer berichten, dass sie von der Vielfalt der Kommunikationsangebote überrollt werden. Während sie am Arbeitsplatzrechner sitzen, kommen Anrufe über Festnetz und Handy, Kontaktwünsche über SMS und E-Mail herein. An produktive Arbeit ist kaum mehr zu denken. Aber auch außerhalb der Arbeit und im Urlaub fern der Heimat macht das Handy ständig auf sich aufmerksam, denn (außer im Flugzeug) gibt es keinen Punkt auf der Welt mehr, wo nicht mobile Netze für einen laufenden Strom interessanter (aber kaum noch zu bewältigender) Neuigkeiten und Kommunikationsangebote sorgen.

Kommunikationspolitik für Gründer: Handy abschalten und nur bei dringendem Bedarf anschalten

Um die Informations- und Kommunikationsflut zu bewältigen, gibt es nur ein Mittel: Abschalten. Denn erst dadurch entsteht der Raum, der für kreatives Nachdenken genutzt werden kann. Man sollte die kommunikationsfreie Zeit sofort verwenden, um eine „neue Kommunikationspolitik“ für sich zu entwickeln, damit diese dann zeitnah umgesetzt werden kann. Kommunikationspolitik klingt merkwürdig, doch der Begriff der Politik macht klar, warum es geht: Es muss eine kommunikativ verankerte Lösung für Kommunikation gefunden werden, die allen Beteiligten in ihren je spezifischen Interessenlagen gerecht wird. Ein Element der Kommunikationspolitik ist es, zu definieren, wann man sinnvollerweise als Gründer erreichbar ist und wann nicht. Diese knapp gehaltenen Zeiten muss den Kommunikationspartner mitgeteilt werden, wobei diese Mitteilung letztlich eine Verhandlungssituation ist. Es werden also Kommunikationszeiten und Kommunikationsmittel vereinbart, die für beide Seiten sinnvoll sind. Die Vereinbarung der Kommunikationsmittel ist genauso wichtig wie die Festlegung der Kommunikationszeiten. Denn mit „asynchronen“ Kommunikationsmitteln (z.B. SMS, Anrufbeantworter, E-Mail oder Social-Media-Beiträge) hat man es in der Hand, die nicht zeitkritischen Handlungen auf die Zeiträume zu verlegen, bei denen Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Folgerungen der neuen Kommunikationspolitik für Gründer

Mit der Beschränkung der direkten Kommunikation auf zeitkritische Aufgaben ist ein wichtiger Schritt getan, dem Handy das Potential als Störungsquelle zu nehmen. Zugleich muss man seinen Kommunikationspartner klarmachen, dass es auch für die anderen Aufgaben bestimmte Zeitzonen gibt, innerhalb deren auf sichere Weise mit Interaktionen gerechnet werden kann. Die heute übliche Vorstellung, dass man SMS sofort und E-Mails innerhalb von 24 Stunden zu beantworten hat, ist überholt. Man muss klar machen, dass man auf asynchrone Interaktionsangebote innerhalb der Zeiträume reagieren wird, die zur sinnvollen Bewältigung notwendig und hilfreich sind. Den Kommunikationspartnern muss aber deutlich gemacht werden, dass sie immer mit einer rechtzeitigen Antwort rechnen können. Dann fällt es denen auch nicht schwer, bis zu diesem Zeitpunkt zu warten und nicht schon vorher durch Handyanrufe nervig zu werden. Diese Kommunikationspolitik wird allerdings nur erfolgreich sein, wenn man dass Handy nur dann anschaltet, wenn die definierten Kommunikationszeiten vorliegen. Für den Urlaub oder für die Freizeit bedeutet dies, dass dort fast immer das Handy abgeschaltet ist.

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