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Der Konsumtrend für Deutschland für 2015

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Der-Konsumtrend-für-Deutschland-fuer-2015Was erwartet die Konsumenten für das Jahr 2015?

Das Marktforschungsteam GfK erwartet für dieses Jahr einen preisbereinigten Anstieg der Verbraucherausgaben in Höhe von 1,5 Prozent. Der reale Konsum der privaten Konsumenten werde damit genauso stark steigen wie das Bruttoinlandsprodukt. Die Einschränkung folge jedoch dahingehend, dass der Einzelhandel von dieser frohen Botschaft nicht betroffen sei, da der Trend eindeutig in Richtung Ausgaben für Immobilien, Reisen und Renovierungen gehe. Die gesamte Europäische Union könne einen Anstieg der privaten Ausgaben in Höhe von 1,5 Prozent erwarten. Deutschland gilt als Konjunkturlokomotive Europas. In den Krisenländern Portugal, Spanien und Italien haben die Verbraucher wieder vermehrt Vertrauen in ihre Wirtschaft und geben mehr Geld aus. Die Briten, die zwar Mitglied in der Europäischen Union, nicht jedoch in der Währungsunion sind, erfreuen sich an einem Aufschwung wie schon lange nicht mehr. Auch die osteuropäischen Verbraucher erwarten einen Positivtrend für das Wirtschaftsjahr 2015. Dieser Positivtrend wird erneut stark durch die Ukraine-Russlandkrise und die politischen Alleingänge des Kremlherrn Putin gedämpft.

Auch der ewige Krisenherd des Mittleren Ostens trägt nicht gerade zur wirtschaftlichen und politischen Entspannung bei. Einige Volkswirtschaften bewegen sich nach wie vor stark am Abgrund einer Rezession und in einigen Ländern wuchs das Bruttoinlandsprodukt nicht so stark wie erwartet. Südeuropäische Länder wie Spanien, Portugal und Italien kämpfen trotz des positiven Konsumtrends immer noch mit der Bedrohung einer deflationären Wirtschaft. Im letzten Jahr sahen die Erwartungen der privaten Konsumenten wesentlich negativer aus als heute, zum Jahresende brach die Konjunkturerwartung stark ein und die Wirtschaftsexperten mussten zum wiederholten Male ihre Vorhersagen betreffend das Wirtschaftswachstum nach unten korrigieren.

Auch im Vorjahreszeitraum gingen die Experten von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,5 Prozent aus, eine Zahl, die sie jedoch im Laufe des Jahres immer wieder nach unten korrigieren mussten, um es nur wenig später erneut weiter oben anzusetzen. Tatsächlich wuchs das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands im letzten Jahr real um 0,4 Prozent. Die meisten europäischen Staaten verzeichneten im dritten Quartal letzten Jahres ein ähnlich leichtes Plus im Wirtschaftswachstum. Einzig die Griechenlandkrise zieht diesen Positivtrend wiederholt nach unten. Die Wirtschaft des Landes schrumpfte um sagenhafte 17 Prozent, die neue linke Regierung kämpft ums Überleben. Wie es derzeit aussieht, haben die Griechen die Bedingungen der Europäischen Union für die Auflegung eines erneuten Hilfsprogramms akzeptiert und nun die Chance, die Staatspleite abzuwenden. Entgegen dieser Situation erwarten die privaten Verbraucher laut einer Umfrage jedoch mehrheitlich eine verbesserte Einkommenserwartung, eine erhöhte Anschaffungsneigung sowie eine verbesserte Konjunktur. Der GfK-Klimaindex lag im Dezember letzten Jahres bei 5,5 Punkten, das Barometer für das Konsumklima zeigt für diesen Monat mit 9,3 Punkten den höchsten Stand seit dreizehn Jahren. Im Januar verzeichnete die Anschaffungsneigung mit 57,8 Zählern ein Acht-Jahres-Hoch. Nur wenn diese Rahmenbedingungen über einen langen Zeitraum während der nächsten Jahre stabil bleiben, hat die EU-Wirtschaft die Chance auf ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Die Lebensverhältnisse der Konsumenten würden sich in vielen Ländern verbessern. Die GfK-Konsumforscher sprechen neben weiteren Experten die erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt an und betonen, dass mehr Menschen eine Arbeit gefunden hätten als in den Jahren zuvor. Dieser Trend werde sich fortsetzen.

Die Menschen hätten wieder mehr Geld für Ausgaben zur Verfügung. Der private Konsum in Deutschland und in Europa werde eine Stütze der Konjunktur sein. Allerdings muss man hier die Einschränkung machen, dass der Job-Boom auf dem Arbeitsmarkt vor allem dem Niedriglohnsektor und prekären Arbeitsverhältnissen zu verdanken ist. Der Einzelhandel wird von dieser erfreulichen Entwicklung jedoch wenig profitieren, da die Ausgaben für Lebensmittel aufgrund der demografischen Entwicklung und einem bewussten Verbraucherverhalten seit Jahren rückläufig sind. Der Non-Food-Sektor ist der große Gewinner in diesem Wirtschaftsspiel. Die Immobilien- und Tourismusbranche sowie Kultur- und Lifestyle-Einrichtungen werden von der gestiegenen Anschaffungslaune der Konsumenten am meisten profitieren.

Fazit

Trotz dieser erfreulichen Erwartungen sollten Konsumenten sich nicht allzu sehr auf die Prognosen der GfK-Forscher verlassen. Auch wenn die Ergebnisse der Konsumforscher sicherlich einen wahren Kern beinhalten, muss man jedoch berücksichtigen, dass zu jedem Jahresanfang die Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung und das Bruttoinlandsprodukt gerne zu hoch als zu niedrig eingeschätzt werden, um die Kauflaune der Verbraucher nicht zu verderben und die Finanzmärkte nicht nachhaltig zu stören. Regelmäßig werden diese Erwartungen im Verlauf eines Wirtschaftsjahres wieder nach unten korrigiert, um sie anschließend erneut anzuheben.

Trotz der „erfreulichen Entwicklung am Arbeitsmarkt“ und der gestiegenen Anschaffungslaune privater Konsumenten muss man berücksichtigen, dass der Job-Boom in Deutschland vor allem dem Niedriglohnsektor zu verdanken ist und dass die von den Konsumforschern beschworene gestiegene Anschaffungslaune der Konsumenten und die erwarte verbesserte Einkommenssituationen an vielen Bundesbürgern vorbeigeht. Der Paritätische Wohlfahrtsverband zeichnet ein gegenteiliges Bild zu dem der Konsumforscher. Er beklagt, nie zuvor lebten so viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze und eine zu große Anzahl der Bundesbürger sei latent von Armut bedroht. Kinderarmut finde im Koalitionsvertrag einfach nicht statt.

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