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Existenzgründung: Je größer die Eigenkapitaldecke, desto besser

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Existenzgruendung-Je-groeßer-die-Eigenkapitaldecke-desto-besserFür Ihre Existenzgründung brauchen Sie Kapital, das sich aus Eigenkapital und Fremdkapital zusammensetzt. Sie müssen sich über den erforderlichen Kapitaleinsatz im Klaren sein, um die effiziente Planung Ihrer Existenzgründung umzusetzen. Den erforderlichen Kapitaleinsatz errechnen Sie mit Hilfe des Kapitalbedarfs- und Businessplans. Eine ideale Situation liegt vor, wenn Sie eine größere Summe an Eigenkapital mitbringen, denn grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital Ihnen zur Verfügung steht, desto besser. Eine gut aufgestellte Eigenkapitaldecke verhindert frühzeitige Liquiditätsprobleme, die in der Regel dann auftreten, wenn die tatsächlichen Ist-Daten von den erwarteten Plandaten im negativen Sinne abweichen. In diesem Fall erzielen Sie nicht die gewünschten Erlöse in der erforderlichen Höhe, um alle Kosten abzudecken und darüber hinaus einen Gewinn zu generieren. Auch können die Kosten höher ausfallen als im Businessplan berechnet. Eigenkapital versetzt Sie in eine unabhängige Lage. Die wenigsten Existenzgründer sind jedoch in der Lage, auf eine breit aufgestellte Eigenkapitaldecke zurückzugreifen.

Banken, Bürgschaften und staatliche Förderprogramme

Andererseits besteht das Problem, dass Sie Banken kaum als Geschäftspartner auf Ihre Seite ziehen, wenn Sie nicht ausreichend Sicherheiten in Form von Eigenkapital aufbringen. Banken tun sich schwer damit, kurzfristige Mittel zur Liquiditätsüberbrückung oder Darlehen zur Verfügung zu stellen, wenn das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital bereits zum Zeitpunkt der Gründung in einem negativen Verhältnis steht. Nicht nur Banken erhalten die viel diskutierten Ratingnoten, auch Sie als Existenzgründer werden von den Banken „geratet“. Die interne Ratingnote der Banken entscheidet darüber, ob und wie viel finanzielle Mittel Sie letztendlich erhalten werden. Je besser Ihre Ratingnote ausfällt, desto günstiger sind die Konditionen, die Sie für Ihre Bankfinanzierung erhalten. Sie haben ferner die Möglichkeit, Fremdkapital bei den Banken gegen die Stellung einer Bürgschaft als Sicherheit gegen Kreditausfall zu erhalten. Seit dem Jahr 1960 wird Existenzgründern nicht ausschließlich in Form von ERP-Darlehen, sondern auch mit Bürgschaften unter die Arme gegriffen. Die Bundesländer verzeichnen Bürgschaftsbanken, um Betriebsmittel- und Investitionskredite für mittelständische Betriebe und Existenzgründer abzusichern. Bürgschaftsbanken sind an diesem Geschäftsmodell interessiert, wenn Sie ein tragfähiges Geschäftsmodell vorweisen, jedoch nicht über ausreichend finanzielle Eigenmittel verfügen. Zu guter Letzt haben Sie noch die Möglichkeit, auf die staatlichen Förderprogramme für Existenzgründer zurückzugreifen. Erkundigen Sie sich bei den fachkundigen Beratungsstellen nach diesen Möglichkeiten. Zu diesen Anlaufstellen gehören die Bundesagentur für Arbeit, die Gewebeämter, die Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern und regionale Existenzgründerinitiativen.

Möglichkeiten, um Ihre Eigenkapitalsituation zu stärken

Eigenkapital macht Ihr Unternehmen weniger anfällig für Ertrags- und Marktschwankungen, es steht Ihnen langfristig bis unbefristet zur Verfügung. Fremdkapital dagegen steht Ihnen in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung und berechnet Zinsen. Mit der Bilanzierung errechnen Sie die Höhe Ihres Eigenkapitalanteils. Als Einnahmen-Überschuss-Rechner beziehen Sie Ihre privaten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ein. Banken und andere Kapitalgeber schauen sich sowohl bei Bilanzierern als auch bei Einnahmen-Überschuss-Rechnern die privaten Vermögensverhältnisse sehr genau an. Sind Sie Mehrheitsgesellschafter einer GmbH oder in einer anderen Rechtsform, fordern Kapitalgeber eine noch ausführlichere Übersicht Ihrer Vermögensverhältnisse. Wie kommen Sie an Eigenkapital heran, wenn Sie nicht über eine breit aufgestellte Kapitaldecke verfügen oder von Haus Geld haben?

1. Werten Sie das vorhandene Eigenkapital auf, indem Sie die Bilanzsumme verringern. Sie verbessern auf diese Weise Ihre Bilanzrelationen und sind in der Lage, Ihrer Bank gegenüber mit stärkeren Argumenten aufzutreten.

2. Stärken Ihre Ertragslage.

3. Verringern Ihre privaten Entnahmen.

Beachten Sie diese allgemeinen Grundsätze, stärken Sie die Ausgangsposition Ihrer Eigenkapitaldecke. Wenn Sie nicht von Beruf Sohn oder Tochter sind, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als mit Ihrer neuen Geschäftsidee einen echten Mehrwert zu erwirtschaften. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Ihrem Unternehmen Eigenkapital von außen zuzuführen.

Eigenkapital von externen Kreditgebern

Überlegen Sie, wie Sie Ihren Eigenkapitalanteil erhöhen, ohne große Summen Geld aufzunehmen. Sucht ein Familienmitglied eine Möglichkeit, sein Geld sinnvoll anzulegen? Haben Sie Geschäftsanteile an Ihre Kinder übertragen, die diese nun in Ihr Unternehmen einbringen können? Fragen Sie Ihre Lieferanten nach der Möglichkeit einer Vertriebsbeteiligung, denn sie sind in der Regel daran interessiert, ihre Vertriebsnetze auszuweiten. Haben Sie Mitarbeiter, deren Fähigkeiten Sie besonders vertrauen? Dann zahlen Sie vermögenswirksame Leistungen und beteiligen Sie sie über die Rechtsform stiller Gesellschafter an Ihrem Unternehmen. Haben Sie sich schon einmal überlegt, an Berater in Form von Business-Angels oder Venture-Capital-Gesellschaften heranzutreten? Diese externen Kapitalgeber unterstützen Sie mit der ganzen Palette ihrer Erfahrung und investieren Geld in Ihr Unternehmen gegen eine prozentuale Beteiligung. Seriöse Berater in diesem Finanzierungsumfeld finden Sie auf Business-Angels.de. Auch Ihre Kunden können als Eigenkapitalgeber fungieren, wenn Sie eine bestimmte Leistungspalette für sie erbringen und sie auf diese Weise für eine enge Zusammenarbeit erwärmen.

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