Fachkräftemangel in Deutschland

Fachkräftemangel in Deutschland

Der Fachkräftemangel hat Deutschland fest im Griff. Damit gehen viele Unsicherheiten für Unternehmen und Verbraucher einher. Wie wird sich die Wirtschaft angesichts dieser Problematik entwickeln können und welche Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ergeben sich dadurch?

Definitionsklärung

Fachkräfte sind Menschen, die über ein anerkanntes akademisches Studium verfügen oder eine mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen haben. Ein Fachkräftemangel liegt dann vor, wenn nicht ausreichend ausgebildetes Personal für die Sicherung des Fachkräftebedarfs zur Verfügung steht.

Aktuell sind in Deutschland nur einige Branchen und Regionen von einem Fachkräftemangel betroffen. Die Volkswirtschaft ist von der Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt nicht bedroht. Dennoch schaut das Wirtschaftsministerium mit Sorge in die Zukunft. Aufgrund des demografischen Wandels ist zu erwarten, dass immer weniger ausgebildete Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, da die "Babyboomer"-Generation auf das Rentenalter zusteuert.

Die Situation spitzt sich zu

Der Fachkräftemangel ist folglich nur ein Faktor, der den Arbeitsmarkt aktuell und in den nächsten Jahren belastet. Man geht davon aus, dass in den nächsten 15 Jahren rund 13 Millionen Menschen in Rente gehen werden. Die Angaben stammen vom Statistischen Bundesamt. Die "Babyboomer" waren die zahlenmäßig geburtenreichsten Jahrgänge und können durch die später geborenen Generationen nicht auf dem Arbeitsmarkt ersetzt werden.

Mögliche Lösungsansätze

Immer mehr Unternehmen geben an, nicht genug Fachkräfte zur Deckung des eigenen Bedarfs zu finden. Aktuell fühlt sich rund jedes zweite Unternehmen in Deutschland vom Fachkräftemangel beeinträchtigt. Durch die Zuwanderung und das gezielte Anwerben von ausländischen Fachkräften ist man bemüht, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Dabei stehen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor einer großen Hürde.

Die Zuwanderung für Menschen aus und innerhalb der EU ist im Zuge des Freizügigkeitsgesetzes erleichtert worden. Um als Fachkraft in Deutschland arbeiten zu dürfen, ist eine Anerkennung der vorliegenden Qualifikation in Deutschland erforderlich. Hier liegt das aktuell größte Problem, denn die Anerkennung ist mit bürokratischen Hürden verbunden und nimmt mehrere Monate oder sogar länger als ein Jahr in Anspruch. Für Menschen aus Drittstaaten sind die Abläufe noch komplizierter und an weitere Voraussetzungen gebunden. Um die Abläufe zu erleichtern, wurde die EU Blue Card eingeführt. Seit dem 01.08.2012 durchlaufen Fachkräfte mit akademischer Ausbildung ein vereinfachtes Verfahren, um einen Aufenthaltstitel mit dem Ziel einer Erwerbstätigkeit zu erlangen. Um die Blaue Karte EU zu erhalten, muss man ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine Mindestgehaltsgrenze von 56.400 Euro brutto nachweisen. In Mangelberufen wurde die Gehaltsuntergrenze auf 43.992 Euro herabgesetzt.

Der Arbeitsmarkt im Wandel

Um mehr qualifizierte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu haben, gilt es, junge Menschen zu einem Berufsabschluss zu verhelfen und eine berufliche Ausbildung ansprechender zu gestalten. Mögliche Lösungsansätze liegen außerdem in effektiveren Weiterbildungen und in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen ist die Rückkehr ins Erwerbsleben nach der Elternzeit immer noch erschwert. Kann man die Babyboomer dazu motivieren, länger zu arbeiten, so wird der Arbeitsmarkt ebenfalls entlastet. Lösungsansätze gibt es mehrere. Klar ist, dass die Arbeitswelt sich im Wandel befindet und sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer an diese Veränderungen anpassen müssen.

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