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Gründerseminare – Kosten, Inhalte und Vorbereitung

Gründerseminar

Existenzgründer stehen vor vielen Herausforderungen und Fragen. Gründerseminare sind daher sehr gefragt. Was können sie bieten, wie viel kosten sie und sollte sich ein Gründer darauf vorbereiten?

Kosten und Förderungsmöglichkeiten

Die Kosten für Existenzgründerkurse sind unterschiedlich hoch. Der Preis richtet sich nach Inhalten und Service, der Seminarart, der Dauer und dem Anbieter. Reine Onlinekurse sind meist günstiger als Präsenzseminare. Vom zeitlichen Umfang her gibt es Existenzgründerseminare ab wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen oder Wochen. Stundenweise Seminare behandeln meist nur eines der vielen wichtigen Themen rund um die Gründung, während längerfristige Kurse alle Themen aufgreifen.

Zwischen wenigen hundert Euro und bis zu zweitausend Euro kann die Preisspanne liegen. Allerdings können diese Seminare gefördert werden. Jedes Bundesland hat spezielle Wirtschaftsprogramme, aus denen Zuschüsse gezahlt werden können. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter vergeben Bildungsgutscheine für diese Seminare. Bei Franchisegründern sind die Seminare oft in der Franchisegebühr enthalten und werden von dem Lizenzgeber organisiert und veranstaltet.

Die Bildungseinrichtungen bieten in der Regel kostenlose Beratungsgespräche an, in denen auch über Fördermöglichkeiten gesprochen wird. Oft geht der Service sogar soweit, dass bei der Antragstellung geholfen wird.

Kurs finden

Erste Anlaufstelle sind die zuständigen Kammern und Arbeitsagenturen. Auch das Internet kann genutzt werden. In welchem Umfang und in welcher Form das Seminar sein soll, richtet sich nach den persönlichen Vorlieben und zeitlichen Voraussetzungen. Onlinekurse sind zeitlich oft flexibler zu absolvieren als Präsenzkurse, die logischerweise eine feste Zeit und einen festen Ort haben. Der Austausch mit anderen Gründern ist inzwischen in jeder Form gut möglich, trotzdem sind persönliche Treffen oft hilfreicher, denn ein überregionales Netzwerk, wie es bei Internetangeboten zustande kommt, hilft nicht jedem weiter. Gerade Handwerker, Händler oder Gastronomen sind auf Kooperationen im nahen Umfeld angewiesen, diese lassen sich unter Gründern eher bilden, wenn sie sich in Präsenzseminaren direkt kennenlernen und austauschen.

Inhalte der Seminare

Die Seminarinhalte sind im Vorfeld zu erfahren, so dass Gründer mit Vorkenntnissen, sich entsprechend auch Teilseminare buchen können, um ihre Defizite auszugleichen. Allerdings sind die umfassenden Seminare auch durchaus gewinnbringend, wenn Kenntnisse in verschiedenen Bereichen vorhanden sind, weil diese meist mit Fallbeispielen aufzeigen, wo konkret die Schwierigkeiten in der Gründung liegen.

Ganz weit vorn ist natürlich das Thema Businessplan und somit die Tragfähigkeit der Geschäftsidee. Viele denken, dass Businesspläne nur dann nötig sind, wenn Kredite oder Gründerzuschüsse beantragt werden sollen, doch ein fundierter Businessplan ist immer sinnvoll. Allein die Erstellung zeigt, ob die Gründer sich wirklich gut mit der Marktsituation, ihren Zielgruppen oder Produkten auseinander gesetzt haben. Learning by doing ist bei einer Existenzgründung nur selten von Erfolg gekrönt.

Unternehmensformen und die Pflicht zur Buchhaltung werden ebenfalls besprochen. Mit neuen Unternehmensformen wie der Mini GmbH, auch als 1 Euro GmbH bekannt, sollen Hochverschuldungen vermieden werden. Die Wahl der Unternehmensform entscheidet über die Haftung.

Buchhaltung wird natürlich nicht von A bis Z vermittelt, eher wird darüber referiert, wie die Buchhaltung aussehen soll, wie eine rechtskonforme Rechnung geschrieben wird und ob es sinnvoller ist, die Buchhaltung auszulagern oder selbst abzuwickeln.

Erforderliche Genehmigungen, Lizenzen, Versicherungen werden ebenfalls behandelt. Da dies sehr stark variiert, wird dieser Bereich in den Kompaktkursen sehr allgemein gehalten. Wer in Branchen gründet, die eine höhere Relevanz für solche Themen haben, sollte sich branchenspezifische Seminare suchen. Die Gastronomie oder Produktion von Naturkosmetik sind beispielsweise mit sehr vielen Vorschriften belegt, die es zu kennen und einzuhalten gilt.

Das Marketing mit allen Facetten wird ausführlich besprochen, weil hier auch die Marktanalyse und Zielgruppendefinition drunter fallen.

Je  nach Angebot sind Einzelcoachings im Seminar enthalten, in denen die Geschäftsidee und Gründerpersönlichkeit auf Herz und Nieren geprüft wird.

Tatsächlich bewirken Existenzgründerseminare durchaus, dass Gründungswillige ihre Gründung aufschieben oder komplett unterlassen. Das mag im ersten Moment bitter sein, doch langfristig bleiben Gründern Schulden, Stress und das Gefühl versagt zu haben, erspart.

Vorbereitung auf den Kurs

Der Kurs ist meist nicht mit Benotung oder Leistungsvergleichen konzipiert. Ziel des Seminars soll sein, Gründer zu sensibilisieren und Risiken aufzuzeigen. Statt Lernstunden sollte die Vorbereitung auf diesen Kurs mit umfassenden Recherchen stattfinden. Es schadet auch nicht, den Businessplan so gut wie möglich vorzubereiten, sich über Finanzierung, Gründerkosten, Genehmigungen zu informieren. Je mehr Wissen der Gründungswillige hat, desto gezielter können die Fragen gestellt werden, die noch offen sind.

Selbst wenn der Businessplan fehlerhaft oder unvollständig ist, so kann dieser im Seminar oder begleitend optimiert werden. Gruppenseminare gehen meist auch mit der Vorstellung der Geschäftsidee und Person einher. Es ist sinnvoll dies im Vorfeld einmal niedergeschrieben zu haben, um grandiose Ideen verständlich erklären zu können.

Bei den Recherchen entstehende Fragen, sollten nach Themen sortiert und aufgeschrieben werden. Die Dozenten freuen sich über einen regen Austausch und lernen selbst oft eine Menge  hinzu, weil sie sich mit Fragen konfrontiert sehen, die sie nicht ad hoc beantworten können.

Ein Einzelcoaching für den erfolgreichen Start

Einige Anbieter haben wie bereits erwähnt, Einzelcoachings in geringem Stundenumfang in ihren Angeboten enthalten. Grundsätzlich ist es eine gute Idee, sich ein umfangreicheres Coaching zukommen zu lassen. Denn Coaches sind darauf spezialisiert, Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten, die Stärken zu fördern und die Schwächen zu benennen. Sie schaffen die Voraussetzungen zur Selbsthilfe, die für Gründer ganz wichtig wird, vor allem wenn erste Tiefschläge einzustecken sind. Oft werden Gründer erst durch Coachings zu Unternehmern.

Auch das Coaching kann je nach Inhalt gefördert werden, weil es zur Unternehmensberatung gehört. Verschiedene Zielgruppen werden sogar besonders unterstützt. Der Coach gibt Hilfen und Auskünfte rund um die Antragsstellung.

Fazit: Eine gute Idee ist sicher wesentlich, doch allein noch kein Erfolgsgarant. Das haben zahlreiche Unternehmer in der Geschichte bewiesen, die früher oder später scheiterten, obwohl die Ideen an sich innovativ waren. Die Persönlichkeit spielt eine große Rolle. Sich und sein Produkt verkaufen zu können und wollen, entscheidet darüber, ob ein Startup toppt oder floppt. Wem die Fähigkeit fehlt, sich nach Misserfolgen zu motivieren, wer kein Durchhaltevermögen hat, wird nur schwer bestehen. Auch wenn der Gedanke, sein eigener Chef sein zu können, sehr verlockend ist, Gründern wird nichts geschenkt, nur weil sie ein junges Unternehmen haben. Existenzgründerseminare zeigen auf, welche Klippen in der Gründungsphase zu umschiffen sind, daher sind sie nicht nur sinnvoll, sondern unverzichtbar.

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