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Ist das Handwerk für Gründer eine sichere Zukunft?

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Zimmermann
Zimmereien haben im Handwerk eine rosige Zukunft.

In einer sehr schnelllebigen Welt besteht kaum noch Planungssicherheit. Was heute noch „in“ ist, kann morgen schon wieder „out“ sein. Was heute von Hand produziert wird, übernehmen in wenigen Monaten oder Jahren schon Maschinen, die das Personal zum Teil oder komplett ersetzen. Aber gibt es noch Bereiche im Handwerk, die tatsächlich langfristig eine gute Perspektive haben?

Wer in seinem Leben schon einmal ein Haus gebaut hat, der ist sich im Klaren darüber, dass es ohne die Unterstützung von Handwerkern nicht funktioniert. Sei es der Baggerfahrer, der die Ausschachtung übernimmt und die Löcher für die Fundamente gräbt, der Maurer, der den Keller hochzieht, oder gar das komplette Haus, sofern es sich nicht um ein Fertighaus handelt, der Zimmermann, der den Dachstuhl baut, der Dachdecker, der das Dach eindeckt, der Fensterbauer, der die Fenster liefert und einbaut, der Heizungsbauer, der dafür sorgt, dass es im Haus warm wird und die Wasserinstallation durchführt, der Elektriker, der die gesamte Elektrik im Haus verlegt und verklemmt, der Fliesenleger, der das Bad und andere Räume fliest oder aber der Maler und Tapezierer, der Tapete und Farbe an Decke und Wände bringt. – Alle diese Berufszweige (und viele andere) haben derzeit ein gemeinsames Problem:

Passenden Nachwuchs zu finden, der den Beruf nicht nur als Beruf, sondern als Berufung ansieht.

Dachdecker

Zahlreiche Ausbildungsstellen wurden im Handwerk nicht besetzt!

Vor 15 oder 20 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass Handwerksbetriebe im August noch keinen Auszubildenden haben, obwohl Lehrstellen ausgeschrieben waren. Doch die Zeit hat sich geändert, kaum noch jemand möchte einen handwerklichen Beruf erlernen, bei dem wirkliche körperliche Anstrengung gefragt ist, oder man sich schmutzig macht. – Dabei haben zahlreiche Handwerksbetriebe die eigenen Ansprüche derart weit zurückgefahren, dass sie heute zum Teil nicht mehr auf Schulzeugnisse schauen, sondern die Bewerber 2 – 3 Tage zur Probearbeit mit auf die Baustelle nehmen. Stellt sich der Praktikant in dieser Zeit gut an, hat er die Lehrstelle quasi schon in der Tasche.

Fliesenleger
Fliesenleger sind derzeit in vielen Regionen sehr stark gesucht, aber nur schwer zu bekommen.

Fehlender Nachwuchs als Chance für Gründer im Handwerksbereich?

Die Tatsache, dass einige Branchen im Handwerk „vom Aussterben bedroht sind“, kann eine echte Chance für Gründer sein. Zwar muss man sich immer darüber klar sein, dass es sich bei Handwerksbetrieben nicht um Geschäftsmodelle handelt, die skalieren können, aber wer seinen eigenen Laden im Griff hat und sauber führt, kann durchaus ein lukratives Einkommen erzielen. Wichtig ist hierbei natürlich immer auf dem Boden zu bleiben und die eigene Firma langsam aber kontinuierlich zu entwickeln, gute, saubere Arbeit abzuliefern, ehrlich und fair mit den Kunden umzugehen und eine grundsolide Kalkulation durchgeführt zu haben. Denn in wenigen Jahren werden einige Branchen im Handwerk zu einer Nische verkommen. Bereits jetzt ist es je nach Region sehr schwer einen Fliesenleger zu finden, da die Nachfrage größer ist als das Angebot, was dazu führt, dass sich die Preise automatisch nach oben entwickeln. – Ist der Firmenchef dann noch bereit in gutes Marketing zu investieren, so sind dem Wachstum kaum Grenzen gesetzt.

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