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Mit selbst hergestellten Produkten ein Unternehmen gründen

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Die meisten Menschen wünschen sich einen Arbeitsalltag, den sie nach eigenen Vorstellungen gestalten können. Ein Job im Angestelltenverhältnis bietet diesbezüglich nur wenig Freiraum, daher stellt sich irgendwann die Frage nach einer Selbstständigkeit.

Angestellter oder eigener Chef?

Die Vorteile einer selbstständigen Arbeit liegen eindeutig auf der Hand:

-Freie Zeiteinteilung im Tagesverlauf
-Frei wählbarer Arbeitsort
-Sie entscheiden, WAS Sie tun
-Sie können Ihr Hobby zum Beruf machen

Neben diesen Freiheiten kommen allerdings auch Verantwortlichkeiten auf Sie zu, die anfangs unterschätzt werden. Dazu zählen:

-Zahlung des Krankenkassenbeitrages aus der eigenen Tasche
-Materialbeschaffung für Produkte
-Anmeldung sämtlicher Verpackungen bei einem dualen System
-Verkaufsplattform im Internet finden oder eigenen Laden eröffne
-Finanzielle Rücklagen
-Aufwand und Nutzen kalkulieren zeitlich und finanziell

Wollen Sie aus einem Angestelltenverhältnis heraus in eine Selbstständigkeit wechseln, bringt Ihnen eine vorübergehende Zweigleisigkeit enorme Vorteile. Sie haben weiterhin die Sicherheit eines Gehalts, das Ihre Krankenversicherung und Einzahlungen für die Arbeitslosenversicherung deckt. Diese Beträge müssen Sie komplett selbst finanzieren, wenn Sie ausschließlich selbstständig sind. Außerdem eignet sich der nebenberufliche Einstieg, um eigene Produkte und eventuelle Verkaufswege zuerst zu testen. Im Nebenerwerb können Sie so Ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ausprobieren, ob Sie sich einer möglichen Vollzeit-Selbstständigkeit gewachsen fühlen.

Ohne finanzielle Rücklagen geht es (meist) nicht

Wer Geld verdienen möchte, wird zuerst investieren müssen. Eigene Produkte erfordern Geld für Material, einen eigenen Internetauftritt oder ein Ladengeschäft. Es gibt auch genügend Internetplattformen, auf denen DIY-Artikel angeboten werden können. Hierfür fallen meist nur Einstellgebühren und Verkaufsprovisionen (zwischen 5 -10 % des Umsatzes) an. Bei einem nebenberuflichen Einstieg können Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, bei der Sie keine Umsatzsteuer von Ihren Verkäufen abzugeben haben, solange der jährliche Umsatz unter 17500 Euro liegt. Wird diese Grenze überschritten, müssen Sie beispielsweise beim Verkauf von Bekleidung im darauffolgenden Jahr 19 % Umsatzsteuer von jedem verkauften Artikel an das Finanzamt abführen. Zu diesem Prozentsatz kommen die Verkaufsgebühren auf Internetplattformen wie Etsy oder Ebay hinzu, eventuelle Kosten für einen eigenen Internetshop, Gebühren für die Entsorgung von Verpackungen, Kosten für Bezahlsysteme wie Paypal sowie die Materialkosten. Zusammengefasst müssen Sie von Ihrem Umsatz mindestens 40 % für diese Kosten abziehen und der so erhaltene Betrag beinhaltet noch keine Einkommens- und Gewerbesteuerberechnung. Das heißt, dass Sie mit einem nebenberuflichen Start auf der sicheren Seite sind oder genügend Kapital im Hintergrund haben sollten, um vollzeitlich zu beginnen.

MEIN eigenes Produkt

Der Trend zu DIY nimmt zu. Käufer wissen das Herzblut und die damit verbundene Qualität der Produkte zu schätzen. Wer mit DIY-Produkten gründet, weiß in den meisten Fällen, was er herstellen und verkaufen möchte. Es ist häufig das Hobby, das zum Beruf werden soll.
Einkaufspreis und Arbeitszeit sind dabei ausschlaggebende Größen, wenn die Selbstständigkeit den Lebensunterhalt finanzieren soll. Viele Gründer stellen nach wenigen Monaten fest, dass sie mehr arbeiten als im Angestelltenverhältnis, aber über viel weniger Einkommen verfügen, weil die Kosten den Gewinn übersteigen. Wer einfach mit der Produktion loslegt, mag einen Zuverdienst erhalten. Ein wirtschaftlicher Ansatz befasst sich jedoch mit einem genau definierten Gewinn und untersucht, ob dieser in der verfügbaren Zeit zu realisieren ist. Fragen Sie sich dazu:

– Wie viel Zeit steht mir täglich zur Verfügung?
– Welche Zeit muss ich für die Herstellung eines Produktes einplanen?
– Welche Kosten entstehen durch den Einkauf?
– Wird mein Materiallieferant auch in einem Jahr noch existieren?
– Muss ich Produkte immer wieder neu erstellen, weil das Material ein Verbrauchsgegenstand ist? (Neue Sortimente bei Stoff und Wolle)

Klären Sie diese Aspekte und fragen Sie sich auch, ob nicht nur Sie von Ihrem Produkt begeistert sind, sondern ob es anderen wirklich hilft und nützt. Ihre Kreativität soll das Leben anderer Menschen bereichern, dann verkauft sie sich auch in Form von Produkten.

Es muss nicht nur Stricken und Nähen sein

DIY beschränkt sich nicht nur auf Bekleidung. Schnittmuster, Strick-, Häkel- und Bastelanleitungen können ebenso verkauft werden und die Basis einer erfolgreichen Selbstständigkeit sein. Auf der Internetplattform „Makerist“ können Sie Videokurse und Anleitungen aus dem Strick- und Nähbereich anbieten. Wer außerhalb von Stoff und Wolle als Kunsthandwerker aktiv ist, kann nach einer erfolgreichen Bewerbung auf Amazon Handmade ebenfalls eigene Produkte anbieten.

Marketing – nicht verkaufen, sondern verbessern wollen

Sie müssen Ihr Produkt lieben und es selbst uneingeschränkt empfehlen und nutzen wollen, dann haben Sie „Ihr“ Produkt gefunden. Haben Sie noch keine Idee, was Sie verkaufen könnten? Dann Informieren Sie sich vorher, wie Sie ihre selbstgemachten Produkte am besten online verkaufen können und legen Sie sich eine Strategie zurecht.. Worin sind Sie besonders gut? Was würden Sie umsetzen, wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen? Sie werden nur das, woran Ihr Herz hängt, auf leichte Weise verkaufen. Vielen Verkäufern fehlen Kunden, weil sie auf den Umsatz und das zu erwartende Geld fixiert sind. Das sorgt für Angst und Anspannung. Wenn Sie sich an den Bedürfnissen Ihrer Kunden orientieren und Ihre Wünsche erfüllen können und wollen, werden Sie Erfolg haben. Kunden lesen aus jeder Werbung schnell heraus, ob es um den Verkauf oder um sie als Mensch geht. Bewerben Sie Ihr Angebot daher möglichst in einer persönlichen Weise. Anzeigen im Internet bringen potentielle Kunden, die aber nicht immer kaufen. Wenn Sie von Ihrem Produkt überzeugt sind, erzählen Sie anderen Menschen, was sich durch einen Kauf für sie verbessern oder den Alltag leichter machen wird.

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