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Mitarbeitermotivation – Incentives

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Mitarbeitermotivationen-IncentivesIncentives werden in der Unternehmenskultur als Anreize verwendet, um positiv auf die Motivation der Mitarbeiter einzuwirken. Der Begriff ist ein Wirtschaftsanglizismus und wird von dem englischen Wort „incentive – Anreiz, Ermutigung“ abgeleitet. Eine weitere Wortableitung kommt aus der lateinischen Sprache „incentivus – anregend“. Fehlzeiten sollen verringert, Loyalität und Teamgeist gesteigert werden. Über dieses Anreizinstrument steuert das Unternehmen indirekt das Arbeitsverhalten seiner Mitarbeiter. Es gibt verschiedene Arten von Incentives: Bonus-Programme (Payback), Events, Reisen, Geldprämien, Dienstwagen, Sachprämien, Anerkennung und Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg. Hauptziele dieser Anreize sind Gewinnmaximierung, Umsatzsteigerung und Belohnung.

Zuckerbrot für die Mitarbeiter

Incentives in Form von Geldzuwendung sind steuer- und sozialversicherungspflichtig. Die Begünstigten müssen das Finanzamt an den ihnen gewährten Annehmlichkeiten teilhaben lassen. Incentives in Form von Sachzuwendungen werden bei der monatlichen Lohn- und Gehaltsabrechnung als geldwerter Vorteil (§ 37 EStG) behandelt. Incentives sind ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur und werden steuerrechtlich auf den Prüfstand gestellt. Das Bundesfinanzministerium hat mit Beschluss vom 14.10.1996 Incentives wie folgt definiert: „Incentive-Reisen und Incentives werden von einem Unternehmen gewährt, um Geschäftspartner oder Arbeitnehmer des Betriebs für erbrachte Leistungen zu belohnen und zu Mehr- oder Höchstleistungen zu motivieren.“

Motivation – Der Motor für Mensch und Mitarbeiter

Incentives müssen zum Empfängerkreis beziehungsweise der Zielgruppe passen. Die Kosten müssen sich unterhalb des kalkulierten Produktivitätsschubs bewegen. Die besten Incentives sind greifbare Anreize, die vom Empfänger nach seinem individuellen Bedarf eingesetzt werden können. Eine beliebte Lösung sind Gutscheine, die eine konkrete Erinnerung beim Empfänger an Anlass und Geber hervorrufen. Viele Unternehmen wissen nicht, wie sie ihre Mitarbeiter zielgerichtet und individuell entlohnen sollen, wollen sie von der praktischen „Nulllösung“ Geldzuwendung absehen. Die Incentive-Branche hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Dienstleistungsunternehmen bieten ihren Kunden maßgeschneiderte und qualitativ hochwertige Incentive-Lösungen. Einfache Konzepte wie eine Firmenfeier mit Sackhüpfen, Tanz und Musik wie sie noch vor zwanzig Jahren gehandhabt wurden, gehen heute gar nicht mehr. Einfallslose Sachprämien wie ein Kugelschreiberset, eine Flasche Wein oder der beliebte „Fresskorb“ sind ein absolutes No-Go. Vergütungsexperten wissen: „Was als nette Geste gemeint ist, haut auf Dauer niemanden mehr vom Hocker.“ Eine bundesweit beliebte Incentive-Lösung ist das Sodexo-Gutscheinsystem, dem sich in ganz Deutschland viele Restaurants, Tankstellen und Geschäfte als Akzeptanzstellen angeschlossen haben.

Ein bisschen Spaß muss sein

Unternehmen investieren weniger in Incentive-Programme wie noch vor einigen Jahren. Heutzutage liegen die Geldausgaben in diesem Bereich zwischen 5.000 bis 15.000 Euro. Nur zufriedene Mitarbeiter sind gute und loyale Mitarbeiter mit einer langen Bindung an das Unternehmen. Das spart Personalkosten und verhindert Personalfluktuation. Incentive-Experten raten den Unternehmen, mit ihren Mitarbeitern gemeinsame Unternehmungen wie Sportveranstaltungen oder Kurzurlaube durchzuführen und dort auf den Teamgeist zu setzen. Das bringt Menschen aneinander näher, die im Alltag sonst nur miteinander oder schlimmstenfalls nebeneinander her arbeiten. Besonders die junge Generation ist nicht nur auf Incentives in Form von Geld aus. Junge Bewerber achten auf das Image des Unternehmens, ihnen ist eine hohe Lebensqualität wichtig. Sie wünschen sich Arbeitgeber mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und wollen ihre Freizeitaktivitäten verstärkt mit ihrem Berufsleben verbinden. Da kann es durchaus passieren, dass der überdurchschnittlich gut qualifizierte Bewerber seinen potentiellen Arbeitgeber nach dem Vertrag mit dem nächsten Fitnessstudio fragt. Eine banale Erkenntnis hat sich mittlerweile in der Führungsebene rumgesprochen: Geld alleine macht keinen Mitarbeiter glücklich. Talente sind anspruchsvoll und scheuen sich nicht, dies kundzutun. Die jungen Talente wollen gehegt und gepflegt werden, sie legen Wert auf Lebensqualität. Hilfe bei der Kinder- und Altenbetreuung, Arbeitszeitkonten, private Fortbildungen und Telearbeit stehen als Motivationsanreize hoch im Kurs. 90 Prozent der Bonusprogramme steht der ersten Führungsebene wie Managern und Vorständen zur Verfügung. Spezialisten und Führungskräfte der zweiten Ebene beanspruchen 70 Prozent der Incentive-Programme. Die untere Hierarchieebene kommt am wenigsten in den Genuss von Anreizen, auf sie entfallen lediglich 15 Prozent der guten Gaben.

Fazit

Eine ausgeglichene Balance zwischen Arbeits- und Berufsleben ist wichtig. Die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf bietet Unternehmen breitgefächerte Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter durch Incentives zu belohnen. Ein neuer Wertekanon hat Einzug in die Unternehmen gehalten. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sehen Mitarbeiter und Bewerber gerne bei den Unternehmen. So liegen gemeinnützige Arbeiten und Spenden von Mitarbeitern hoch im Kurs. Die Unternehmen schalten sich an dieser Stelle ein und legen für jeden gespendeten Euro ihrer Mitarbeiter einen zusätzlichen Euro drauf. Für jede Stunde gemeinnütziger Arbeit überweisen sie einen Stundenlohn an eine Hilfsorganisation. Unternehmen geben immer noch zu viel Geld für einfallslose Incentives aus, die nichts Besonderes mehr sind und unterhalb der Wahrnehmungsgrenze liegen. Äußere Anreize wirken oberflächlich und schaden auf lange Sicht dem Unternehmensimage. Statussymbole und Protzerei mit viel Geld, Dienstwagen und anderen Äußerlichkeiten sind negativ belastet und passen nicht mehr in die junge, frische und nachhaltig geprägte Unternehmenskultur. Incentives müssen von innen heraus kommen und die Begünstigten erreichen.

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