Start Allgemein Neugründungen im Finanzbereich – potenziell lukrativ, aber ein Wagnis

Neugründungen im Finanzbereich – potenziell lukrativ, aber ein Wagnis

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FinTech Unternehmen

Zahlreiche, oft wie aus dem Boden sprießende junge Unternehmen, haben sich zum Ziel gesetzt, die Finanzindustrie zu verändern. Oft stecken hinter ehrgeizigen Vorhaben jedoch keine tragfähigen Geschäftsmodelle. Die sogenannte FinTech-Szene, also Start-up-Unternehmen im Finanzsektor, hat viel Potenzial, oft werden Unternehmen jedoch einfach überschätzt.

Mehr als 200 Neugründungen im Finanzsektor gibt es mittlerweile in Deutschland. Die Bundesregierung hat sogar einen eigenen FinTech-Beauftragten. Ob die jungen Unternehmen ihr Potenzial entfalten können, ist jedoch nicht immer mit Sicherheit zu beantworten, das Risiko zu scheitern ist hier so groß wie bei anderen Neugründungen, mitunter sogar höher.

Viel mediale Aufmerksamkeit

Die Start-ups aus dem Finanzsektor bekommen viel mediale Aufmerksamkeit. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Unternehmen als das nächste große „Ding“ gehandelt wird. Oft verhallen solche Meldungen jedoch schnell, viele Unternehmen scheitern schon in der Anfangsphase. So einfach wie gedacht ist es nämlich nicht die Wertschöpfungsketten von Banken und Versicherungen zu sprengen und ein Stück vom Kuchen für sich zu beanspruchen. Insbesondere in Deutschland ist es im Vergleich zu anderen Ländern – etwa der USA, selten der Fall dass ein FinTech-Unternehmen ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln.

Echte Innovationen fehlen oft oder werden von den Verbrauchern nicht genutzt

FinTechs, welche innovative Dienstleistungen im Bereich Kontoführung, Kreditgeschäft, Geldanlagen oder Zahlungsverkehr etablieren wollen, scheitern oft an der echten Innovation. In vielen Fällen werden Geschäftsmodelle kopiert, in der Hoffnung auf einen fahrenden Zug aufspringen zu können. Die eigentliche Idee, dem Kunden in finanziellen Belangen mehr Komfort zu bieten geht zudem oft nach hinten los. Die meisten Verbraucher wollen ihre finanziellen Angelegenheiten noch immer lieber gebündelt, also bei einem einzelnen Anbieter abwickeln. Der Kredit bei Anbieter X, das Konto bei Anbieter Y, ein Depot hier und eines da – den meisten Verbrauchern fehlt hier der Überblick. Erfolg haben FinTechs nur dann, wenn das Geschäftsmodell eine Lücke schließen kann.

Es geht auch anders

Ein positives Beispiel aus der FinTech Szene ist etwa der Kreditgeber Vexcash. Das Unternehmen hat 2012 als erster Anbieter in Deutschland die Kurzzeitkreditvergabe etabliert und hat mit diesem Angebot eine echte Lücke geschlossen. Besonders die Herangehensweise an die Bonitätsbeurteilung bietet Kreditsuchenden schnelle Hilfe und das auch bei mittlerer Bonität. Kurzzeitkredite zur Überbrückung finanzieller Engpässe werden von den meisten Banken nicht angeboten und wenn, dann zu meist überzogenen Kreditbedingungen. Zwar gibt es mittlerweile auch andere Anbieter, die diese Sparte bedienen, die Vexcash AG bietet anders als andere Anbieter jedoch eine Bankpartnerschaft an. Dadurch entstehen mehr Spielräume für die Vertragsgestaltung und zahlreiche Vorteile für den Kreditnehmer.

Blick in die Zukunft

Deutschland ist der größte Finanzplatz in Europa. Die Zukunft des Bankings hängt in erster Linie davon ab, wie die Verbraucher neue Angebote annehmen. Jens Spahn, FinTech-Beauftragter der Bundesregierung sieht in den bislang verfügbaren Angeboten erst den Anfang eines tief greifenden Wandels. FinTechs werden die etablierten Banken zwar nicht vollständig ersetzen können, die Frage ist, ob die Banken sich schnell genug an neue Entwicklungen anpassen können. In jedem Fall sorgen innovative Neugründungen für Bewegung am Markt von dem letztlich alle Beteiligten profitieren können.

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