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Seien Sie sparsam mit der Verwendung von Anglizismen

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Anglizismen

Aufgrund der Globalisierung und des großen Einflusses englischsprachiger Hemisphären wie Großbritannien und die USA verzeichnet auch die deutsche Sprache einen großen Anteil von Anglizismen. Wichtige Handelspartner wie China und Indien sprechen im Geschäftsalltag gleichfalls überwiegend englisch. Englisch ist mittlerweile die wichtigste Wirtschaftssprache der Welt, obwohl ein großer Teil der Weltbevölkerung auch spanisch oder französisch spricht.

Wortschöpfungen

Anglizismen sind Wörter, die Deutschland und andere Länder aus der englischen Sprache entweder unverändert übernehmen oder diese an ihre Sprache anpassen, bis sie irgendwann selbstverständlich werden, weil jeder sie verwendet, manche auch, ohne ihre Bedeutung zu kennen. Werden englischsprachige Wörter in der Wirtschaft benutzt, spricht man von Wirtschaftsanglizismen. Für manche Anglizismen gibt es jedoch keinen deutschen Gegenpart, etwa im Bereich der Informationstechnologie, weil Computer und & Co. ihren Ursprung in den USA haben. Fast alle Soft- und Hardwareprodukte gehen auf Apple oder Microsoft, auf Steve Jobs oder Bill Gates zurück. Es ist zwar möglich, bestimmte englische Ausdrücke in diesem Bereich zu übersetzen, jedoch hören sich diese Übersetzungen seltsam an, weil niemand diese deutschen Ausdrücke verwendet. Jede Sprache hat sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt und „lernt“ nie aus. Sie können sich aufgrund der zunehmenden Globalisierung und dem rasant wachsenden Markt der Informationstechnologie nicht vor fremden Einflüssen verschließen. So entstehen neue Wortschöpfungen, Ausdrücke und Kunstbegriffe auf der Grundlage anderer Sprachen, weil es in der eigenen Sprache keine adäquaten Wörter gibt, oder diese zu lang oder zu umständlich in der Beschreibung sind. Ein gutes Beispiel ist die Bezeichnung „Park and Ride System“, mit dem wir günstig gelegene Parkplätze in der Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln bezeichnen. Eine adäquate Übersetzung in der deutschen Sprache gibt es nicht, niemand verwendet die Beschreibung „parken und umsteigen in öffentliche Verkehrsmittel“. Ein weiterer Anglizismus ist „Jackpot“. Fällt Ihnen ein sinnvoller deutscher Begriff ein? Vielleicht „Höchstgewinn im Lotto“?

Übertreiben Sie es nicht

Die Sprache der Informationstechnologie liefert uns viele Anglizismen, die wir 1:1 übernommen haben. Niemand verwendet für den Begriff „hardware“ die deutsche Übersetzung „harte Umgebung des Computers“. Allenfalls könnte man diesen englischen Begriff mit „Rechner“ umschreiben, da er allgemein alle äußeren Bestandteile eines Computers beschreibt. Niemand bezeichnet die „software“ eines Computers als „weichen Innenbestandteil des Computers“. Insbesondere in der Wirtschaft haben sich Anglizismen und Kunstwörter breit gemacht, die von vielen deutschen Unternehmen exzessiv eingesetzt werden, sodass ihre Geschäftsschreiben und Präsentationen einen übertriebenen Eindruck selbst auf diejenigen machen, die diese Wirtschaftssprache problemlos verstehen. Überprüfen Sie Ihre Geschäftskorrespondenz, Ihre Präsentationen und Geschäftsunterlagen auf eine übertriebene Verwendung von Wirtschaftsanglizismen, die Sie durch sinnvolle deutsche Begriffe ersetzen können. Wichtig ist, diese Anglizismen in Maßen und vor allem korrekt einzusetzen. Bedenken Sie, dass viele Ihrer Kunden der englischen Sprache vielleicht nicht so mächtig sind wie Sie, Ihre Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Unverständliche Satzkonstruktionen

In Geschäftsunterlagen, die sich an Ihre Geschäftspartner richten, können Sie mehr Wirtschaftsanglizismen verwenden als an Ihre Kunden, denn sie kennen die Fachterminologie Ihrer Branche. Wer in der Wirtschaft agiert, kommt häufig mit Wirtschaftsanglizismen in Berührung und lernt ihre Bedeutung ohne zusätzlichen Aufwand quasi nebenbei. Versenden Sie Werbematerial an Ihre Kunden, das gespickt ist mit unverständlichen Anglizismen, verfehlen Sie die von Ihnen beabsichtigte Wirkung. Ihre Kunden fühlen sich von Ihrer Werbebotschaft nicht angesprochen, weil sie diese nicht verstehen. Anstatt Ihre Produkte zu kaufen, geht Ihre Werbebotschaft den direkten Weg in den Papierkorb. Kein Kunde macht sich die Mühe und informiert sich im Internet über die Bedeutung der von Ihnen gewählten Worte. Sie wollen einfache Botschaften, die sie schon beim Lesen verstehen. Denken Sie daran, wie es Ihnen ergeht, wenn Sie sich im Krankenhaus befinden. Die Mediziner werfen mit Fachterminologie nur so um sich. Sie erklären Ihnen zwar Ihre Krankheit, im Endeffekt verstehen Sie jedoch nicht einmal die Hälfte, weil Sie die Bedeutung der medizinischen Fachausdrücke nicht kennen.

Ein Beispiel:

„Unser aktueller Survey zeigt, dass die Clients unserer Target-Gruppe mit unserer Performance zufrieden waren“.

Wenn Sie diese Aussage als Werbebotschaft auf Ihrer Homepage verwenden, versteht nur die Hälfte Ihrer Leser diese Aussage, die andere weiß überhaupt nicht, worum es geht oder nimmt diese für sie sinnentleerte Aussage nicht wahr. Für die Wirtschaftsanglizismen in dieser Satzkonstruktion gibt es sinnvolle deutsche Begriffe.

Warum schreiben Sie nicht einfach

„Unsere aktuelle Umfrage hat ergeben, dass die Kunden unserer Zielgruppe mit unserer Leistung zufrieden waren.“

Fazit

Ihre Texte und Botschaften sollten klare, einfache und übersichtlich strukturierte, aber dennoch prägnante Sätze enthalten, die schon bei ersten Lesen verständlich sind. Denken Sie auch daran, dass sich Ihre Geschäftspartner und Kunden in derselben Situation wie Sie befinden und nicht endlos Zeit haben, sich mit komplizierten, verschachtelten und mit Fremdwörtern gespickten Dokumenten auseinanderzusetzen.

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