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So messen Sie die Leistung Ihrer Angestellten

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So messen Sie die Leistung Ihrer AngestelltenSie möchten gerne jederzeit wissen, was Ihre Angestellten leisten und wie sie es leisten? Laut einer Studie des US-amerikanischen Think Tanks AMR Research wird es in Zukunft einen ganz anderen Stellenwert bekommen, die Leistung von Mitarbeitern festzustellen und zu beurteilen. Bisher umweht dieses Thema eher ein negativer Grundgedanke von totaler Überwachung der Beschäftigten an der Kasse, in den Umkleidekabinen und sogar auf der Toilette. Bei der Leistungsmessung geht es um Wertschöpfung, durch die es möglich ist, gute Leistungen von schlechten zu trennen, die Fleißigen zu belohnen und die weniger Fleißigen zu motivieren. Leistungsmessung bei Mitarbeitern soll so selbstverständlich werden wie bei einer Maschine, deren Produktivität täglich auf den Prüfstand gestellt wird.

Anbieter von Employee-Management-Software drängen verstärkt auf den Markt. Die Grenze zur illegalen Überwachung ist dünn. Nur wer diese Software sinnvoll einsetzt, schafft Vorteile für alle Beteiligten. Ein Vorteil ist sicherlich, dass die sogenannten Faulpelze, die es sich auf Kosten anderer Mitarbeiter bequem machen und die es leider in fast jedem Unternehmen gibt, für ihre Bezahlung endlich eine angemessene Leistung erbringen müssen. Vorgesetzte bekommen mehr Einblick in die täglichen Aufgaben ihrer Mitarbeiter und so können auch stille Zeitgenossen, die stets im Hintergrund wirken und meistens übersehen und unterschätzt werden, beweisen, was in ihnen steckt. Sie können ihre Leistung für ihre Vorgesetzten sichtbar machen und werden bei der nächsten Runde zur Beförderung oder Gehaltserhöhung vielleicht nicht mehr übergangen. Nach entsprechender Auswertung lässt sich der Verteilungsschlüssel einfacherer handhaben, das heißt, die Aufgaben der einzelnen Mitarbeiter können effizient und nach Bedarf verteilt werden.

Wo endet die berechtigte Privatsphäre der Mitarbeiter und fängt das Interesse des Arbeitgebers auf gute Leistung seiner Mitarbeiter an?

Lange bekannt sind bereits E-Mail-Überwachungsprogramme, mit denen das Unternehmen jederzeit die E-Mail-Aktivitäten seiner Mitarbeiter überwachen und sogar private Mails lesen kann. Rechtlich gesehen liegt hier eine Grauzone vor, da Arbeitgeber nicht dazu berechtigt sind, private Nachrichten ihrer Mitarbeiter zu lesen. Hier liegt eine Verletzung der Privatsphäre vor. Andererseits hat der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran, dass seine Mitarbeiter die von ihm zur Verfügung gestellten Geräte effizient in seinem Sinne einsetzen und die Leistung erbringen, für die sie bezahlt werden. Diese Problematik lässt sich lösen durch Betriebsvereinbarungen und Regelungen im Arbeitsvertrag, die festlegen, ob, wann und unter welchen Umständen Mitarbeiter das Internet am Arbeitsplatz privat nutzen dürfen.

Was genau bewirken Employee-Monitoring-Programme?

Schnell denken wir an solche Sprüche wie „Big Brother is watching you“ oder an Romane wie die dunklen Utopien einer total überwachten Welt in George Orwells „Animal Farm“ oder „1984“. Sie sollten vor der Installation alle Rechtsfragen klären und einen Anwalt konsultieren. Eventuell müssen Sie Ihre Mitarbeiter auf die Installierung der „Überwachungssoftware“ aufmerksam machen. Programme wie Employee Monitor überwachen alle Aktivitäten Ihrer Angestellten. Sie zeichnen bei jeder Anwendung alle Tastenanschläge Ihrer Mitarbeiter auf und formulieren lesbare Texte daraus. Auch Tastenkombinationen wie die sogenannten „Short Cuts“ zur Arbeitsvereinfachung werden berücksichtigt. Die Programme zeichnen alle Texte auf, die Ihre Mitarbeiter eingeben, egal, ob sich um Geschäftskorrespondenz, E-Mails oder Passwörter handelt. Kopien der Nutzerbildschirme in Form einer visuellen Überwachung sind gleichfalls möglich. Kopieren Ihre Mitarbeiter Textteile in die Windows-Zwischenablage, entgeht dem „elektronischen Überwachungspersonal“ diese Aktivität gleichfalls nicht. Der „nützliche Assistent“ zeichnet Adressen auf, die in den Browser eingegeben wurden und Sie wissen, welche Seiten Ihr Personal besucht, einschließlich Passwörter.

Handelt es sich bei diesen elektronischen Spionen um eine totale Überwachung Ihrer Angestellten oder schützen Sie nur Ihre berechtigten Interessen?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Auf der einen Seite haben Sie ein berechtigtes Interesse daran, die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter zu messen und gleiche Arbeitsanforderungen für alle zu schaffen. Auf der anderen Seite stehen Ihre Mitarbeiter, die auch an ihrem Arbeitsplatz nicht ausschließlich als Arbeitnehmer, sondern als menschliche Individuen zu betrachten sind. Sie haben ein Recht darauf, respektiert und geachtet zu werden. Sie dürfen nicht alleine aus reiner Profitgier herumgeschubst und ausgebeutet werden. Auch am Arbeitsplatz hat ein Arbeitnehmer ein Recht auf Privatsphäre, eine komplette Überwachung stellt eine unzumutbare psychische Belastung dar. Es gibt jedoch auch die Mitarbeiter, die einfach nicht dazu lernen, ständig privat im Internet surfen und Dateien herunterladen, die eventuell Schadsoftware auf den Computer überspielen und damit das Betriebssystem verlangsamen oder es im schlimmsten Fall zum Absturz bringen. Durch dieses Verhalten verliert die Wirtschaft jedes Jahr mehrere Millionen Euro. An diesem Punkt besteht eine große Ungerechtigkeit gegenüber den Mitarbeitern, die sich korrekt verhalten und die Leistung erbringen, für die sie bezahlt werden.

Fazit

Der Einsatz einer Software, die die Leistungen Ihrer Mitarbeiter überwacht, bringt sicherlich viele Vorteile, aber auch einige Nachteile mit sich. Planen Sie einen solchen Schritt, klären Sie zuvor die rechtlichen Voraussetzungen mit einem Anwalt ab und informieren Sie Ihre Mitarbeiter. Berücksichtigen Sie jedoch die individuellen Umstände der einzelnen Mitarbeiter und beurteilen Sie sie nach den gleichen Voraussetzungen und anhand Ihres jeweiligen Arbeitsplatzumfeldes, da Sie sonst Äpfel mit Birnen vergleichen. Lesen Sie private Mails nicht mit, selbst wenn Ihre Mitarbeiter gegen Ihre Unternehmensphilosophie verstoßen, die eine private Internetnutzung verbietet. Führen Sie lieber das eine oder andere vertrauliche Mitarbeitergespräch, um Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen, oder diese in der Anfangsphase zu beseitigen. Gut geführte Mitarbeitergespräche erhöhen die Motivation. Eine Überwachungssoftware ersetzt keine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre, garantiert keine Leistungssteigerung und ersetzt ganz sicher nicht regelmäßige Mitarbeitergespräche und eine gute Kommunikation. Nicht immer ist Kontrolle besser als Vertrauen.

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