Start Allgemein Vermeiden Sie verbotene Manipulationen von Preissuchmaschinen

Vermeiden Sie verbotene Manipulationen von Preissuchmaschinen

0
TEILEN

Vermeiden Sie verbotene Manipulationen von PreissuchmaschinenDie Tricks der heißen Preise

Es gibt viele unterschiedliche Tricks, mit denen Internethändler die Aufmerksamkeit ihrer Kunden auf sich ziehen. Findet ein Kunde ein vermeintlich günstigen Preis für einen Markenpullover und weidet sich bereits an seiner „Geiz ist geil“-Mentalität, stellt er bei näherem Hinsehen plötzlich fest, dass der Superpreis, den das Vergleichsportal oder die Preissuchmaschine gefunden hat nur für unbeliebte Farben oder nicht gängige Größen gilt. Ein weiterer Trick ist das Herausnehmen von Zubehörgeräten für Geräte wie Digitalkameras oder PCs. Die findigen und windigen Händler entfernen zum Beispiel Zubehörgeräte wie die Ladestation aus dem Gerät und verkaufen diese separat. Plötzlich weisen die Geräte einen scheinbar günstigen Preis auf, denn erst auf den zweiten Blick bemerkt der Kunde, dass er das Ladegerät extra kaufen muss und damit schnell einen Aufpreis bezahlt.

Die goldene Mitte

Der Tick der „goldenen Mitte“ ist genial, aber nur solange, wie man ihn als Kunde nicht durchschaut. Die Händler platzieren ein Produkt zwischen zwei manipulierenden Vergleichsprodukten. Das eine ist erkennbar teurer im Preis, hat aber nur wenig mehr zu bieten. Das zweite Produkt leistet viel weniger, ist dabei aber nur geringfügig günstiger. Das dritte Produkt der goldenen Mitte ist eine Kombination aus beiden Manipulativ-Produkten. Im Preis ist es günstiger, leistet jedoch scheinbar mehr, als das teurere Produkt und ist damit besser als das günstigere Produkt mit weniger Leistung. Händler sind hinsichtlich der Suchanfragen flexibel und können in Sekundenschnelle derartige Angebotstrios erstellen.

Gütesiegel

Irreführende Gütesiegel erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Händlern, denn sie schaffen Vertrauen und für derartig ausgezeichnete Produkte greift der politisch korrekte und umweltbewusste Kunde auch mal gerne etwas tiefer in die Tasche. Gütesiegel wie „Trusted Shop“ sagen zum Beispiel nur etwas über den Datenschutz und die Verlässlichkeit des Versenders insgesamt aus. Eine Aussage über Qualität und Umweltverträglichkeit der gehandelten Produkte ist in dieser Zertifizierung jedoch nicht enthalten. Die meisten Kunden kennen die Unterschiede der vielen tausend Güte- und Qualitätssiegel, die es mittlerweile gibt nicht. Sie informieren sich vor ihrer Kaufaktion nicht, sondern bewerten alleine die Existenz eines Gütesiegels als positiv. Auch mit den Siegeln von Stiftung Warentest machen die Händler gerne Werbung. Mal stehen sie auf der Homepage für den ganzen Shop, mal für einzelne Produkte, ganz so, wie es der Verkäufer gerade für richtig hält.

Eigenlob stinkt nicht

Die Fälschung von Online-Bewertungen ist gleichfalls ein beliebtes Instrument, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, denn was andere gute finden, finden auch wir gut und bewerten diese Aussagen und damit das angepriesene Produkt positiv. Bewertungen von Dienstleistungen und Produkten stellen eine große Hilfe dar und so investieren einige Händler viel Zeit und verfassen anonym oder unter anderem Namen positive Bewertungen für das eigene Unternehmen. Die großen Produkt-, Hotel-, Reise- und Dienstleistungsportale sind wiederholt Ziel dieser „anonymen Angriffe“, die stets viel Eigenlob enthalten. Inzwischen sind die Betreiber dieser Vergleichsportale jedoch auch hinter diese Tricks gekommen und versuchen, die anonymen Bewertungen anhand programmierter Algorithmen auszuschalten, was ihnen jedoch nicht immer gelingt. Auch die Händler kennen diese Algorithmen und vermeiden bestimmte Begriffe und Sätze, die zu viel Eigenlob enthalten. Der Anteil falscher Bewertungen liegt bei ungefähr 25 Prozent.

Die künstliche Verknappung

Ein weiteres Stilmittel ist die künstliche Verknappung. Stets sind von den Angeboten, gleichgültig ob es sich um Waren, Hotels oder Flüge handelt, nur noch wenige Exemplare zu haben. Häufig läuft ein Zähler auf der Homepage mit, der angeblich in Echtzeit zeigt, wie viele Exemplare des Angebotes gerade über den „virtuellen Ladentisch“ gehen. Innerhalb von Sekunden wird das Angebot um viele Exemplare runtergezählt, manchmal werden scheinbar sagenhafte 50 Stück zu gleichen Zeit gekauft und die Kunden am Bildschirm bekommen den Eindruck, es muss sich um ein Schnäppchen handeln, das alle haben wollen und geben ihre Bestellung auf. Eine andere Manipulation der Kundenpsyche ist das scheinbar kurze Zeitfenster, in dem das Produkt angeboten wird. Oft machen die Händler solche Zeitangaben wie „nur noch wenige Stunden“, „ausschließlich heute“, „morgen der letzte Angebotstag“ usw. Fällt man auf diese Aussagen jedoch nicht herein und macht sich den Spaß, die entsprechenden Webseiten ein paar Tage später zu besuchen, fällt auf, dass das längst abgelaufene Angebot immer noch zu haben ist, wieder mit derselben Zeitangabe und demselben Zähler.

Fazit

Onlinehändler profitieren noch immer von der Blauäugigkeit und Bequemlichkeit der Kunden. Sie fallen auf ausgefeilte psychologische Tricks wie scheinbar günstige Preise und künstliche Verknappung herein und sind zu bequem, weitere Preis- und Produktvergleiche durchzuführen, wenn sie merken, dass sie hinters Licht geführt wurden. Mit ein bisschen logischem Verstand erkennen Sie die psychologischen Tricks der Onlinehändler und manipulierter Preissuchmaschinen. Lesen Sie die Nebenbedingungen und das Kleingedruckte, schauen Sie sich die jeweiligen Homepages genau an und schenken Sie auch vermeintlich unwichtigen Details Ihre Aufmerksamkeit.

Laut der regelmäßigen Rechtsprechung sind manipulierte Preisangaben in Suchmaschinen und Vergleichsportalen wettbewerbswidrig. In den Endpreisen müssen immer alle Preisbestandteile einfließen, so zum Beispiel die Versandkosten und alle Zusatzleistungen. Die Preise in den Suchmaschinen müssen immer aktuell sein, Unterschiede zwischen Shops und Suchmaschinen sind wettbewerbswidrig (OLG Stuttgart, Urteil vom 17.08.2008, Az. 2 U 12/07, Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 09.11.2008, I 20 U 71/07). Vermeiden Sie Manipulationen Ihrer Preise in den Preissuchmaschinen, wenn Sie nicht eine Abmahnung und teure Rechtsstreitigkeiten riskieren wollen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT