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Was spricht für ein Firmenkonto? – Tipps für Gründer

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Chaos durch ein Bankkonto
Bei vielen Buchungen kann leicht Chaos entstehen, wenn betriebliche und private Zahlungsvorgänge über ein- und dasselbe Konto laufen.

Viele Gründer starten mit wenig Kapital, investieren ihr gesamtes Privatvermögen in ihre Idee und ihren Traum von der Selbstständigkeit. Sie trennen am Anfang Geschäftliches und Privates kaum. Das gilt auch für das Bankkonto. Geschäftliche und private Ausgaben laufen über ein und dasselbe Konto. Manchmal ist der Grund dafür, die Kontoführungsgebühren zu sparen,  manchen erscheint es einfacher so. Doch das ist sehr kurzfristig gedacht und kann sehr schnell dazu führen, den Überblick zu verlieren. Private Ausgaben lassen sich manchmal nur schwer kalkulieren, wenn beispielsweise die Waschmaschine oder der Fernseher kaputt geht. Auf dem Konto stehen dann jedoch alle Ausgaben gleichberechtigt nebeneinander, die Privaten wie die Geschäftlichen. Das führt sehr schnell zum Chaos, das wertvolle Zeit und Energie raubt.

Drei Gründe sprechen für das Geschäftskonto von Anfang an

  1. Überblick

Mit einem separaten Geschäftskonto ist es viel einfacher, die privaten und betrieblichen Einnahmen und Ausgaben voneinander zu trennen und einen klaren Überblick zu behalten. Auf diese Weise ist es einfacher abzuschätzen, welche Ausgaben sich jeder leisten kann, sowohl im privaten wie im geschäftlichen Bereich. Das ist stark abhängig vom Umfang der geschäftlichen Tätigkeit.

  1. Rücklagen

Ein Unternehmer sollte sich jeden Monat einen festen Betrag als Gehalt überweisen, der die privaten Ausgaben deckt. Damit ist sichergestellt, dass nicht zu viel Geld ausgegeben wird, wenn es ein paar Monate bestens läuft. Auf dem Geschäftskonto bilden sich so automatisch Rücklagen, die der Unternehmer am Jahresende als Gewinn entnehmen kann.

  1. Schnelle Reaktion

Die Trennung der Konten hat zur Folge, dass der Steuerberater und unter Umständen auch das Finanzamt viel schneller Zahlungen zuordnen können. Es ist nicht notwendig, in vielen kleinen privaten Buchungen die Geschäftsausgaben zu suchen. Auf dem Geschäftskonto muss es zu jedem Buchungsvorgang einen Beleg einen geben, denn dort gilt der Grundsatz: „Keine Buchung ohne Beleg.“ Wenn der Steuerberater Fragen hat, lassen sich diese sehr leicht beantworten und die Buchungen lassen sich den entsprechenden Rechnung oder Geschäftsvorfällen viel leichter zuordnen. Das spart viel Zeit und manchmal auch viel Ärger.

Was ist bei der Auswahl des richtigen Geschäftskontos zu beachten?

Die Wahl des richtigen Geschäftskontos trägt mit zum unternehmerischen Erfolg bei. So gibt es zum Beispiel Geschäftskonten, die sich nur an bestimmte Unternehmensformen richten, etwa an Freiberufler und Einzelunternehmer. sollte zudem darauf achten, ein Konto zu wählen, bei dem es keine Grundgebühr gibt. Auch die Kosten pro Buchung sind eine wichtige Position auf der Abrechnung. Bei beleglosen Buchungen, wie bei einer Onlineüberweisung zum Beispiel, entstehen der Bank geringere Kosten als bei der beleghaften Buchung am Schalter der Bank. Wer jeden Monat viele Buchungen zu verzeichnen hat, für den ist ein Geschäftskonto sinnvoll, bei dem die einzelnen Buchungen sehr günstig oder sogar kostenlos sind. Es sind also einige Faktoren bei der Wahl zu berücksichtigen. Der Vergleich für ein kostenloses Geschäftskonto ist dabei eine gute Hilfe, um genau das Konto zu finden, was zur eigenen Unternehmensform passt und kostenlose oder günstige Buchungen ermöglicht.

Tipp: Wenn für ein Konto hohe Kosten anfallen, kann das an der Anzahl der beleghaften Buchungen liegen. Denn die Bank hat durch die Buchungen Personalaufwand, der bei Onlinebuchungen nicht anfällt. Um die Kosten niedrig zu halten, ist es sinnvoll, die Anzahl der beleghaften Buchungen realistisch zu schätzen. So lässt sich ein passendes Kontomodell auswählen, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Auch die Erreichbarkeit ist wichtig. Wie einfach ist es Bargeld zu bekommen? Sind genügend Geldautomaten in der Nähe? Wie wünscht sich der Kunde die Erreichbarkeit seiner Bank? Ist Beratung vor Ort wichtig oder reichen E-Mail, Telefon und Chat als Kontaktmöglichkeiten aus?

Welche Services bietet die Bank über die Kontoführung hinaus noch an? Besteht die Möglichkeit, Förderdarlehen oder Kontokorrentkredite in Anspruch zu nehmen und unter welchen Voraussetzungen ist dies möglich? Welche Unterlagen müssen neue Kunden vorlegen, um ein Geschäftskonto zu eröffnen? Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, ob der bereits eingerichtete Kontokorrentkredit auf dem Privatkonto durch die Selbstständigkeit beeinträchtigt wird oder sogar ganz entfällt.

Das Geschäftskonto online eröffnen

Es ist heute sehr einfach geworden, online ein Konto zu eröffnen. Viele der Schritte bis zur Kontoeröffnung lassen sich einfach am PC oder mit dem Smartphone durchführen. Dazu gehört auch zwingend eine Identifikation, damit die Bank sicher sein kann, dass die Person, die das Konto eröffnen möchte, auch wirklich existiert. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Online-Identifikationsprogramm

Bei den meisten Banken ist es mittlerweile möglich, ein Online-Identifikationsprogramm zu benutzen, um die Identifikation abzuschließen. Dieses sogenannte Video-Ident-Verfahren funktioniert nur mit einer Videokamera. Auf der anderen Seite des Bildschirms sitzt ein echter Mitarbeiter, der ein Foto vom Antragsteller und seinem Ausweis macht. Das Verfahren dauert meist nur wenige Minuten und ist sehr komfortabel.

  • Video Ident Verfahren
    Für das Video-Ident-Verfahren brauchen die Kunden nur eine Videokamera und einen gültigen Ausweis, um sich bei der Kontoeröffnung zu identifizieren.

    Post-Ident-Verfahren

Die zweite Möglichkeit ist das Post-Ident-Verfahren. Dazu erhält der Antragsteller einen Abschnitt zum Ausdrucken, mit dem er zur Post gehen muss. Dort muss sich der Antragsteller ausweisen und vor dem Postbediensteten diesen Abschnitt unterschreiben und den Ausweis vorlegen. Bei diesem Verfahren ist es nicht notwendig, ein Foto vom Ausweis via Internet zu verschicken.

Ein Firmenkonto ist nicht immer notwendig

Häufig sind Angestellte nebenberuflich selbstständig tätig. Nach der Gründung der Einzelunternehmung informieren viele ihre Bank über die Veränderung und bekommen auch prompt ein Angebot für ein Geschäftskonto. Doch ein Geschäftskonto zu eröffnen, ist in manchen Fällen nicht notwendig. Statt einem kostenpflichtigen Geschäftskonto können Jungunternehmer auch einfach ein zweites Privatkonto eröffnen, wovon die Bank meistens abrät. Aber im Grunde spricht nichts gegen diese Vorgehensweise. Im Gegenteil, meist kommen nebenberuflich Selbstständige sehr gut klar mit einem kostengünstigen Privatkonto. Für bestimmte Rechtsformen funktioniert diese Version jedoch nicht. Für eine GmbH oder eine KG ist die Eröffnung eines Firmenkontos gesetzlich vorgeschrieben.

 

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