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Welche Finanzierung passt zu meinem Startup?

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Finanzierung von Startups
Es gibt viele Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen. doch wie können Jungunternehmer die richtigen Lösung für ihr Business finden?

Wer sich für die Selbständigkeit und damit gewissermaßen auch für das Unternehmertum entscheidet, macht einen großen Schritt in Richtung Freiheit. Doch mit einer ersten Idee ist es nicht getan, denn für die Umsetzung einer guten Geschäftsidee bedarf es Planung und auch Kapital. Doch woher sollen Jungunternehmer das benötigte Geld nehmen? Welche der bekannten Möglichkeiten passt wirklich zu einem bestimmten Startup? In diesem Artikel sollen die wichtigsten Fragen zur Bestimmung der optimalen Finanzierung für das eigene Unternehmen aufgezeigt werden.

Steht Eigenkapital zur Verfügung?

Wer über eine gewisse Summe Eigenkapital verfügt, kann diese im Sinne des Bootstrapping für seine Unternehmung nutzen und so den Start wagen. Da das Budget hier oftmals sehr knapp ausfällt, heißt es fast immer: in langsamen Schritten wachsen und durch intensives Arbeiten schnell die nötigen Zahlungsströme herstellen, die für weiteres Wachstum nötig sind. Dies bedarf jedoch der Erfüllung einiger Voraussetzungen:

  • Passende Produkte oder Dienstleistungen mit entsprechender Marge
  • Schneller Einstieg, um erste Hürden zu erklimmen
  • Kein zu kapitalintensives Geschäft

Ist der Finanzbedarf hingegen größer als die Eigenmittel, kann dieses auch dazu genutzt werden, um die eigene Bonität bei einer Kreditanfrage zu verbessern.

Wie sieht die eigene Bonität aus?

Die eigene Bonität ist entscheiden dafür, eine Finanzierung bei der Bank zu erhalten. Diese besteht bei Firmenkrediten hauptsächlich aus 2 Komponenten:

  1. Wie tragfähig ist das Geschäftsmodell?

Ein Kredit muss zurückgezahlt werden. Aus diesem Grund ist es für Banken wichtig, wie sich die Einkünfte des Kreditnehmers entwickeln, um dessen Bonität zu bewerten. Bei Privatpersonen wird hierbei das private einkommen berücksichtigt. Unternehmer verdienen zu Beginn jedoch oftmals wenig bis gar nichts. Aus diesem Grund muss als Basis das Geschäftsmodell herhalten. Dieses wird mit einem akkuraten Businessplan entsprechend erläutert. Erweist sich die Idee als belastbar, ist eine Finanzierung durchaus möglich.

  1. Wie sieht das bisherige Zahlungsverhalten des Kreditnehmers aus?

Da ein Gründer zu Beginn im Normalfall auch selbst finanziell haftet, spielt dessen Bonitätsauskunft ebenfalls eine wichtige Rolle. Negative SCHUFA-Einträge können hier für eine Ablehnung des Finanzierungsantrags sorgen. Aus diesem Grund ist für den Kreditnehmer wichtig, seine SCHUFA-Auskunft vorher zu prüfen.

Tipp: Sollten sich irrtümlich negative SCHUFA-Einträge in der eigenen Abfrage befinden oder die Vermerke sehr alt sein, ist es sehr wichtig, sich um die Löschung zu kümmern. Mit dieser Anleitung stellt das allerdings kein größeres Problem dar.

Wer über eine gute Bonität verfügt und ein tragfähiges Geschäftsmodell vorlegen kann, hat die Möglichkeit, einen entsprechenden Firmenkredit zu erhalten. Sehr beliebt sind hierbei auch geförderte Gründungsfinanzierungen der KfW, die einen Großteil des Haftungsrisikos übernimmt.

Ist das Geschäftsmodell innovativ?

Wer es als Gründer schafft, eine sehr innovative Idee mit tragfähigem Geschäftsmodell zu entwickeln, kann sich auch durch die Hilfe von Investoren finanzieren. Diese investieren jedoch keine Zeit in herkömmliche Geschäfte, die es schon zu Hauf auf dem Markt gibt. Wer also eine vorhandene Geschäftsidee aufgreift, muss trotzdem ein Alleinstellungsmerkmal vorweisen, um Investoren davon überzeugen zu können. Ist dies jedoch geschehen, haben Gründer die Auswahl zwischen verschiedenen Arten von Investoren:

  • Business Angel: Dieser Investor investiert eher kleinere Beträge bis 100.000 Euro. Das größte Investment ist allerdings sein Engagement und seine Unterstützung in der Anfangsphase. Zudem bringt er häufig ein Kontaktenetzwerk mit sich, welches den Einstieg in die Geschäftswelt erleichtert.
  • Venture Capitalist: Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die sich auf Investitionen in andere Unternehmen spezialisiert haben. Hier lassen sich auch deutlich größere Investitionssumme akquirieren, jedoch hat der Venture Capitalist schon zu Beginn wieder den Exit-Termin vor Augen. Oft fordern die Gesellschaften zudem Mitbestimmungsrechte, um ihre Investments zu schützen.
  • Crowdinvesting: Das Crowdinvesting ermöglicht es vielen kleinen Anlegern, sich an einem Startup zu beteiligen. Die Projekte werden dabei auf einer entsprechenden Plattform vorgestellt. Hierbei kommt es jedoch darauf an, wirklich überzeugend aufzutreten. Nur wenn sich genug Investoren finden, kann eine Finanzierung dieser Art nämlich auch wirklich erfolgreich sein. Dieses Konzept wird übrigens immer beliebter bei Investoren und Unternehmen.

Darüber hinaus existieren noch viele weitere Arten von Investoren, die jedoch gerade für Unternehmer mit eigener Idee oft nicht infrage kommen. So existieren sogenannte Inkubatoren, die bereits Konzepte erstellen und daraufhin die passenden Unternehmer für die Durchführung suchen.

Wie überzeugend ist der Gründer selbst?

Ob nun die Bank oder andere Investoren – als Gründer ist es entscheidend, andere von der eigenen Idee auch überzeugen zu können. Hier liegt es keinesfalls nur an der Stichhaltigkeit der Geschäftsidee, sondern auch am Überzeugungstalent des Gründers. Wichtige Aspekte sind hierbei:

  • Sich in den anderen hineinversetzen können
  • Den Vorteil des Investors hervorheben
  • Selbstsicher auftreten
  • Integrität ausstrahlen

Wer diese Aspekte beachtet und zudem weiter trainiert, kann am Ende auch leichter die passende Finanzierung für das eigene Startup bekommen. Dieser Punkt wird jedoch häufig vernachlässigt und wirkt deshalb nachteilig auf viele Gründer mit Finanzierungsbedarf.

Verwandte und Freunde vom eigenen Geschäft überzeugen

Überzeugungskraft kann jedoch nicht nur bei einer Bank oder einem Investor hilfreich sein. Auch Verwandte oder Freunde sind mitunter geeignete Finanzierungspartner. Hier sollte man zwar stets darauf achten, die vertraute Beziehung nicht zu sehr zu strapazieren. Insgesamt betrachtet ist es jedoch durchaus legitim, auch hier nach Möglichkeiten für die eigene Unternehmensfinanzierung zu suchen.

Laptop und Taschenrechner
Eigenkapital, Kredite oder Investoren – welche Finanzierungsform passt am besten?

Mit der richtigen Finanzierung als Gründer durchstarten

Wer sich die obigen Fragen beantwortet und die Antworten zudem analysiert, kann für sich festlegen, welche Art von Finanzierung am Ende geeignet ist. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, die Umstände zu verändern, um die Chancen auf eine Finanzierung zu erhöhen. Ob es sich dabei um das Löschen irrtümlicher SCHUFA-Einträge, eine Verbesserung der eigenen Überzeugungskraft oder um eine Optimierung des Geschäftsmodells geht – die Möglichkeiten sind hier durchaus umfangreich. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich am Ende die eigene Finanzierungssituation deutlich verbessern, um unternehmerisch durchstarten zu können.

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