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Welche Investments sind wirklich nachhaltige Investments?

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nachhaltige Investments

Die Einsicht, dass sich auch mit privaten Anlagegeldern ökologische und nachhaltige Projekte fördern und forcieren lassen, wächst beständig. Um knapp 30 Prozent auf 219 Milliarden Euro legten nachhaltige Investments nach Analysen des Forums für nachhaltige Geldanlagen (FNG) im letzten Jahr in Deutschland zu. Doch welche Investments sind wirklich nachhaltig? Woran lassen sie sich erkennen? Nicht immer entspricht der Schein auch dem Sein. Es empfiehlt sich, grundsätzlich genau hinzuschauen, um sicher sein zu können, dass ein verantwortungsvoll gemeintes Investment auch seinen Zweck erfüllt.

Was sind eigentlich „nachhaltige Investments“?

Vorab: Eine anerkannte und allgemein verbindliche Definition des Begriffs „nachhaltige Investments“ gibt es nicht. Analog der inzwischen leicht inflationären Verwendung des Wortes „Nachhaltigkeit“ sind die Spielräume für Inhalte relativ groß. Aber: Einigkeit herrscht darüber, dass nachhaltige Investments sich anhand der drei sogenannten ESG-Kriterien beurteilen lassen müssen. Sie stehen für die Komponenten Umwelt (Environment), Soziales ( Social) und die Kultur der Unternehmensführung (Governance). Die Anbieter nachhaltiger Geldanlagen können in der Gewichtung jeder für sich selbst festlegen, was sie unter Nachhaltigkeit verstehen. Die Entwicklung verbindlicher Kriterien und Mindestanforderungen für nachhaltige Investments steht bei der EU-Kommission auf der aktuellen To-do-Liste.

Welche Formen nachhaltiger Geldanlagen gibt es?

Einen großen Raum bei nachhaltigen Investments nehmen Aktienfonds ein, die sich bevorzugt auf Umwelttechnologien konzentrieren, beispielsweise Solar- und Windenergie. Nachhaltige ETFs (Exchange Traded Funds) bieten sich für Anleger ebenfalls an – wenn sie beispielsweise den MSCI World Socially Responsible Index abbilden. Oder sich am Global Challenges Index orientieren, der eine Auswahl von 50 Aktientiteln enthält, deren Unternehmen in ihren Geschäftsprozessen in besonderem Maße ökologische, soziale und ethische Kriterien beachten. Mit klassischen Sparanlagen bei nachhaltigen (und/oder kirchlichen) Banken können überdies ökologisch und sozial erstrebenswerte Projekte unterstützt werden. Welche das sind und warum sie gefördert werden, entscheidet allerdings auch hier die jeweilige Bank.

Wie sehen nachhaltige Anlagestrategien aus?

Grundsätzlich gibt es drei Verfahren, mit denen die Nachhaltigkeit einer Anlage ermittelt wird. Zum einen anhand von Negativ- oder Ausschlusskriterien. Das meint: Investitionen in bestimmte Sektoren oder Unternehmen werden kategorisch abgelehnt, beispielsweise in Kernenergie, Kohle, Waffen oder Insektenvernichtungsmittel. Dem gegenüber steht die Favorisierung von Positivkriterien: Dabei werden Branchen/Unternehmen ausgewählt, die sich nachhaltigen Inhalten widmen, zum Beispiel erneuerbaren Energien. Schließlich greift der sogenannte Best-in-Class-Ansatz: Über die Unternehmen einer Branche wird ein Raster gelegt, durch das nur die unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten besten fallen. Dieses Prinzip kann allerdings dazu führen, dass auch Unternehmen einer per se nicht-nachhaltigen Branche im Besten-Topf landen – weil sie beispielsweise weniger Co2 ausstoßen als ihre Mitwettbewerber.

Gibt es nachhaltige Investments mit messbarem, positiven Einfluss?

In die Kategorie des sogenannten Impact Investing gehören nachhaltige Investments in Unternehmen oder Projekte, die nicht nur Rendite erzielen wollen, sondern einen messbaren ökologischen und/oder sozialen Mehrwert mit sich bringen. Die Betonung liegt dabei auf der nachweisbaren Wirkung. Viele Finanzplattformen bieten Investments mit diesem Hintergrund an, ein gutes Beispiel bietet hier die Finanzplattform Skapa, mit einer Immobilien-Anleihe für einen Gebäudekomplex mit einem innovativen Energie- und Klimaschutzkonzept. Investoren können somit dieses Projekt direkt unterstützen und das Ergebnis ihres Engagements nach der Fertigstellung in Augenschein nehmen.

Wie können Anleger nachhaltige Investments überprüfen?

Das Wachsen des Marktes für nachhaltige Investments bedingt seine zunehmende Unübersichtlichkeit – und auch das Auftauchen schwarzer Schafe im grünen Mantel. Neben einer sehr ausführlichen Information über den Anbieter des Investments und natürlich das spezielle Produkt können Qualitäts-Siegel helfen, die Seriosität einzuschätzen – auch wenn sie von privaten Organisationen vergeben werden. Dem FNG-Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlagen darf ebenso Verlässlichkeit attestiert werden wie dem Ecoreporter-Siegel, das zu einzelnen Anlagen zudem detaillierte Analysen bereithält.

Rendite und Risiko bei nachhaltigen Anlagen

Nachhaltige Investments unterscheiden sich in ihrem Finanz-grundsätzlichen Verhalten nicht von ihren konventionellen Geschwistern. Je höher die Rendite, desto höher auch das Risiko. Unabhängige Analysen bescheinigen den nachhaltigen Anlagen eine identische Ertragskraft. Generell gilt: Sie verhalten sich als Finanzinstrument nicht besser, aber auch nicht schlechter als „normale“ Investments. Aktuell liefert der Global Challenges Index (GCX) sogar eine bessere Performance als DAX und MSCI World.

Können nachhaltige Investments die Welt verbessern?

Der Verzicht auf die eine Flugreise, die eine Plastiktüte und den einen Spießbraten rettet das Klima und den Planeten nicht. In der Summe liegt die Wirkung. Mit nachhaltigen Investments verhält es sich ähnlich. Zusammen genommen können sie einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, den weiteren Raubbau an Ressourcen zu stoppen und der Zerstörung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen Einhalt zu gebieten. Durch die Förderung erneuerbarer Energien, durch die Ächtung ethisch-verwerflicher Produktionsweisen und durch die Unterstützung innovativer Projekte, die zeigen, dass es auch anders geht.

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