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Nischenprodukt

NischenproduktEin Nischenprodukt zu verkaufen beziehungsweise eine Nischen-Zielgruppe zu bedienen eignet sich als Firmenstrategie vor allem für kleinere Unternehmen. Denn diese Strategie basiert darauf, sehr überschaubare Teilmärkte mit bestimmten Waren oder Dienstleistungen zu versorgen – Teilmärkte, die zu klein sind, als dass sie sich für Großunternehmen zur Erschließung lohnen würden. Ein Nischenprodukt hat allerdings üblicherweise den Vorteil, sehr rentabel zu sein, was das Nischenprodukt tatsächlich zu einer spannenden Ausrichtung für Unternehmensneugründungen oder kleine Firmen macht.

Das passende Nischenprodukt entdecken

Bevor ein Unternehmen Erfolg durch den Absatz eines Nischenproduktes haben kann, muss es den dafür notwendigen Bedarf jedoch erst einmal feststellen – also die berühmte Marktlücke für ein Nischenprodukt finden. Oftmals entstehen Startups genau aus dem Grund, weil ein findiger Unternehmer einen Bedarf feststellt, der noch nicht bedient wird. Um diese Feststellung herum werden dann ein passendes Nischenprodukt und eine Vermarktungsstrategie entwickelt. Damit ist auch der wichtigste Faktor für ein erfolgreiches Nischenprodukt benannt: die Nähe zum Zielmarkt und das Verständnis für die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse.

Um festzustellen, ob sich eine Nische tatsächlich zur Entwicklung eines eigens dafür gedachten Produktes lohnt, ist jedoch auch etwas strategische Marktforschung notwendig. Denn es muss herausgefunden werden, welches Ertragsvolumen potenziell in der Nische steckt – und welches Wachstumspotenzial sie bietet, um auch langfristig Absatz zu finden.

Marktnischen und der Bedarf an einem Nischenprodukt können allerdings auch in Bedürfnissen zu finden sein, die zwar verbreitet sind, aber noch nicht mit Produkten bedient werden. Derartige Nischen bergen jedoch die Gefahr, am Ende doch einen großen Absatzmarkt zu haben - und damit spannend für Großanbieter zu sein.

Ein Nischenprodukt kann jedoch auch etwas sein, was in der Herstellung einen sehr großen Aufwand verursacht, eventuell sogar nur in Form von Einzelstücken angefertigt werden kann – und deshalb einen hohen Endpreis hat, für den sich nur wenige Käufer finden.

Ein Beispiel aus dem Bereich Möbelbau: Der Massenmarkt wird hier von IKEA und Co. bedient, wer sich jedoch als Möbelbauer mit extrem spezialisierter Ausrichtung etablieren kann, hat durchaus Potenzial zur Entwicklung eines eigenen Nischenmarktes. Spezialisierungen beziehungsweise ein Nischenprodukt in diesem Falle können beispielsweise die Herstellung eigener Designermöbel nach einem noch nicht auf dem Markt befindlichen Stil sein – oder auch die aufwendige Produktion detailgetreuer Repliken von Möbeln aus früheren Jahrhunderten.

Ein Nischenprodukt etablieren

Ist eine Marktlücke einmal gefunden und das dafür passende Produkt entwickelt, so muss die potenzielle Käuferschaft darüber natürlich erst einmal informiert werden. Gerade Nischenanbietern kommen dabei die Möglichkeiten sehr entgegen, die das Internet heute bietet. Denn auf dem Online-Weg wird es nicht nur möglich, das eigene Nischenprodukt auf sehr kostengünstige Weise darzustellen und zum Verkauf anzubieten. Auch die Kommunikation mit Kunden beziehungsweise potenziellen Kunden ist sehr gezielt möglich. So lassen sich beispielsweise auf sozialen Netzwerken, in denen viele Menschen ihre Bedürfnisse und Interessen angeben, gezielt Anzeigen zum Nischenprodukt zu überschaubaren Preisen schalten. Auch eigene Präsenzen im Web mittels Facebook-Seite, Youtube-Kanal oder eigenem Blog über ein Nischenprodukt sind kostengünstig möglich.

Verkaufswege als Nischenprodukt

Wer zwar kein eigenes Produkt vertreibt, aber einen neuen Verkaufsweg gefunden hat, wie bestimmte Produkte an den Mann zu bringen sind, kann ebenfalls vom Nischenfaktor profitieren: Dann wird der Vertriebsweg zum Nischenprodukt. Das betrifft nicht nur Absatzwege über das Internet, sondern durchaus auch echte „old school“-Verkaufskanäle. Gerade im Sektor hochpreisiger Produkte ist es beispielsweise oft die persönliche Beratung und Betreuung, die die Kunden sich wünschen. Immer weniger große Hersteller bieten dies ihren Endkunden jedoch an – und darin liegt durchaus Potenzial für Nischenanbieter, die genau diese Betreuung zu ihrem Nischenprodukt machen. Nichts anderes machen zum Beispiel Galerien, die die Werke anderer Menschen durch individuell zugeschnittene Verkaufsstrategien an den Mann bringen. Aber auch ungewöhnliche Ideen, wie der Verkauf hochwertiger Home-Entertainment-Anlagen durch die Möglichkeit des „Probehörens“ in einem eigens eingerichteten Verkaufs-Wohnzimmer, taugen als Nischenprodukt für Einzelkämpfer und kleine Unternehmen. Bei alldem ist es vor allem der Faktor Exklusivität, der eine wichtige Rolle spielt – und den viele Kunden inzwischen bereit sind zu bezahlen, um ein individuell zugeschnittenes Verkaufserlebnis zu bekommen.

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