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Brutto

BruttoDas Wort Brutto drückt sowohl bei der Ware als auch bei der Dienstleistung immer ein Ganzes, also die Gesamtheit inklusive allem, aus. Das Gegenteil hiervon ist Netto als das bereinigte und gekürzte Ergebnis. Umgangssprachlich heißt es „das Netto vom Brutto“; es ist das, was nach dem Abzugs- beziehungsweise Bereinigungsprozess im Ergebnis vom Brutto übrigbleibt. Brutto und Netto sind im privaten sowie beruflichen Alltag gängige Formulierungen. Beide stammen aus dem italienischen Sprachgebrauch. Brutto steht für roh oder gesamt, Netto für bereinigt. Am häufigsten werden die Begriffe im Kaufmännischen sowie im vertraglichen Arbeitsrecht angewendet.

Mehr Netto vom Brutto

Diese Formulierung hat sich im Laufe der Jahre zu einem geflügelten Slogan von Politikern entwickelt. Grundlage dafür ist die hohe Differenz bei Löhnen und Gehältern der Arbeitnehmer zwischen einem Brutto- und dem im Endeffekt verbleibenden Nettoverdienst. Als Brutto wird der vertraglich vereinbarte Verdienst bezeichnet. Er ist die Ausgangssumme für die Abzüge. Nach den Abzügen ergibt sich somit das Netto reduziert. Diese Differenz besteht im Wesentlichen aus der Lohn- und der Kirchensteuer, aus dem Solidaritätsbeitrag, sowie aus den Sozialversicherungsabgaben. Zu denen gehören Kranken-, Pflege- Renten- sowie Arbeitslosenversicherung. Um diese Beträge reduziert sich das Brutto auf das letztendliche Netto. Der unselbstständige Arbeiter, Angestellte oder Beamte verdient das Brutto und erhält das Netto auf sein Girokonto überwiesen. Die Differenz wird vom Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherrn einbehalten und an den jeweiligen Zahlungsempfänger wie Finanzamt, Rentenversicherungsträger oder Krankenkasse überwiesen. Für den Mitarbeiter ist der Nettolohn ebenso wichtig wie das Brutto. Mit steigendem Brutto erhöhen sich zwar auch die Abgaben; trotzdem bleibt in aller Regel unterm Strich mehr Netto vom Brutto übrig. Wenn Politiker mehr Netto vom Brutto formulieren, dann meinen sie allerdings, dass bei einem gleichbleibenden Brutto die Abgaben geringer werden, so dass die letzte Zahl auf der Entgeltabrechnung ein höheres Netto ausweist.

Brutto und Netto bei der Preisbildung

Ebenso gängig ist das Wort Brutto bei der Berechnung von Waren und Dienstleistungen. Hier ist die Differenz zwischen Brutto und Netto die jeweilige Steuer; beispielsweise die Mehrwertsteuer oder die Versicherungssteuer. Brutto gilt im Handel immer für den Endverbraucher. Das ist in den meisten Fällen der Bürger. Die von ihm gekaufte Ware im Einzelhandel oder im Onlineshop wird mit dem Bruttopreis berechnet. Das ist die letzte Zahl auf der Rechnung. Der Kaufmann oder Verkäufer muss von diesem erhaltenen Bruttobetrag die Differenz zu seinem Netto an das Finanzamt abführen. Es ist die Mehrwertsteuer, die je nach Ware oder Dienstleistung sieben beziehungsweise neunzehn Prozent beträgt. Kaufleute, Unternehmer, Gewerbetreibende sowie Firmen rechnen immer mit Netto, wenn sie ihren eigenen Umsatz und Gewinn ermitteln. Die Differenz zum Brutto, also die jeweilige Steuer, muss von ihnen an das Finanzamt abgeführt werden. Der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist insofern ein durchlaufender Posten, der einerseits vereinnahmt und andererseits abgeführt wird. Sobald eine Ware mit ihrem Nettopreis teurer wird, erhöht sich das Brutto aus zweifacher Sicht. Zum einen um die Nettopreissteigerung, zum anderen um die dadurch erhöhte Mehrwert- oder Versicherungssteuer, die sich prozentual aus dem Nettopreis errechnet. Diese Feinheiten und Details werden beim Alltagseinkauf nicht deutlich. Der Endverbraucher erhält eine gesammelte Rechnung mit allen Einzelpositionen über das Brutto. Für ihn ist das ausgewiesene Netto rein informativ, für den Händler hingegen die entscheidende Zahl für den Umsatz.

Differenz zwischen Brutto und Netto ist Tara

Bei der Gewichtsermittlung wird ebenfalls zwischen Brutto und Netto unterschieden. Hier kann das Bruttogewicht als Rohgewicht bezeichnet werden, zum Beispiel inklusive der Verpackung oder der Umhüllung. Das Netto ist vielfach die sogenannte Einwaage, also das tatsächliche Gewicht der Ware oder des Produktes selbst. Auf industriell verpackten Lebensmitteln ist das Gewicht sowohl in Brutto als auch in Netto ausgewiesen. Bei näherem Hinsehen ist der Kunde auch hier oftmals erstaunt darüber, was letztendlich Netto vom Brutto übrigbleibt.