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Corporate Identity - Das sollten Sie wissen

Corporate Identity - Das sollten Sie wissenCorporate Identity gehört zu den vielen Wirtschaftsanglizismen, die wir aus der englischen Sprache übernommen haben. Dieser Begriff beinhaltet ein einheitliches Konzept zur Unternehmensführung und Unternehmensplanung sowie die Kommunikationsstrategie, die eine Firma nach außen hin vertritt. Wie die Wortzusammensetzung bereits suggeriert, handelt es sich dabei um die Unternehmensidentität, also um die unverwechselbare Persönlichkeit, und einen ganzheitlichen Managementprozess. Um am Markt gegen die Konkurrenz bestehen zu können, muss sich jedes Unternehmen eine unverwechselbare Persönlichkeit in Form eines Alleinstellungsmerkmals zulegen. In seinem Auftreten nach außen hin ist ein hoher Wiedererkennungswert unverzichtbar, das Unternehmen muss bereits anhand von Kleinigkeiten für Kunden und potentielle Zielgruppen umgehend wahrnehmbar sein. Alle großen Unternehmen, aber auch kleinere, haben schon lange die Notwendigkeit von Corporate Identity erkannt und eigene diesbezügliche Regeln geschaffen. Unternehmen, die es sich leisten können, richten sogar eigene Abteilungen ein, die sich ausschließlich mit der Entwicklung des Images und dem Unternehmensprofil beschäftigen. Richtig eingesetzt, macht Corporate Identity die Unternehmen effizienter, produktiver, bekannter, konkurrenzfähiger und damit erfolgreicher.

Warum ist Corporate Identity so wichtig? Reicht eine gute Marketingstrategie nicht aus?

Nein, denn immer mehr Unternehmen stoßen auf den Markt und bieten ihre Produkte und Dienstleistungen an. Es herrscht ein Überangebot, bei dem die Kunden schnell den Überblick verlieren. Die Produkte sind austauschbar geworden. Ob ein Kunde das Shampoo von Marke X oder Marke Y kauft, ist gleichgültig. Stehen die Kunden im Supermarkt vor den Regalen, finden sie jedes Produkt in mindestens zehn verschiedenen Marken vertreten und alle werben damit, dass ihr Produkt das Beste ist. Angesichts dieser Übersättigung ist es für Unternehmen nicht leicht, ein Alleinstellungsmerkmal zu erreichen und sich damit gegenüber den Kunden nachhaltig von der Konkurrenz abzuheben. Hinzu kommt, dass sich das wirtschaftliche Umfeld drastisch geändert hat. Die Wirtschafts- und Finanzkrise lässt uns den Gürtel immer enger schnallen, ein Preiskampf ist ausgebrochen, die Unternehmen unterbieten sich teilweise gegenseitig mit Billigpreisen. Angesichts dieses Konkurrenzdruckes ist es schwierig, gute Produkte preiswert herzustellen und dabei noch auf die Qualität zu achten. Ferner sind die Kunden durch das Überangebot schnell gelangweilt und verlangen stets nach etwas neuem. Auch der persönliche Kundengeschmack ist vom schnellen Wandel unserer Zeit geprägt. Die Konsumenten sind wankelmütig geworden, waren sie früher über längere Zeit mit einer Trendrichtung zufrieden, wird der Markt heutzutage in allen Branchen und Bereichen mehrmals jährlich überflutet. Wer angesichts dieses schnellen Karussells erfolgreich am Markt bestehen will, muss sich mit seiner Unternehmensidentität über die einfachen Marketingstrategien hinaus beschäftigen.

Corporate Identity profitiert von drei Säulen:

Corporate Design, auch Corporate Culture

Wie das Wort „Design“ bereits aussagt, beschäftigt sich diese Säule mit dem visuellen Erscheinungsbild des Unternehmens. In diesen Bereich gehört alles, was von der Außenwelt im Zusammenhang mit einem Unternehmen visuell wahrgenommen wird: Briefpapier, Logos, Visitenkarten, Marken, Homepage, Broschüren, Prospekte, Flyer, Farben, Einrichtung, Produktgestaltung und Architektur.

Corporate Communication

Diese Säule behandelt das einheitliche Kommunikationskonzept des Unternehmens sowohl nach innen als auch nach außen. Die Kommunikation basiert auf einer einheitlichen Strategie, damit alle Abteilungen und alle Mitarbeiter nach außen und innen einheitliche Botschaften an die zahlreichen Adressaten vermitteln. Die allgemeine Geschäftskorrespondenz, Angebote, Auftragsbestätigungen, Memos, E-Mails, Statistiken, Protokolle, Anweisungen, Standardtexte, Pressemitteilungen, Gespräche, kurz gesagt, alles, was in Wort und Schrift geäußert wird, erfolgt nach den Regeln der Corporate Communication. Auf diese Weise wird verhindert, dass zum Beispiel Abteilung A ein Angebot anderes verfasst als Abteilung B und damit Verwirrung bei dem Adressaten entsteht. Corporate Communication umfasst alle Kommunikationsinstrumente wie Public Relations, Marketing, soziale Netzwerke und die Kommunikation mit Kunden, Lieferanten, Mitbewerbern, Geschäftspartnern. Ziel dieser Strategie ist, eine positive Grundeinstellung und Identifikation der Mitarbeiter und Bevölkerung gegenüber dem Unternehmen zu erreichen.

Corporate Behaviour

Diese Säule bezeichnet das einheitliche Verhalten der Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens. Corporate Behaviour beschäftigt sich mit dem angemessenen Verhalten der Mitarbeiter untereinander, ihrem Verhalten nach außen und den allgemeinen Regeln des firmeninternen Umgangs miteinander. Um dieses Ziel zu erreichen, sind klare Regeln und Anweisungen zu erstellen, die die Reaktion der Mitarbeiter in bestimmten Situation steuern. Auf diese Weise kann Mobbing verhindert werden, wenn einzelne Mitarbeiter zum Beispiel eindeutig gegen den firmeninternen Verhaltenskodex verstoßen und andere Mitarbeiter durch unangemessenes Verhalten benachteiligen. Dazu gehören jedoch auch Regeln hinsichtlich der Kommunikation nach außen. Die Regeln legen fest, wie sich Mitarbeiter gegenüber Kunden zu verhalten haben und wie sie das Unternehmen nach außen vertreten. Entscheidend zur Umsetzung dieses Ziels ist ein gutes Arbeitsklima mit flachen Hierarchien, dem respektvollen Miteinander, guten Arbeitsbedingungen und gerechter Entlohnung. Die Förderung von Teamgeist, gelegentliches Aussprechen von Lob und Vertrauen und kleine Aufmerksamkeiten für die Mitarbeiter heben die Stimmung und die Motivation, mit der die Mitarbeiter auch gegenüber Kunden und Lieferanten auftreten. Der Chef als autokratischer Diktator im Basta-Stil ist längst von vorgestern. Vorgesetzte sollten mit gutem Beispiel vorangehen, ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen, Entscheidungen, wenn möglich, gemeinsam treffen, sie mit einbeziehen und kooperativ anstatt autoritär auftreten, ohne dabei ihre Führungsrolle zu untergraben. In diesen Bereich gehört auch der faire Umgang mit Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern, der vom angemessenen Verhalten gegenüber den Kunden bis hin zu den Preisverhandlungen mit den Lieferanten geprägt wird.

Aus diesen drei Säulen ergibt sich das wichtige Ziel eines jeden Unternehmens, die Kundenbindung zu erhöhen. Um Kunden dauerhaft an sich binden, ist ein nachhaltig aufgebautes Unternehmensprofil unverzichtbar. Entscheidend ist, wie das Unternehmen mit Geschäftsverbindungen, Kooperationen, Kundenversprechen und Service umgeht. Es muss unbedingt verlässlich sein. Die Werte und Inhalte des Unternehmens müssen langfristig Bestand haben. Eine optimale Corporate Identity kann nur durch eine nachhaltige Analyse der Zielgruppe, der Markttrends und der Mitbewerber erreicht werden. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Wahrnehmung stets subjektiv ist.

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