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EAN

EANGS1-System

EAN-Nummern begegnen uns in im Alltag jeden Tag. Es sind die Nummern, die als Strichcode, auch Barcode genannt, auf allen gängigen Handelsartikeln zu finden sind. EAN-Nummern dienen der eindeutigen Artikelidentifikation und sind Gegenstand eines internationalen Systems. EAN-Nummern heißen heutzutage Global Trade Item Number (internationale Artikel-Identifizierungsnummer).

Was die Ziffern der EAN verraten

Die mittlerweile international einheitlichen EAN-Nummern sind in das GS1-System übergangen. Die EAN-Nummern verfolgen jedoch nicht nur das Ziel der Artikelidentifizierung. Weitere Nummernsysteme existieren für Dienstleistungen, Transporteinheiten, Umverpackungen, Lokationen von Unternehmen und Unternehmensteilen, Mehrwegtransportbehälter, Objekte, Behälter und Servicebeziehungen. Eine EAN-Nummer besteht generell in Form eines Strichcodes (Barcode) mit einer 13-stelligen Ziffernfolge. Dieser EAN-13-Barcode ist der älteste Datenträger unter den GS1-Symbologien. Alle Konsum- und Handelsgüter werden mit diesem 13-stelligen Zahlencode ausgezeichnet. Die Ziffernfolge des Strichcodes verzeichnet einen exakten Aufbau. Die ersten zwei Ziffern bezeichnen das Herstellerland, die weiteren fünf Ziffern verraten den Hersteller und die nächsten fünf Ziffern geben die Artikelnummer preis. Die letzte Ziffer dieser Reihenfolge stellt eine Prüfziffer dar.

Optisch gleicht der EAN-Code einem Zebrastreifen. Die 13-stellige Darstellung des Barcodes geschieht in zwei Blöcken, wobei der linke Block die Ziffern 1 bis 7 und der rechte Block die Ziffern 8 bis 13 enthält. Die optische Darstellung des Strichcodes mit ihren abwechselnd zwei dunklen und zwei hellen Streifen mit unterschiedlicher Breite entsteht durch die Codierung von sieben Dualziffern. Verwechslungen beim Einlesen der Codes sind ausgeschlossen, da der Computer in der Lage ist, die Strichcodes aus verschiedenen Richtungen (omnidirektional) zu erkennen. Anhand der Prüfziffer können falsche Artikelnummern festgestellt werden. Die Lesegeräte (Scanner) sind mit einem über den EAN-Code geführten Laserstrahl ausgestattet. Die Größe und Druckfarbe der Barcodes sind innerhalb eines bestimmten Rahmens freigestellt. Seit Einführung der globalen Artikelidentnummern ist es möglich, beim Kassieren der codierten Handelswaren bis zu 70 Prozent und beim Kassenabgleich bis zu 90 Prozent Zeit einzusparen.

Internationale und transparente Warenhandhabung

In Deutschland ist die GS1 Germany Hersteller der Codierungsgeräte. GS1 vergibt Lizenzen für die Software, damit Unternehmen ihre Barcodes selbst generieren können. So erleichtert der EAN-Code ein schnelles Einlesen der Waren an den Kassen, sorgt für eine überschneidungsfreie Artikelidentifikation und eine höhere Sicherheit in Bezug auf Falscheingaben und Tippfehler. Ferner ermöglicht EAN eine automatisierte Lagerhaltung und einen einfacheren Warenverkehr. Die Waren werden nicht mehr mit Preisetiketten ausgezeichnet. Der Preis der Ware wird nur noch unten am Regal angebracht. Für die Kunden ist eine genaue Nachprüfbarkeit an der Kasse jedoch nicht mehr gegeben. Ein großer Vorteil der EAN-Codierung ist eine internationale Standarisierung und eine transparente Warenhandhabung.

Präfix – „sprechende“ Bestandteile

In Deutschland werden zudem verkürzte EAN-Nummern vergeben, die aus 7 bis 9-stelligen Basisnummern bestehen. Diese verkürzten Nummern sind unter dem Begriff „Präfix“ bekannt. Sie weisen sogenannte „sprechende“ Bestandteile auf. Dabei handelt es sich um Herkunftszeichen, die Supermärkte und andere Einzelhändler für abgewogene Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Wurstwaren verwenden. Diese EAN-Nummer ist auf acht Stellen verkürzt. Der GS1-Präfix wird auch für Waren verwendet, bei denen die Codierung mehr als 25 Prozent der Oberfläche einnimmt. Wird eine Global-Location-Nummer lizensiert, wird sie nur einmal vergeben und ist für den jeweiligen GS1-Mitgliedsbetrieb frei verfügbar. Aus diesem Grund weist das GS1-Präfix nicht auf das Herstellerland hin. Zwei Beispiele für diese geschäftsinterne verkürzte EAN-Codierung sind Aldi Nord und Aldi Süd. Die verkürzte EAN-Nummer ist jedoch international nicht eindeutig. Jede weitere verkürzte EAN-Nummer (GSI-Präfix) muss einzeln beantragt werden. Dazu ist die Einsendung eines Musters des jeweils zu codierenden Artikels notwendig.

Informationen betreffend die EAN-Nummern lassen sich auch über das Internet abrufen. Liest man den Barcode der Waren ein, bekommt man detaillierte Informationen zu den entsprechenden Waren. In dieser Hinsicht bieten mittlerweile mehrere Onlinedienste ihren Service an. Es gibt noch weitere EAN-Codierungsarten. Für Bücher und Zeitschriften ist der GSA-Presscode zuständig. Die ISMN (International Standard Music Number) wird für gedruckte Noten verwendet. Ferner existieren EAN-Nummern für Software- und Multimedia-Produkte.