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Existenzgründung: Eine falsche Investition ist nicht weiter schlimm?

Existenzgruendung-Eine-falsche-Investition-ist-nicht-weiter-schlimmSo manch ein Existenzgründer verfällt dem Irrtum, dass eine falsche Investition nicht weiter schlimm ist. Klappt es dieses eine Mal nicht, hat man bei nächsten Mal sicherlich mehr Glück.

„Erst hatte ich kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“

Viele Existenzgründer machen den Fehler, ihre Investitionen zum falschen Zeitpunkt zu tätigen, sie zu hoch oder auf die falsche Zielgruppe auszurichten. Diese Fehlentscheidungen erhöhen die Eigenkapitaldecke unnötig und bringen das Jungunternehmen schnell ins Schlingern. Eine Investition ist nicht zu vergleichen mit dem Pullover, den man sich vielleicht gerade in der falschen Größe gekauft hat und den man anschließend ungetragen in die Altkleidersammlung gibt. Dieser finanzielle Verlust lässt sich durchaus verschmerzen, nicht jedoch eine Fehlinvestition, in die Sie richtig viel Geld gesteckt haben. Gehen Sie sicher, dass Sie Ihre Existenzgründung und die damit einhergehenden Investitionen objektiv betrachten und sich nicht zu überzogenen Träumereien verleiten lassen. Nehmen Sie das in Deutschland breit aufgestellte Beratungsangebot für Existenzgründer in Anspruch. Es gibt viele Anlaufstellen, die Sie nicht nur allgemein beraten, sondern Ihnen auch bei der Erstellung Ihres Businessplans behilflich sind. Zu diesen Anlaufstellen gehören regionale Gründerinitiativen, Fördervereine, die Bundesagentur für Arbeit, die Handels- und Handwerkskammern, die Gewerbeämter und die Berufsgenossenschaften.

Berücksichtigen Sie die Anlaufkosten

Bedenken Sie, dass die Position der Anlaufkosten besonders ins Gewicht fällt. Diese Anlaufkosten müssen Sie bis zu dem Zeitpunkt aufbringen, an dem Sie mit Ihrer neuen Geschäftsidee wirklich Gewinne verzeichnen und den finanziellen Mindestbedarf abdecken. Die Begriffe Eigenkapital und Fremdkapital sind bei Ihrer Planung das A und O, ohne diese beiden Positionen sind Sie nicht in der Lage, Ihre Existenzgründung zu realisieren. Das Eigenkapital ist die Investitionssumme, die Sie aus Ihren persönlichen Mitteln für Ihre Neugründung aufbringen. Je breiter aufgestellt Ihre Eigenkapitaldecke ist, desto unabhängiger können Sie agieren, da Sie nicht auf Banken und Investoren als Kapitalgeber Rücksicht nehmen müssen. Die wenigsten Existenzgründer sind jedoch in dieser idealen Position, und so sind sie darauf angewiesen, Fremdkapital von außen aufzunehmen. Fremdkapital wird Ihnen von Kapitalgebern zu bestimmten Konditionen zur Verfügung gestellt und kommt folglich nicht von Ihrer unternehmerischen Seite. Fremdkapital können Sie nicht nur durch Banken und sonstige Kapitalgeber beziehen, sondern auch durch staatliche Förderprogramme, zum Beispiel in Form des KfW-Darlehens. Bevor Sie sich eifrig daran machen, Ihren Businessplan zu erstellen, sollten Sie zuerst einen Kapitalbedarfsplan aufstellen, um festzulegen, ob Sie mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aus Eigenkapital, Fremdkapital und sonstigen Förderarten überhaupt in der Lage sind, Ihre Pläne zu realisieren. Der beste Businessplan nützt nichts, wenn sich der Kapitalbedarf nicht realisieren lässt.

Die Erstellung des Kapitalbedarfsplans

Belügen Sie sich bei der Erstellung des Kapitalbedarfsplans nicht selbst und gehen von zu optimistischen Umsätzen und von Kapitalgebern mit ungewöhnlich guten Konditionen aus. Kalkulieren Sie mit geringeren Umsätzen und suchen Sie nach Vergleichswerten. Beziehen Sie in Ihre Gedanken auch die vorliegenden Konjunktur- und sonstigen Wirtschaftsdaten ein. Fragen Sie sich, wie die Marktlage für Ihre Geschäftsidee angelegt ist. Gibt es wirklich eine Zielgruppe, die an Ihren Produkten oder Dienstleistungen zu den von Ihnen errechneten Konditionen und Preisen interessiert ist? Kalkulieren Sie regelmäßig mittel- und langfristig, niemals jedoch kurzfristig. Berechnen Sie den Kapitalbedarf für Ihre Existenzgründung in Bezug auf Umsätze und Rentabilität immer präzise. Nach Fertigstellung Ihres Kapitalbedarfsplans sollten Sie einen Beratungstermin bei Ihrer Bank machen, um zu erfragen, ob Sie mit Ihren Grundvoraussetzungen Aussicht auf die Vergabe von Fremdkapital haben.

Fazit

Planen Sie Ihre Existenzgründung nicht wie den Kauf eines Pullovers, der sich anschließend als Fehlinvestition herausstellt. Diesen Geldverlust können Sie verschmerzen, nicht jedoch den Kapitalverlust, der mit einer unüberlegten Fehlinvestition Ihrer Existenzgründung einhergeht. Ein mittelfristiges und langfristiges Planen mit präzisen Umsatz- und Rentabilitätszahlen ist unverzichtbar für eine erfolgreiche Existenzgründung. Gehen Sie mit Ihren Berechnungen nicht zu optimistisch vor, kalkulieren Sie die von Ihnen erwarteten Umsätze lieber zu niedrig als zu hoch. Definieren Sie Ihre Zielgruppe und überlegen Sie, ob die von Ihnen angesprochenen Verkehrskreise wirklich bereit sind, die von Ihnen angebotenen Produkte oder Dienstleistungen zu den berechneten Konditionen abzunehmen. Berücksichtigen Sie gleichfalls Wirtschafts- und Konjunkturdaten und geben Sie sich keinen unrealistischen Wunschträumen hin.

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