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Fertigungseinzelkosten

FertigungseinzelkostenKostenträgereinzelkosten

Fertigungseinzelkosten können den entsprechenden Kostenstellen nach dem Verursacherprinzip direkt zugeordnet werden. Sie sind auch unter dem Begriff Kostenträgereinzelkosten bekannt. Die Fertigungseinzelkosten dienen bei der Vollkostenrechnung als Zuschlagsbasis zur Berechnung der Fertigungsgemeinkosten. Zusammen mit den Sondereinzelkosten bilden sie die wichtigste Bezugsgröße für die Berechnung. Die Materialeinzelkosten werden gemeinsam mit den Materialkosten verrechnet. Die Fertigungseinzelkosten können direkt einem Kostenträger zugeordnet werden. Wichtige Kostenträger der Fertigungseinzelkosten sind zum Beispiel die Löhne der Produktionsmitarbeiter. Die Mitarbeiter werden zwar regelmäßig für viele verschiedene Aufträge eingeteilt, ihre darauf entfallenden Arbeitsstunden werden jedoch genau auf dem zugehörigen Kostenträger verbucht, um später die Grundlage für die Fertigungseinzelkosten-Berechnung zu bilden.

Sondereinzelkosten

Davon zu trennen sind die Sondereinzelkosten der Fertigung. Sie können nicht einem bestimmten Kostenträger oder einer Einheit zugerechnet werden, jedoch einem Los oder einem Auftrag. In der Vollkostenrechnung bilden die Fertigungseinzelkosten die Umlagengrundlage für die Fertigungsgemeinkosten. Gemäß § 255 HGB besteht für die Bilanz eine Aktivierungspflicht. Fertigungseinzelkosten fallen im Fertigungsbereich an und können den Kalkulationsobjekten und Produktionseinheiten direkt zugerechnet werden. Bei der Berechnung dieser Kosteneinheiten ist eine Schlüsselung oder ein Umlageverfahren wie bei den Fertigungsgemeinkosten nicht notwendig. In der Kalkulation bilden sie die Grundlage für den Zuschlagssatz in der Zuschlagsrechnung. Fertigungseinzelkosten bilden variable Kosten. Insbesondere die Zuordnung der Lohnkosten auf einzelne Kostenträger kann problematisch sein, während sich die Zurechnung der Materialkosten zumeist einfach gestaltet. Der Bereich Software und Telekommunikation ist ein gutes Beispiel für Fertigungskosten, die keinem speziellen Kostenträger direkt zugeordnet werden können, da diese Bereiche im ganzen Unternehmen zum Einsatz kommen. Sie sind daher als Fertigungsgemeinkosten abzurechnen.

Die Fertigungseinzelkosten beinhalten die Maschinenkosten und die Fertigungslöhne. Die Fertigungszeiten und die Stundenlöhne sowie die Menge der Stückkosten und Maschinenkosten werden für die Berechnung der Fertigungseinzelkosten zugrunde gelegt. Die Maschinenstundensätze werden in der Kostenstellenrechnung berechnet. Alle für die jeweilige Maschine anfallenden Kosten werden gesammelt und im Betriebsabrechnungsbogen mit den Leistungswerten der Maschine abgestimmt. Der sich im Ergebnis ergebende Kostensatz pro Zeiteinheit (Stunde, Minute) wird mit der notwendigen Fertigungszeit multipliziert. Die Berechnung der Maschinenstundensätze setzt sich aus den Kosten für die Hilfsmaterialien, den Wartungs- und Reparaturkosten, den Abschreibungen, den Energiekosten und den Personalkosten für Wartung und Bedienung der Maschinen zusammen. Ein gutes Beispiel für Fertigungseinzelkosten sind die Kosten, die ein Betriebsfahrzeug verursacht. Die Kosten für die Reparaturen und den Austausch der vier Reifen können der Kostenstelle dieses Fahrzeugs direkt zugeschlagen werden. Die Abschreibung einer Produktionshalle stellt jedoch Fertigungsgemeinkosten dar, da diese Halle für mehrere betriebliche Zwecke genutzt wird und daher mehrere Kostenträger anfallen, auf die die Kosten verteilt werden müssen. Ferner fallen noch Sondereinzelkosten des Vertriebs für Verpackungsmaterial und Provisionen an.

Löhne und Gehälter

Fertigungseinzelkosten können jedoch auch direkt zurechenbare Löhne sein. Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel für einen bestimmten Auftrag abgestellt wird, lässt sich sein Lohn direkt auf den mit diesem Auftrag verbundenen Kostenträger verrechnen. Auch einzelne Arbeitsstunden, die ein Mitarbeiter mit einem bestimmten Auftrag verbringt, können als Fertigungseinzelkosten direkt der entsprechenden Kostenstelle zugeordnet werden. Der Lohn eines Meisters oder das Gehalt eines Geschäftsführers dagegen zählt zu den Fertigungsgemeinkosten, da sie nicht für einen bestimmten Auftrag arbeiten, sondern für die gesamte Fertigung oder die gesamte Verwaltung. Steigen die Fertigungseinzelkosten, verursacht dies gleichzeitig eine Abflachung der Stückkostendegression.

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