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Incoterms

IncotermsSprache ist eines der komplexesten und wichtigsten Handwerkszeuge des internationalen Warenhandels. Wie in jedem anderen Bereich können kleinste Veränderungen im Wortlaut größten Einfluss auf alle Aspekte einer geschäftlichen Vereinbarung haben. Für eine effektive Kommunikation müssen daher alle Begriffe eine einheitliche Bedeutung haben. Aus diesem Grund schuf im Jahr 1936 die internationale Handelskammer (englisch ‘International Chamber of Commerce’) den Begriff „Incoterms“. Incoterms dienen als universelles Sprachmittel, das solch eindeutige Definitionen liefert und somit die Kommunikation erleichtert. Jeder der elf existierenden Incoterms bezieht sich auf eine spezifische Art vertraglicher Vereinbarung für den Kauf und den internationalen Versand von Gütern. Incoterms decken auch die Dokumentation ab, die definiert, welche Parteien für welche Papiere zuständig sind.

Wann ist eine Lieferung eine Lieferung?

Incoterms existieren in erster Linie für die Welt des internationalen Güterhandels und alle, die damit zu tun haben. Außenstehende finden es oft schwierig, diese Sprache zu verstehen. Scheinbar allgemeingültige Begriffe wie „Verantwortlichkeit“ und „Lieferung“ haben hier eine andere oder striktere Bedeutung als in alltäglichen Situationen. Im Bereich des Handels bezieht sich „Lieferung“ auf die Erfüllung einer vertraglichen Vereinbarung seitens des Verkäufers. Eine Lieferung kann demnach erfolgen, wenn die Waren sich noch auf einem Schiff inmitten des Ozeans befinden und die Vertragsparteien sich meilenweit voneinander entfernt befinden. Letztendlich läuft in der Definition jedoch alles auf einige grundlegende Punkte hinaus:

Kosten: Wer ist für die Kosten zuständig, die im Zusammenhang mit einer Sendung während ihrer Verschiffung entstehen?

Kontrolle: Wem gehören die Waren zu jedem gegebenen Zeitpunkt der Reise?

Haftung: Wer ist für die Bezahlung von Schäden an der Ware zuständig, die im Verlauf der Sendung entstehen können?

Für Spediteure ist es unverzichtbar, den genauen Status ihrer Sendung in Bezug auf Besitz und Verantwortlichkeit zu kennen. Für Verkäufer und Käufer ist es unerlässlich, eine Versicherung ihrer Waren für den Zeitraum zu veranlassen, in dem sich die Waren aus rechtlicher Sicht in ihrem Besitz befinden. Eine fehlende Absicherung kann zu Verlust wertvoller Zeit, Rechtsstreitigkeiten und der Kündigung von Geschäftsbeziehungen führen.

F, C, E und D – das ABC der Incoterms

Incoterms sind meist nach Kategorie geordnet. Begriffe, die mit einem F beginnen, beziehen sich auf Sendungen, deren Hauptkosten nicht vom Verkäufer getragen werden. Incoterms, die mit einem C anfangen, beziehen sich auf Sendungen, bei denen der Verkäufer für den Versand aufkommt. E-Termini haben Bedeutung, wenn die Zuständigkeiten eines Verkäufers erfüllt sind, wenn Waren zur Verschiffung bereit stehen. D-Begriffe decken Sendungen ab, bei denen die Zuständigkeit von Sender oder Verkäufer endet, wenn die Waren an einem bestimmten Ort eintreffen. Da Sendungen in ein Land eingeführt werden, umfassen D-Termini üblicherweise den Service eines Zollmaklers und eines Frachtspediteurs. Zudem legen D-Begriffe auch fest, wer für die Begleichung der Hafen- und Anlegekosten zuständig ist.

Die elf Intercoms in der Übersicht

An dieser Stelle seien die Kurzdefinitionen der offiziellen Incoterms aufgeführt:

FOB (Free On Board) – frei an Bord, unter Angabe des vereinbarten Verladehafens
FCA (Free Carrier) – frei Frachtführer, unter Angabe des frei vereinbarten Frachtführers
FAS (Free Alongside Ship) – frei längsseits Schiff, unter Angabe des vereinbarten Verladehafens
CFR (Cost and Freight) – Kosten und Fracht, unter Angabe des vereinbarten Zielhafens
CIF (Cost, Insurance and Freight) – Kosten, Versicherung und Fracht bis Zielhafen, unter Angabe des vereinbarten Zielhafens
CPT (Carriage Paid To) – Fracht bezahlt bis, unter Angabe des vereinbarten Zielortes
CIP (Carriage and Insurance Paid To) – Fracht und Versicherung bezahlt, unter Angabe der vereinbarten Bestimmungsortes
EXW (EX-Works) – ab Werk, unter Angabe des Werkstandorts
DAT (Delivered At Terminal) – geliefert an Terminal, unter Angabe des vereinbarten Terminals
DAP (Delivered At Place) – geliefert an benannten Ort, unter Angabe des vereinbarten Lieferorts im Einfuhrland
DDP (Delivered Duty Paid) – geliefert und Zoll bezahlt, unter Angabe des vereinbarten Lieferorts im Einfuhrland

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