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Kapitalertrag

KapitalertragDefinition: Kapitalertrag

Unter Kapitalertrag versteht man den Gewinn, den eine Kapitalanlage abwirft. Die häufigsten Formen von Kapitalerträgen sind Zinsen, Dividenden, Ertrag und Wertsteigerung. Im folgenden soll erläutert werden, was unter den jeweiligen Formen zu verstehen ist und welche Besonderheiten gegebenenfalls zu beachten sind.

Zinsen

Im Sinne eines Kapitalertrags stellen Zinsen den monetären Gewinn dar, den eine Kapitalanlage einbringt. Der Zins wird als prozentualer Teil einer angelegten Grundsumme (Basis) errechnet. Dieser Prozentsatz (auch Zinsfuß genannt) hängt von verschiedenen Bedingungen ab, welche – je nach Anlagenform – recht vielfältig sein können. Am häufigsten gilt stets die Leitregel: Je risikoreicher die Anlage, desto höher die Zinsen. Typische zinsbringende Anlagen findet man häufig in Form von Tages- oder Festgeldkonten. Die etwas klassische Variante ist das Sparbuch. Kreditinstitute bieten solche Konten an, um ihre eigenen Kapitalreserven und somit den Umfang ihrer möglichen Aktiva zu vergrößern. Der Anleger wird dafür, dass er mit seiner Anlage hierzu beiträgt, mit Zinsen belohnt.
Andere zinsbringende Anlagen findet man in Form von Anleihen. Je nach Emittent und Laufzeit sind die Zinssätze für Anleihen recht variabel. Mit Anleihen finanziert ein Anleger ein fremdes Unternehmen mit seinem angelegten Kapital und wird hierfür mit Zinsen belohnt. Als besonders sicher gelten Staatsanleihen, Schatzbriefe und Bundesschatzanweisungen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat jemals zahlungsunfähig werden sollte, ist relativ gering. Diese hohe Sicherheit hat jedoch zur Folge, dass die Zinssätze staatlicher Wertpapiere im Vergleich zu anderen Anleihen recht niedrig bleiben.
Kapitalerträge in Form von Zinsen unterliegen der Steuerpflicht. Die von den Zinsen abzurechnende Steuer heißt Abgeltungssteuer und wird in der Regel von den Banken automatisch einbehalten und an die Finanzbehörde abgeführt.

Dividenden

Als Dividende bezeichnet man den Kapitalertrag, der sich aus dem Anteil an einem Unternehmen ergibt. Die häufigste Form eines solchen Anteils stellen Aktien dar. Mit einer Aktie erwirbt ein Aktionär den mit einem Geldwert ausgedrückten Bruchteil eines Unternehmens. Ein Aktionär, der eine Aktie aus einer frisch ausgegebenen Tranche kauft, beteiligt sich mit seinem eigenen Kapital am Geschäftskonzept des Emittenten. Im Gegenzug verspricht das Unternehmen den Inhabern seiner Aktien regelmäßige Ausschüttungen, die sich nach der Höhe seiner Gewinne richten (Dividenden). Je erfolgreicher ein Unternehmen ist, desto höher sind die Dividenden seiner Aktien. Dies hat in der Regel eine erhöhte Nachfrage jener Aktien und somit eine Nennwertsteigerung zur Folge.
Neben Aktiendividenden gibt es auch Dividenden, die von Genossenschaften an ihre Mitglieder ausgeschüttet werden.
Kapitalerträge in Form von Dividenden unterliegen ebenfalls der Abgeltungssteuerpflicht.

Ertrag

Es mag auf den ersten Blick unsinnig erscheinen, den Ertrag dem Begriff „Kapitalertrag“ unterzuordnen, denn letztendlich steckt „Ertrag“ bereits im „Kapitalertrag“. Einen Sinn ergibt dies erst, wenn wir verdeutlichen, dass der Ertrag zwar monetär, die Kapitalanlage, aus der er entspringt, dies jedoch nicht ist! Während in unseren obigen Beispielen die Kapitalerträge Gewinne aus monetär ausgedrückten Anlagen darstellen, sind Erträge die monetären Gewinne, die sich aus materiellen Anlagen ergeben.
Eine materielle Anlage kann zwar auch als Geldwert ausgedrückt werden, dieser Wert ist jedoch nicht so eindeutig bestimmbar wie der Wert einer mit Geldeinheiten angegebenen Anlage in Form eines Bankkontos oder Aktiendepots und hängt außerdem von vielen Faktoren ab (Gutachter, Standort, Verschleiß, Witterung, etc.).
Ein einfaches und klassisches Beispiel einer Kapitalanlage, die Erträge abwirft, stellt eine Fabrik dar. Die Güter, die die Fabrik auf den Markt bringt, erzielen letztendlich einen Verkaufspreis, der an den Besitzer zurückfließt. Nach Abzug von Ausgaben, Lohnkosten und Steuern von diesem Verkaufspreis kann erst ein Gewinn ermittelt werden. Der Fabrikbesitzer betrachtet somit die Fabrik als seine Kapitalanlage und die monetären Gewinne aus ihrem Betrieb als Kapitalerträge. Auch diese werden besteuert.

Wertsteigerung

Kapitalerträge in Form von Wertsteigerungen kommen zustande, wenn ein Gegenstand für mehr verkauft werden kann, als bei seinem Kauf bezahlt wurde. In diesem Fall betrachtet der Käufer den von ihm gekauften Gegenstand als Kapitalanlage in Höhe des beim Kauf bezahlten Preises. Sobald die Nachfrage und somit der erzielbare Preis für diesen Gegenstand gestiegen ist, liegt eine Wertsteigerung vor. In diesem Fall stellt den Kapitalertrag der Gewinn dar, der sich aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ergibt. Wertsteigerungen als Kapitalertragsform gibt es häufig bei Anlagen, die oft Gegenstand der Spekulation und einem stark schwankenden Preisspiegel unterworfen sind. Beispiele hierfür sind Sachwerte wie Möbel, Immobilien, Kunstwerke, Musikinstrumente und vielerlei Sammlerstücke.