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NASDAQ

NASDAQNASDAQ ist ein Akronym für „National Association of Securitites Dealers Automated Quotations“. Einfacher ausgedrückt, ist die NASDAQ die größte elektronische Börse der USA. Die Größenordnung ergibt sich aus der Zahl der an der Börse gelisteten Unternehmen. Die vollelektronische Handelsplattform wurde bereits im Jahr 1971 gegründet. Die NASDAQ ist im Condé Nast Building am Times Square in Manhattan, New York, ansässig.

Der Wertpapierhandel wird durch die United States Securities and Exchange Commission (SEL) kontrolliert. Die vollelektronische Wertpapierbörse wird von der NASDAQ OMX Group, Inc., betrieben. Die NASDAQ unterhält Börsen in Japan und Kanada mit Verbindungen zu den Börsen in Europa und Hongkong. Die Marktteilnehmer können an dem NASAQ-Handel durch das Electronic Communication Network (ENC) teilnehmen. Das 1984 eingeführte Small Order Execution System (SOES) garantiert auch bei einem höheren Handelsaufkommen die Abhandlung aller Aufträge. Die NASDAQ-Aktien werden von 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr New Yorker Ortszeit (EST) gehandelt. Dieser Zeitraum entspricht unserer mitteleuropäischen Ortszeit von 15:30 Uhr bis 22:00 Uhr. Zudem gibt es eine pre-market-session, eine erweiterte Handelszeit von 7:00 Uhr bis 9:30 Uhr. Die after-marktet-session dauert von 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Innerhalb dieser Zeitspannen ist das Handelsvolumen jedoch deutlich geringer als zu den Hauptzeiten.

Gute und schlechte Handelstage

Die NASDAQ setzt sich aus dem NASDAQ Small Cap Market und dem NASDAQ National Market zusammen. Im Jahr 1998 fusionierte die NASDAQ mit der American Stock Exchange. Nach dem Zusammenschluss der NASDAQ mit der schwedischen Börse OMX am 25. Mai 2007 besitzt das Unternehmen eine Marktkapitalisierung in Höhe von 7,1 Milliarden US-Dollar. Der Übernahmeversuch der London Stock Exchange (LSE) im Jahr 2006 scheiterte am Widerstand des Managements. Nach der Einfachzählung verzeichnet die NASDAQ ein jährliches Handelsvolumen in Höhe von zwei Milliarden Aktien. Am 26. Juni 2009 erzielte die Börse ihr höchstes Handelsvolumen mit über fünf Milliarden gehandelter Aktien. Ihren besten Handelstag verzeichnete sie am 3. Januar 2001 mit einem erzielten Gewinn in Höhe von 14,17 Prozent. Am 19. Oktober 1987 erlebte die NASDAQ dagegen ihren schlechtesten Handelstag mit einem Verlust in Höhe von 11,35 Prozent. Der NASDAQ-Composite-Aktienindex schloss am 17. Juli 1995 mit 1.005,89 Punkten erstmals über der Grenze von 1.000 Zählern. Am 10. März 2000 endete der Dot-Com-Boom mit seinem Allzeithoch von 5.048,42 Zählern. Die elektronische Börse arbeitet mit dem System Supermontage (SUMO).

Sie machte jedoch auch Negativ-Schlagzeilen, als das Bundesgericht der USA einer größeren Anzahl von Brokerhäusern Strafzahlungen in Höhe von 1,03 Milliarden US-Dollar an geschädigte Investoren aufgrund eines groß angelegten Betrugs zur Preisfixierung auferlegte. Unter den Verurteilten befanden sich so renommierte Namen wie Goldman Sachs, Merrill Lynch und Salomon Smith Barney. Der NSDAQ-100 Indizes wurde erstmals 1985 berechnet. Die Indexbasis betrug 250 Punkte. Über die Zusammensetzung der elektronischen Börse wird einmal im Jahr entschieden. Viermal jährlich wird die Wichtung der Unternehmen überprüft. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen. Die Stärke der Marktkapitalisierung spielt eine große Rolle. Weniger wichtig sind dagegen die Aktiensplits und ähnliche Kapitalmaßnahmen. Sie haben keine Auswirkungen auf den NASDAQ-Index. Google, Ebay, Adobe, Microsoft und Starbucks gehören zu den bekanntesten Namen der NASDAQ-100. Obwohl es angesichts dieser Namen nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, ist die elektronische Börse eine Aktienbörse für mittelgroße und kleine Wachstumsunternehmen in den USA.

Market Makers

Die NASDAQ zeigt die Geld- und Briefkurse von über 5.000 Aktien über ein zentrales Computersystem landesweit an. Der Handel dieser Aktien erfolgt im over-the-counter-market. Die Börse ist um erhöhte Transparenz bemüht. Die Kurse können von allen Mitgliedsunternehmen jederzeit abgefragt werden. Die automatisch abgewickelten Aufträge beinhalten bis zu 500 Aktien. Aufträge, die 500 Aktien überschreiten, werden im telefonischen Direktkontakt abgewickelt. Für jedes Unternehmen gibt es 10 Market Makers, die im Auftrag der Wertpapierhandelshäuser und Investmentbanken den Aktienhandel abwickeln. Sie sorgen dafür, dass jede an der Börse gehandelte Aktie zu jeder Zeit vorhanden ist. Verbindliche An- und Verkaufskurse werden für bestimmte Mindestmengen gestellt. Dabei wissen die Market-Maker jedoch nicht, ob die Handelspartner kaufen oder verkaufen werden. Im Gegenzug zu diesem Risiko halten die Market Maker eine bestimmte Anzahl von Aktien eines Unternehmens. So sorgen sie für einen allzeit liquiden Markt.

Die Differenz zwischen dem An- und dem Verkaufspreis (Spread) ist ihr Verdienst. Ergeht ein Auftrag über eine bestimmte Anzahl von Aktien zu einem bestimmten Kurs, handelt es sich um einen limitierten Auftrag (limit order). Liegt die limit order höher oder tiefer als der Kurs der Market Maker, ist sie in der Lage, den Spread zu verändern. Ein „Bestens“-Auftrag (market order) erfolgt durch Privatinvestoren, die Aktien zum aktuellen Kurs erwerben. Preis und Handelsvolumen der erteilten Aufträge werden von den Market Makern innerhalb von 90 Sekunden pflichtgemäß veröffentlicht. Wertpapiere, die nur in sehr geringen Stückzahlen gehandelt werden, können in den ersten Handelsminuten bei schwachen Umsätzen deutlichen Kursschwankungen unterliegen. Der Grund der Kursschwankungen ist darauf zurückzuführen, dass bei der NASDAQ im Gegensatz zu den Parkettbörsen niemand mehr für einen einheitlichen Eröffnungskurs sorgt. Von der ersten Minute an ist ein Kurs vorhanden. Der einheitliche Eröffnungspreis im Parketthandel sorgt für die Gleichbehandlung der Parteien. Allerdings wird für die Erstellung eines Eröffnungspreises mitunter mehr als 10 Minuten benötigt.

Das Internet bildet die Echtzeitkurse der gehandelten Aktien ab. Der vereinfachte Zugang zu den elektronischen Börsen trifft auf großes Interesse technologieinteressierter Privatanleger. Bei Titeln, die nur mit geringen Umsätzen gehandelt werden, lohnt sich ein Direktinvestment trotz der teilweise höheren Gebühren. Die Preisschwankungen dieser umsatzschwachen Titel sind für Privatanleger kaum nachvollziehbar und auch nicht vorhersehbar. Deutsche Anleger müssen bei einem Direktinvestment das Währungsrisiko berücksichtigen, da NASAQ-Aktien in Dollar gehandelt werden. Die amerikanischen Werte werden an deutschen Börsen jedoch in Euro gehandelt. Die amerikanischen Voraussetzungen für den Zugang zum Amtlichen Handel an den deutschen Börsen sind nicht automatisch gegeben.

Amtlicher Handel in Deutschland

Einige amerikanische Werte unterliegen am Börsenmarkt strengen Kontrollen. Die von diesen eingeschränkten Zugangsvoraussetzungen betroffenen Titel werden im Freiverkehr gehandelt. Teilweise liegt das daran, dass viele amerikanische Unternehmen ihre Börsenzulassung in Deutschland beantragt haben, als Aktien noch nicht frei gehandelt wurden. Ein Segment der NASDAQ verzeichnet vereinfachte Zugangsbedingungen für kleinere, neue gegründete Firmen (NASDAQ Small Cap Market). In diesem Segment sind über 1.000 Unternehmen gelistet, die jedoch nach einem geglückten Start und gutem Unternehmenswachstum schnell in das Hauptsegment wechseln.

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