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Restwert

RestwertDer Restwert ist ein Begriff aus der Kostenrechnung. Der Restwert ist die Differenz zwischen Anschaffungswert (einschließlich aller Kosten vor der Anschaffung) und der Summe aller bisherigen Abschreibungen. Der so bestimmte Restwert ist buchhalterisch als Buchwert festgelegt. Davon kann sich der tatsächliche Restwert unterscheiden, der aber erst nach dem Verkauf des Investitionsobjekts objektiv bestimmt werden kann. Der Buchwert nach vielen Abschreibungsjahren liegt häufig bei einer eher marginalen Größe; der tatsächliche Restwert muss häufig deutlich höher eingeschätzt werden. Die Unterscheidung zwischen Buchwert und tatsächlichem Restwert ist wichtig, wenn das Unternehmen neue Kapital- oder Kreditgeber benötigt oder wenn es veräußert werden soll.

Der Restwert als Kostenwert

Ein Investitionsobjekt wird angeschafft. Zu den Investitionskosten kommen noch weitere Kosten hinzu, bis die neue Anlage funktionsfähig ist. Die Summe aller Kosten zu diesem Zeitpunkt sind die Investitionskosten, auf die dann Jahr für Jahr bestimmte Abschreibungen vorgenommen werden. Die Höhe der Abschreibungen ist weitgehend steuerlich bestimmt, die tatsächliche Wertentwicklung des Objekts hin zum Restwert kann abweichend davon deutlich unterschiedlicher ausfallen. Wird das Investitionsobjekt vor dem Erreichen des kleinstmöglichen Buchwertes veräußert, dann ist leicht erkennbar, wie hoch der tatsächliche Restwert ist. In der Praxis häufiger ist aber der Fall, dass das Investitionsobjekt bis auf die marginale Restbuchwertgröße abgeschrieben wird, der tatsächliche Restwert aber noch deutlich höher eingeschätzt werden kann. Nach einem Verkauf des Investitionsobjektes wird dies sichtbar, die tatsächliche Höhe des Restwerts wird durch Marktbedingungen bestimmt. Vor einem möglichen Verkauf kann der tatsächliche Restwert also nur geschätzt werden.

Der Restwert bei Fahrzeugen

Überlegungen zum Restwert werden häufig angestellt, wenn es um Fahrzeuge geht, die zum Investitionsbestand eines Unternehmens gehören. Der Wert eines Fahrzeuges wird von Experten nach einem schweren Unfallschaden geschätzt. Dieser Restwert ist relevant, um bestimmten zu können, ob sich eine Reparatur noch lohnt. Liegt nach der Reparatur der neue Restwert über den Reparaturkosten, dann lohnt sich die Reparatur. Ansonsten wird aus dem Restwert vor der Reparatur der Schrottwert, zu dem das Fahrzeug noch veräußert werden kann. Auch der Schrottwert eines Fahrzeuges kann noch deutlich günstiger ausfallen als der Buchwert in der Bilanz des Unternehmens, wenn das Fahrzeug sehr viele Jahre in der Nutzung war und daher schon eine sehr hohe Summe der Abschreibungen erreicht werden konnte. Bei einem Verkauf des Fahrzeuges fällt in diesem Fall ein außerordentlicher Ertrag an, der auch steuerlich relevant ist.

Restwert und Buchwert in der Unternehmensbilanz

Bei wertvollen Investitionsobjekten ist eine gesonderte Berechnung des tatsächlichen Restwerts übliche Praxis in der unternehmerischen Kosten- und Wertrechnung. Da die jährlichen Abschreibungen so gewählt werden, dass sie auf optimale Weise zur steuerlichen Gewinngestaltung genutzt werden können, ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Restwert stark vom buchhalterischen Wert abweicht. Eine getrennte Rechnung soll verdeutlichen, wie stark dieser Effekt ist, damit man im Überblick behält, welche tatsächliche Werthaltigkeit im Unternehmen vorhanden ist. Diese Berechnungen können eine große Rolle spielen, wenn Kredite oder Eigenkapital für das Unternehmen zu beschaffen sind oder wenn das Unternehmen als Ganzes veräußert werden soll. Die Restwerte der Investitionsobjekte ist in diesen Fällen eine so relevante Größe, dass man sich nicht mehr allein auf die steuerlich bestimmten Daten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz beziehen kann.