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Unternehmenskrise

UnternehmenskriseJede Unternehmensführung ist mit Chancen und Risiken verbunden. Sie werden ganz allgemein als das unternehmerische Risiko bezeichnet. Wenn die Risiken allzu groß werden oder sich abzeichnen, dann kann von einer Unternehmenskrise gesprochen werden. Der Begriff Unternehmenskrise wird für vielfältige Situationen verwendet. Jede oder mehrere von ihnen können sich existentiell auf das Unternehmen auswirken, bis hin zur Firmeninsolvenz, die oft mit einer Schließung oder Liquidierung des Unternehmens endet. In eine Unternehmenskrise kann sowohl eine große Firma als auch der Selbstständige als Einzelunternehmer geraten; sie hat hier wie da gravierende Auswirkungen.

Gründe für eine Unternehmenskrise

Zur Unternehmenskrise führen temporäre ungeplante sowie ungewollte Prozessabläufe, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden bis hin zu unmöglich machen. Die Gründe sind sowohl intern als auch extern zu suchen und auch zu finden. Äußere Gründe für eine Unternehmenskrise sind fast ausschließlich offene Forderungen. Der Unternehmer benötigt die Kunden als Abnehmer seiner Waren oder Dienstleistungen. Er muss darauf vertrauen können, dass die ausgestellten Rechnungen pünktlich sowie ungekürzt bezahlt werden. Das ist meistens nicht der Fall. Die eigenen Ausgaben des Selbstständigen laufen unverändert weiter. Daraus ergibt sich eine Liquiditätslücke, die zunehmend größer wird. Der Unternehmer kann sie durch Eigenmittel, also durch Privateinlagen schließen, alternativ durch die Fremdfinanzierung seiner Hausbank mit Dispo-Kredit oder anderen Kreditformen. Jedes Fremdkapital muss mit seinen Zinsen finanziert werden. Der Kreditgeber prüft vor der Kreditvergabe die Bonität des Selbstständigen. Dabei kommt zwangsläufig auch die Zahlungssäumigkeit der Kunden zur Sprache. In dieser sich abzeichnenden Unternehmenskrise entscheidet ein gutes sowie erfolgreiches Forderungsmanagement über Wohl und Wehe der Firma. Sogenannte hausgemachte Umstände können ebenfalls zur Unternehmenskrise führen, ohne dass diese Situation dem Unternehmer respektive der Geschäftsführung als solche bewusst ist. Zu den häufigen Gründen zählen

  • Finanzierungslücken bei der Liquiditätsplanung
  • Unprofessionelles Forderungsmanagement
  • Fehlendes Controlling
  • Unzureichende Kommunikation und Transparenz
  • Private Probleme im persönlichen Umfeld des Unternehmers

Kritische Situation erkennen und gegensteuern

Die Unternehmenskrise mit ihrer existenzgefährdenden Auswirkung darf bestenfalls gar nicht erst entstehen. Für den selbstständigen Einzelunternehmer ist damit auch unmittelbar die private Krise in Form einer Verbraucherinsolvenz, der Privatinsolvenz verbunden. Insofern wird Unternehmenskrise immer in einen direkten Zusammenhang mit der Firmensolvenz, einem Firmenzusammenbruch, genannt. Zu einer wirklichen bis hin zu unabwendbaren Unternehmenskrise führen ausschließlich äußere Einflüsse, zu denen ganz maßgeblich die Forderungen gegenüber Kunden gehören. Das eigene Finanzgebaren mit Wareneinkauf oder Produktion kann der Unternehmer direkt beeinflussen. Kauft er weniger ein, kann er weniger verkaufen. Wie es heißt, wird das Unternehmen runtergefahren, es wird auf Sparflamme gekocht. Existenziell bedrohlich wird die Situation dann, wenn vorgesehene Einnahmen wie Forderungen nicht eingehen, und fällige Ausgaben geleistet werden müssen. Diese Liquiditätslücke lässt sich zeitlich und pekuniär nur sehr begrenzt schließen. Sie kostet sowohl Geld als auch Bonität. In vielen Fällen werden die Kredite fällig gestellt, also gekündigt. Sie müssen innerhalb einer kurz gehaltenen Frist komplett zurückgezahlt werden, was nicht möglich ist. Die Folge davon sind der Offenbarungseid sowie die Firmeninsolvenz.
Damit es dazu nicht kommt, muss der Selbstständige von der Existenzgründung an umsichtig und vorausschauend wirtschaften. Sogenannte faule Kunden müssen aus dem Kundenverzeichnis gestrichen werden. Die auf sie verwendete Zeit und Manpower kann besser für das Akquirieren von Neukunden genutzt werden. Der Unternehmer sollte sich auch über seine Kunden informieren, und aus diesem Grunde Mitglied respektive Geschäftspartner der einen oder anderen privaten Wirtschaftsauskunftei sein.

In Krisensituationen fachlichen Rat holen

Der Selbstständige ist Unternehmer und kein professioneller Krisenmanager. Seine Aufgabe ist es, das Unternehmen erfolgreich mit Umsatz und Gewinn zu führen. Eine Unternehmenskrise sollte er frühzeitig erkennen und dann auch nicht zögern, sich fachlich beraten zu lassen. Das hierfür investierte Geld ist spätestens dann gut angelegt, wenn die Unternehmenskrise erfolgreich bewältigt worden ist. Eine erste, oftmals auch kostenlose Unterstützung erhält der Unternehmer von seiner IHK, der Industrie- und Handelskammer, sowie von der zuständigen Berufsinnung.