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XYZ-Analyse

XYZ-AnalyseDa durch fehlende Materialien Produktionsverzögerungen zustande kommen können (Folge: Fehlmengenkosten), auf der anderen Seite hohe Lagerbestände zu hohen Kapitalbindungskosten führen, ist es sinnvoll optimierte Beschaffungsrhythmen und Bestellsysteme festzulegen. Die Ermittlung des Verbrauchs der für die Produktion notwendigen Güter ist demzufolge eine Grundlage für effizientes Disponieren von Verbrauchsmaterialien und Steuern der Produktionsprozesse. Um die Verbrauchsstruktur bestimmen zu können und entsprechende Bestell-Strukturen zu etablieren, ist die XYZ-Analyse als geeignetes Instrument dafür zu sehen.

Verfahren der XYZ-Analyse

Die Vorgehensweise bei der XYZ-Analyse basiert auf dem Schema der ABC-Analyse mit dem Unterschied, dass nicht der wertmäßige Verbrauchsanteil der jeweiligen Gruppen bestimmt wird, sondern das Verbrauchsverhalten eines Gutes analysiert wird. Es wird die jeweilige Verbrauchsstruktur der analysierten Güter bestimmt. Die Kategorisierung ist dabei, wie folgt:

X-Güter werden konstant/ regelmäßig verbraucht
Y-Güter werden mit planbaren Schwankungen verbraucht (z.B. saisonal bedingt)
Z-Güter werden unregelmäßig/ sporadisch verbraucht

Die XYZ-Analyse kann als Ergänzung zur ABC-Analyse gesehen werden, weshalb auch die Kombination der beiden Verfahren in der betrieblichen Praxis üblich ist. Aus den Ergebnissen der XYZ-Analyse lassen sich Bestellverfahren bzw. Bestellrhythmen und Regelungen in Bezug auf die eigene Lagerhaltung ableiten, die optimal an die betrieblichen Bedürfnisse angepasst sind. Insbesondere X-Güter können in regelmäßigen Abständen, eventuell sogar synchron zur Produktion (just-in time)beschafft werden, während Y-Güter in entsprechender Anzahl lagermäßig vorrätig sein sollten. Z-Güter hingegen werden in der Regel nach Bedarf beschafft, da der tatsächliche Verbrauch und auch der Verbrauchszeitpunkt sehr ungewiss sind. Der Steuerungsaufwand und Informationsaufwand für den Bereich der Materialdisposition kann durch den Einsatz der XYZ-Analyse reduziert werden.

Kombination aus ABC- und XYZ-Analyse

Die ABC-Analyse kategorisiert die Güter in mengen-wert-abhängige Gruppen, die anschließend in weitere Gruppen der Verbrauchshäufigkeit durch die XYZ-Analyse kategorisiert werden können. Diese Vorgehensweise in der Materialwirtschaft ermöglicht es, ein optimiertes Bestellsystem zu entwickeln, welches an die spezifischen betrieblichen Erfordernisse angepasst werden kann. Die Kombination aus der ABC-Analyse und der XYZ-Analyse wird als erfolgsorientiertes Rationalisierungsinstrument in der betrieblichen Materialwirtschaft eingesetzt. Es können neun Materialgruppen gebildet werden (XA, XB, XC, YA, YB, YC, ZA, ZB, ZC). Grundsätzlich ist es sinnvoll z.B. XA, XB und XC im Rahmen der automatischen Materialdisposition zu beschaffen, während für die anderen Gruppen eine manuelle Disposition sinnvoll erscheint. Durch die Kombination der ABC-Analyse und der XYZ-Analyse ist es möglich nicht nur die verbrauchsoptimale Bestellmenge zu bestimmen, es können zudem kostenoptimierende Aspekte mit in die Entwicklung eines optimierten Bestellsystems einfließen.

Umsetzung und Fehler

In der Praxis wird davon ausgegangen, dass ca. 50 % X-Güter, 20% Y-Güter und 30% Z-Güter beschafft werden müssen. Ziel ist es, dass möglichst immer die richtige Menge an Gütern vorrätig ist, die für den aktuellen Produktionsprozess notwendig ist. Die Einteilung eines Gutes in eine Gruppe erfolgt nach Berechnung des Variationskoeffizienten. Dieser wird als Prozentzahl ausgedrückt und kann anhand folgender Formel mathematisch errechnet werden:

Wurzel aus Varianz

Variationskoeffizient = -------------------- x 100
Erwartungswert

Anhand der Werte des Variationskoeffizienten können Einteilungen gemacht werden, wie etwa folgendes Beispiel:

< 0,4 : X-Güter
0,4-0,8 : Y-Güter
> 0,8 : Z-Güter

Bei der Anwendung der XYZ-Analyse werden auch typische Fehler gemacht, wie etwa die Verwechslung von unregelmäßigem Verbrauch mit chaotischem Verbrauch. Häufig wird schwankender Verbrauch als nicht planbar eingestuft. Wenn jedoch der schwankende Verbrauch z.B. aufgrund saisonaler Bedingungen begründet werden kann, ist die Planbarkeit trotzdem gegeben. Schlussendlich ist die kontinuierliche Überprüfung der getroffenen Maßnahmen ein wichtiger Aspekt. Kommt es zu Problemen bei der Beschaffung, muss die gewählte Strategie überprüft werden.

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