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Coverage

CoverageCoverage – Was ist das eigentlich?

Das englische Wort Coverage ist mit den deutschen Wörtern Schuldendienstdeckungsgrad oder Kapitaldeckungsgrad zu übersetzen. Coverage bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, mit dem ihm zur Verfügung stehenden Cashflow (Eigenkapital) seinen Schuldendienst zu decken. Das Wort Coverage kommt aus der englischen Sprache und heißt „Debt Service Coverage Ratio“. So bezeichnet der Kapitaldeckungsgrad oder auch der Schuldendienstdeckungsgrad eine wirtschaftliche Kennzahl. Diese Kennzahl wird für die Gegenüberstellung von Kreditzinsen und Tilgung auf der einen Seite und bestimmten Einnahmen auf der anderen Seite verwendet. Mit dieser Methode wird die Fähigkeit des Schuldners ermittelt, die Zinsen und deren Tilgung für die von ihm aufgenommenen Kredite aufzubringen.

Schuldenkennzahl

Coverage definiert also nichts anderes als eine Schuldenkennzahl. Der Schuldendienst definiert sich durch Zinsaufwand und Tilgungen. Zinstragende Verbindlichkeiten bezeichnen die Zinsen und alle Zinsaufwendungen. Welche Art von Einnahmen ein Schuldner verzeichnet, hängt davon ab, ob er den Staat, dessen Gebietskörperschaften oder ein Unternehmen repräsentiert. Je günstiger die Eigenkapitalsituation des Unternehmens ist, desto leichter fällt es dem Schuldner, seinen Schuldendienst zu bestreiten. Bleibt der Schuldenstand bei ansteigendem Zinsniveau gleich oder werden mehr Schulden aufgenommen, verschlechtert sich die Fähigkeit des Schuldners, seinen Schuldendienst zu begleichen.

Kreditausfallrisiko

Es gibt noch weitere Kennzahlen, die es Kreditgebern erleichtern, das Kreditausfallrisiko eines Schuldners zu beurteilen. Die Kennzahl des Schuldendienstdeckungsgrades (Coverage) umfasst zusätzlich die zu leistenden Tilgungen, während die Zinslastquote lediglich den Zinsaufwand berücksichtigt. Diese Kennzahlen sind für den Kreditgeber wichtige Entscheidungs- und Steuerungsgrößen. Die Kennzahl EBITDA bezeichnet den Gewinn vor Zinsen und Steuern. Der Kapitaldienst eines Unternehmens wird dieser Kennzahl beziehungsweise dem Cashflow vor Zinsen und Tilgung innerhalb einer Periode gegenübergestellt. Anhand dieser Messgrößen wird der Kapitaldienst bestritten. Je höher der Gewinn vor Zinsen und Steuern eines Unternehmens (EBITDA) beziehungsweise dessen Cashflow, also der Kapitaldeckungsgrad (Coverage), ausfällt, umso eher ist ein Unternehmen in der Lage, seinen Schuldendienst zu decken. Der Schuldendienstdeckungsgrad (Coverage) berechnet sich aus der Kennzahl EBITDA (Gewinn vor Zinsen und Steuern) dividiert durch die Zinsaufwendungen plus die Tilgungszahlungen. Der Schuldendienstdeckungsgrad berücksichtigt jedoch nur das jeweilige Periodenergebnis. Mit dieser Kennzahl verwandt ist der sogenannte „Loan Life Cover Ratio (LLCR)“, der den Barwert des gesamten Cashflows berücksichtigt und diesen über die Darlehenslaufzeit zu der jeweiligen Restschuld des Unternehmens ins Verhältnis setzt. Der „Loan Life Cover Ratio“ steht für die Fähigkeit eines Schuldners, mittels eines Projektes oder einer Investition seinen Schuldendienst über die gesamte Laufzeit des von ihm aufgenommenen Darlehns zu erbringen.

Projektfinanzierungen

Um eine durchgehende Ablösung der Zinsen und Tilgung zur Fremdkapitaldeckung zu gewährleisten, muss der Deckungsgrad (Coverage) mindestens ein Verhältnis von 1:1 aufweisen. Überschreitet der Schuldendienst eines Unternehmens dauerhaft 50 Prozent des Cashflows (Eigenkapitalausstattung) und EBITDA (Gewinn vor Zinsen und Steuern), wird die Schuldensituation des Unternehmens kritisch. In dieser Situation unterschreitet der Eigenkapitalanteil (Cashflow) den Schuldendienst um das Doppelte. Im Falle von Projektfinanzierungen wird von einem Deckungsgrad (Coverage) in Höhe von 1:2 ausgegangen. In dieser Situation muss der Eigenkapitalanteil des Projekts den Schuldendienst (Verbindlichkeiten) um 20 Prozent überschreiten. Bei internationalen Projektfinanzierungen wird diese Eigenkapitalquote noch höher angesetzt. Das Verhältnis liegt bei 1:1, 3 bis 1:1,5. Sinkt der Eigenkapitalanteil (Kennzahl Cashflow) durch eine ungünstige Geschäftslage des Unternehmens auf der einen Seite und/oder erhöht sich der Schuldendienst durch höhere Kredite und Zinsen auf der anderen Seite, so steigt gleichzeitig das Kreditausfallrisiko der Projektfinanzierung.

Eine Erhöhung des Eigenkapitalanteils ist immer dann geboten, wenn ein ungünstiger Schuldendienstdeckungsgrad (Coverage) einem steigenden Fremdkapitalanteil gegenübersteht und sich die Abhängigkeit von Kreditgebern erhöht. Bei dieser ungünstigen Ausgangssituation spricht man von einer Unternehmenskrise.

Die öffentliche Hand

Auch Staaten und damit ihre Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden) finden sich durchaus in der Position als Kreditnehmer wieder. Sie müssen sich gleichfalls mit der Kennzahl des Schuldendienstdeckungsgrades beschäftigen. Der Staat als Kreditnehmer bestreitet seinen Schuldendienstdeckungsgrad durch sein Bruttoinlandsprodukt und seine Exporterlöse, denen die Staatsausgaben gegenübergestellt werden. Der Schuldendienstdeckungsgrad errechnet sich durch die Zinsaufwendungen plus Tilgungszahlungen dividiert durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder die Gesamteinnahmen. Ist der Umfang kurzfristiger Schulden relativ hoch, kann der Schuldendienst stärkeren Veränderungen unterliegen. Dabei unterliegen die variablen Schuldzinsen größeren Marktschwankungen. Überschreitet der Zins- und Tilgungsdienst 20 bis 25 Prozent der regelmäßig erzielbaren Exporteinnahmen des Staates oder die Gesamteinnahmen der Gebietskörperschaften, spricht man von einer kritischen Situation des jeweiligen öffentlichen Haushaltes.