Start Allgemein Die Gratwanderung zwischen Freundschaft und beruflicher Zusammenarbeit

Die Gratwanderung zwischen Freundschaft und beruflicher Zusammenarbeit

0
TEILEN

Die Gradwanderung ziwschen Freundschaft und beruflicher Zusammenarbeit Wie meistern Sie nun den Spagat zwischen kollegialer Zusammenarbeit und angemessener Zurückhaltung?

Freundschaften mit Ihren Kollegen können die Arbeitsatmosphäre angenehmer gestalten, aber auch zu Konflikten führen. Menschen sind auch am Arbeitsplatz soziale Wesen. Sie haben das Bedürfnis nach Kommunikation, Anerkennung und Freundlichkeit. Daher ist es wenig sinnvoll, freundschaftliche Beziehungen zu Kollegen generell auszuschließen. Es kommt immer auf die individuelle Situation an. Bei manchen Kollegen ist es tatsächlich besser, einen distanzierten, aber freundlichen Abstand zu halten, etwa dann, wenn dieser Kollege ein Vorgesetzter ist. Menschen hegen Sympathien und Antipathien, auch bei der Arbeit müssen Sie nicht zwingend mit jedem Kollegen gleich gut auskommen. Ziehen Sie die Grenze zwischen kollegialer Freundlichkeit und echter Sympathie.

In jeder zwischenmenschlichen Beziehung besteht Konfliktpotential. Bahnt sich ein Konflikt an, ignorieren Sie ihn nicht, sondern sprechen Sie mit den betreffenden Kollegen über die Probleme und bieten Sie eine Lösung an. Hören Sie sich auch die Argumente Ihres Gegenübers an. Sie können leicht in einen Loyalitätskonflikt geraten. In dieser Situation ist Ihr Freund eben nicht nur Freund, sondern auch der Arbeitskollege. Sie müssen entscheiden, was für sie wichtiger ist.

Vermeiden Sie in jeder Situation, über Vorgesetzte und Ihren Chef zu lästern. Diese Grenze gilt auch für befreundete Kollegen, denn Sie wissen nicht, wie sich diese Beziehung in Zukunft entwickelt. Auch wenn Sie Ihren Job noch so gerne verrichten und die Firma Ihr Leben ist, vergessen Sie nicht Ihr Privatleben. Achten Sie auf ein Leben und einen Freundeskreis neben Ihrer Arbeit. Wenn Sie auch privat ausschließlich Kontakt mit Ihren Arbeitskollegen pflegen, fällt es Ihnen schwer, abzuschalten, da Sie sicherlich auch bei privaten Anlässen über die Arbeit sprechen. Ferner müssen Sie damit rechnen, nicht auf immer ewig in dieser einen Firma tätig zu sein. Bei einem Jobwechsel ist in der Regel auch der aus Kollegen bestehende Freundeskreis weg.

Freundschaften am Arbeitsplatz schaffen eine angenehme Atmosphäre und Sie geraten schnell in die Versuchung, ein Schwätzchen zu halten: im Büro, am Kopierer, in der Küche oder im Treppenhaus. Soziale Kontakte lockern das Arbeiten auf und sind durchaus eine willkommene Abwechslung, aber nur dann, wenn der Job nicht zur Plauderstunde gerät. Teilen Sie Ihre Kollegen in echte Freunde und nette Kollegen ein. Echten Freunden vertrauen Sie eher etwas Privates an, als Kollegen, zu denen Sie ein nettes, aber distanziertes Verhältnis pflegen. Überlegen Sie erst und reden dann.

Manche Arbeitgeber setzen alles daran, privaten Kontakt nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch nach Feierabend aus verschiedenen Grünen zu verhindern. Rechtlich gesehen ist Ihr Arbeitgeber nicht in der Position, über Ihr Privatleben zu bestimmen. Zu diesen Einschränkungen gehört auch der private Kontakt zu Arbeitskollegen. Oft finden Paare, die erst Kollegen waren, auch privat zueinander. Diese Situation ist immer delikat. Kommen Sie in so eine Situation, gehen Sie nicht zu offensiv damit um. Verhalten Sie sich am Arbeitsplatz weiterhin neutral und warten Sie ab, wie sich die Situation entwickelt. Liebe am Arbeitsplatz birgt Konfliktpotential, das von Vorgesetzten nicht gerne gesehen wird. Machen Sie Ihre neue Situation bei einer geeigneten Gelegenheit öffentlich. Ihre Kollegen werden Ihre veränderte Situation früher oder später sowieso herausfinden. Ebenso wenig wie Ihr Arbeitgeber Ihnen private Kontakte zu Ihren Arbeitskollegen verbieten darf, ist er auch nicht berechtigt, diese zu forcieren. Jeder Mitarbeiter muss selbst entscheiden, was für ihn angemessen ist, sollte sich jedoch dem allgemeinen Sozialverhalten der Kollegen anschließen.

Ein wichtiger Punkt sind soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing und Instagram. Nutzen Sie diese Netzwerke ausschließlich beruflich, bieten Sie Ihnen viele Vorteile und einen großen Nutzen. Vermeiden Sie jedoch, Firmeninterna preiszugeben, da die meisten Arbeitsverträge eine Verschwiegenheitsklausel beinhalten. Lästern Sie nicht über Vorgesetzte, den Chef oder Kollegen. Auch das Ausbreiten von Problemen am Arbeitsplatz mit Kollegen und Vorgesetzten gehören nicht auf einen Facebook-Account oder in ein Karrierenetzwerk wie Xing. Potentielle Arbeitgeber sehen im Fall solcher Plaudertaschen von einer Einstellung ab. Auch wenn Sie geschlossene Profile haben, die nur für Freunde einsehbar sind, ist die virtuelle Welt ein Dorf. Sie wissen nicht, welche Freunde Ihre Freunde haben. Darunter könnte auch der Kollege oder der Chef sein, über die Sie gerade lästern.

Fazit

Arbeitswelt und Privatleben lassen sich nicht strikt trennen. Unsere Arbeitskollegen sind die Menschen, mit denen wir einen großen Teil unseres Lebens verbringen. Gute und freundschaftliche Beziehungen schaffen ein produktives Arbeitsklima. Die physischen und psychischen Anforderungen der modernen Berufswelt lassen nur wenig Raum für private Freundschaften, Hobbys und Familie. Aus diesem Grund haben wir das Bedürfnis nach sozialen Kontakten, Freundschaft und Nähe, die sich dann zwangsweise am Arbeitsplatz zu den Kollegen ergeben, mit denen wir uns gut verstehen. Sobald Sach- und Beziehungsebene sich vermischen, kann eine Konfliktsituation entstehen. Es gilt, diesen Drahtseilakt zu meistern und einen gesunden Ausgleich zum Arbeitsleben zu schaffen.

Viele Arbeitnehmer sind unsicher, wie sie auf private Probleme ihre Kollegen reagieren sollen. Loyalitätskonflikte zwischen Privat- und Arbeitsleben können entstehen und zwischen Kollegen auf der gleichen Hierarchieebene Neid und Missgunst, wenn der eine die gewünschte Beförderung erhält und der andere nicht. Viele Kollegen, die plötzlich Chef sind, berichten, dass es immer einsamer um sie herum wird, je höher sie in der Hierarchie aufsteigen und dass einstige Kollegen und Freunde auf Abstand bleiben. Liegt so eine Situation vor, wird der Kampf um die Karriere zwischen Freunden umso härter, je weniger Distanz besteht und Insiderinformationen missbraucht werden. Als Vorgesetzter sind die einstigen Kollegen nicht mehr Freunde auf Augenhöhe, sondern Mitarbeiter. Der Vorgesetzte muss entsprechend agieren, um seine Autorität nicht zu untergraben. Allerdings spricht auch in dieser Konstellation nichts dagegen, mit den einstigen Kollegen weiterhin freundschaftlich umzugehen, wenn es die Situation erlaubt.

Generell sollten Sie Freundschaften am Arbeitsplatz nicht ausschließen, wenn Sie Kollegen haben, mit denen Sie auf der gleichen Wellenlänge sind. Diese Beziehungen sollten Sie jedoch immer an die sozialen Gegebenheiten und die individuelle Situation in der Firma anpassen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT