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Ertrag

ErtragAls Ertrag kann ganz allgemein das Ergebnis von etwas Geschaffenem bezeichnet werden. Geläufig ist der landwirtschaftliche Ertrag, der durch die Bodenwirtschaft generiert wird. Zunächst wird gesät, dann wird geerntet. Die Ernte ist der Ertrag, also das Ergebnis der wirtschaftlichen Leistung. Im Bereich der Volkswirtschaft ist eine Ertragsform der Kapitalertrag. Angesprochen sind damit die Zinsen für das vorhandene Kapital, das ertrag-, und zwar zinsbringend, angelegt wird. Auch hier handelt es sich um eine Vermehrung des Vorhandenen. In der Landwirtschaft wird das Erzielen von Erträgen noch deutlicher. Hier ist nichts vorhanden, sondern es muss zunächst gesät werden. Daraus entwickelt sich ein Mehr, das im Ergebnis den Ertrag darstellt.

Unternehmensertrag als Unternehmenszuwachs

Der Existenzgründer ist geradezu gezwungen, einen Ertrag in Form des Unternehmensgewinns zu erzielen. Gelingt ihm das nicht, stagniert bestenfalls das Unternehmen. Da mit der Unternehmensführung laufende sowie einmalige Ausgaben verbunden sind, führt kein oder ein zu geringer Ertrag schon nach kurzer Zeit zur Überschuldung. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, weil kein Ertrag, also kein Unternehmensgewinn beziehungsweise Unternehmenszuwachs, erzielt wird.
Der Ertrag verringert sich um den Aufwand; das sind die mit der Unternehmensführung verbundenen direkten sowie mittelbaren Ausgaben und Aufwendungen. Betriebswirtschaftlich wird in den betriebsbedingten sowie in den neutralen Ertrag unterschieden. Betriebsbedingt heißt, dass der damit verbundene Ertrag unmittelbar mit der Betriebsführung im Zusammenhang steht. Es sind die Lieferungen und Leistungen, die dem Auftraggeber als Kunden berechnet werden. Alle anderen Erträge werden als neutral, in dem Sinne als betriebsfremd bezeichnet. Zu ihnen gehören typischerweise alle Erträge aus Immobilien wie Mieten und Pachten, aus Rückzahlungen sowie Erstattungen von Steuern, Energieabrechnungen, sowie alle sonstigen Erträge, die betriebsbedingt nicht zuzuordnen sind. Dem Ertrag steht direkt der damit verbundene Aufwand gegenüber. Das saldierte Ergebnis zeigt das Gesamtvermögen.

Ertrag und Einnahme-Überschuss-Rechnung

Bei der einfachen Einnahme-Überschuss-Rechnung zu Beginn der Existenzgründung wird vom Jungunternehmer nicht erwartet, dass er seinen Ertrag getrennt aus betriebs- sowie aus volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet. Für ihn ist der Ertrag gleichbedeutend mit der saldierten Einnahme-Überschuss-Rechnung; das heißt mit dem Ergebnis aus Einnahmen und Ausgaben. Erst auf den zweiten Blick wird es interessant zu wissen, welcher Anteil am Ertrag aus dem Unternehmen selbst erzielt worden, also betriebsbedingt, und welcher Ertragsanteil neutral ist. Da die Existenzgründung in den meisten Fällen mit einer Fremdfinanzierung der einmaligen Gründungskosten verbunden ist, bleibt kaum ein Spielraum für neutrale Erträge aus Immobilien oder dergleichen. De facto wird es so sein, dass das saldierte Ergebnis auch der Ertrag ist. Ertrag minus Aufwand ergibt das Gesamtvermögen; Einnahmen minus Ausgaben sind der Überschuss respektive Fehlbetrag.

Ertrag in der Landwirtschaft als Kalkulationsgrundlage

Wenn der Jungunternehmer ein Landwirt ist, dann hat der Begriff Ertrag für ihn noch eine ganz andere und besondere Bedeutung. Der Ertrag ist eine Kalkulationsgrundlage der Ernteeinfuhr für eine vorgegebene Bodenfläche, die in der Regel in Hektar gemessen und gerechnet wird. Beim Ertragsniveau wird in die Sommer- und die Winterernte getrennt. Entscheidend ist auch, was auf welcher Bodenfläche angebaut wird, denn auch diese Auswahl ist ertragsabhängig. Erträge in der Landwirtschaft werden von Wetter und Witterung beeinflusst. Der Landwirt kann lediglich feststellen, ob es eine gute, also ertragreiche Ernte war, oder eher nicht. Daraus entwickelt sich dann in der Folge der wirtschaftliche Ertrag mit Einnahme, Ausgabe sowie Überschuss oder Fehlbetrag. In der Landwirtschaft ist eine Ertragsberechnung von vielen unbeeinflussbaren Faktoren abhängig. Temperaturen, Schädlings- oder Unkrautbekämpfung, Starkregen, früher Frost oder Hagelschauer können, wie es heißt, eine ganze Ernte zunichtemachen. Der Ertrag ist dann buchstäblich gleich Null.

Ertrag als solcher ist ein gängiger Begriff, der sowohl im Privaten als auch im Gewerblichen genutzt wird. Jeder weiß, dass damit eine Mehrung des Vorhandenen, also ein positives Ergebnis gemeint ist. Ein Ertrag mehrt und festigt den Ausgangsbestand; angefangen beim ersten Jahresertrag, sprich Jahresüberschuss nach der erfolgreichen Existenzgründung.