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Finanzplan

FinanzplanAls Finanzen wird sowohl im engeren als auch im weiteren Sinne die Summe aller Geld- und Vermögensanlagen bezeichnet. Das gilt für die öffentliche Hand von Bund, Ländern und Gemeinden ebenso wie für die Privatwirtschaft; beginnend bei der großen Kapitalgesellschaft, bis hin zum Unternehmer als einem Gewerbetreibenden. Mit den Finanzen muss gehaushaltet und gewirtschaftet werden. Sie sind eine der wichtigen Grundlagen für die Unternehmensführung, deren Ziel es ist, mit Umsatz und Gewinn den Firmenwert zu steigern und die Finanzen, also das Geld- und Betriebsvermögen, zu mehren.

Finanzplan als unentbehrliche Planungs- und Arbeitsgrundlage

Der Plan ist eine schriftliche Unterlage, die das betreffende Vorhaben mit seinen einzelnen Maßnahmen und Abschnitten beschreibt. Das typische Beispiel und eine unentbehrliche Grundlage für jeden Existenzgründer ist der Businessplan, der in seiner Bedeutung durch den Finanzplan ergänzt wird. Jede Existenzgründung muss finanziert werden, sprich bezahlbar sein. Sowohl für die eigene Übersicht als auch zur Vorlage bei Banken und Sparkassen zur Fremdfinanzierung wird ein ausführlicher Finanzplan benötigt. Ganz unabhängig von der Größe des neugegründeten Unternehmens sollte der Finanzplan wie folgt gegliedert sein:
• Budgetplanung
• Liquiditätsplanung
• Kredit-/Darlehensplanung
• Kreditoren-/Debitoren-Planung

Während sowohl Budget- als auch Liquiditätsplanung von Anfang an notwendig sind, entwickeln sich die beiden anderen Teilbereiche innerhalb der Finanzplanung erst im Laufe der nächsten Monate.
Der Selbstständige muss in seinem ersten Finanzplan alle zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben zusammenstellen. Beide Seiten, also die Einnahme- und die Ausgabenseite, sind in einmalige sowie in laufend wiederkehrende Positionen zu trennen. Der Einfachheit halber können sie durchnummeriert werden; die Einnahmen mit E/1, E/2 …, die Ausgaben dementsprechend mit A/1, A/2 … . Jede Position erhält eine kurze Beschreibung, um welche Einnahme- beziehungsweise Ausgabeart es sich handelt. Schon mit dieser ersten Übersicht ergibt sich eine Trennung des Finanzplans in das einmalige sowie in das laufende Budget.

Laufende Einnahmen müssen laufende Ausgaben decken

Angestrebt werden muss, dass bereits mit dem Start der Unternehmenstätigkeit alle laufenden Ausgaben durch die generierten Einnahmen gedeckt, also finanziert werden können. Der verbleibende Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben ist derjenige Betrag, den der Existenzgründer als Privatentnahme für seinen laufenden Lebensunterhalt verfügbar hat. Wenn die Privatentnahme höher als diese Differenz ist, dann wird auf Kosten des gerade gegründeten Unternehmens gelebt. Der Selbstständige verbraucht mehr für sich selbst, als er verdient hat, was dauerhaft nicht gutgehen kann.

Existenzgründungsausgaben fremdfinanzieren

Mit der Existenzgründung werden einmalige Ausgaben fällig, die oftmals nur teilweise oder gar nicht durch Erspartes finanzierbar sind. Sie müssen über einen kurzfristigen Bankkredit oder ein längerfristiges Darlehen fremdfinanziert werden. Dafür ist ein eigenes Budget innerhalb des Finanzplans aufzustellen. Es ist die Grundlage für das Verhandlungsgespräch mit dem Kreditinstitut, und der anschließende Schuldendienst wird dann in der Kredit-/Darlehensplanung als eigener Teilbereich des Finanzplans zusammengefasst.

Gute Liquiditätsplanung spart Dispo-Zinsen auf dem Firmenkonto

Liquidität bedeutet im übertragenen Sinne, geldlich flüssig zu sein, also fällige Zahlungen jederzeit leisten zu können. Dazu verhilft der Guthabensaldo auf dem Firmenkonto oder der eingeräumte Dispo-Kredit, der jedoch Geld kostet. Zu einer gekonnten Liquiditätsplanung gehört es auch, regelmäßige wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben terminlich so aufeinander abzustimmen, dass immer eine Kontodeckung vorhanden ist, bevor Rechnungen bezahlt werden. Die Liquiditätsplanung als ein besonders wichtiger Teil des Finanzplans ist ein Monatsplan. Alle Einnahmen und Ausgaben werden mit ihrer Summe unter dem Datum eingetragen, zu dem sie fällig werden. Der Kontostand zum Monatsbeginn ist der Anfangssaldo. Jetzt lässt sich der Monat durchplanen. Der Unternehmer sieht mit einem Blick, an welchen Tagen die Ausgaben höher sind als der Kontostand und kann dementsprechend bedarfsgerecht reagieren.

Für den Jungunternehmer, der seine neue Existenz aufbaut, sind die beiden Bereiche Budgetplan sowie Liquiditätsplan unentbehrliche Grundlagen; zum einen zur Fremdmittelbeschaffung, zum anderen, um einen Überblick über die eigene Finanzsituation zu haben und zu behalten.