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Fremdfinanzierung

FremdfinanzierungEigenfinanzierung bedeutet, der Unternehmer, die Teilhaber (Gesellschafter) oder Personen, die bisher noch nicht am Unternehmen beteiligt waren (stille Gesellschafter), führen dem Unternehmen Eigenkapital zu. Kann oder will sich ein Unternehmen auf diese Art nicht finanzieren, muss es eine Fremdfinanzierung anstreben. Zu einer Fremdfinanzierung zählen: Bankkredit, Kontokorrentkredit, Lieferantenkredit sowie Leasing. Um eine Fremdfinanzierung zu erhalten, muss das Unternehmen eine gute Bonität (Kreditwürdigkeit) vorweisen. Das heißt, Finanzierungsunternehmen analysieren die wirtschaftliche Lage des Unternehmens sowie dessen Zukunftsaussichten. Dazu dient ihnen ein Businessplan, eine Branchenanalyse, die Bilanz und die GuV-Rechnung. Weiterhin verlangen sie Sicherheiten und nehmen die Unternehmensführung unter die Lupe: fachliches und betriebswirtschaftliches Know-how, Vertrauenswürdigkeit usw.

Bankkredit zur Fremdfinanzierung

Der Bankkredit ist die klassische Art der Fremdfinanzierung, für den in der Regel eine gute Bonität notwendig ist. Denn die Bank will ihr verliehenes Geld samt Zinsen rechtzeitig zurückerhalten. Bei der Tilgung des Kredits gibt es verschiedene Möglichkeiten: Laufende Raten (monatlich oder vierteljährlich) sind ab dem Zeitpunkt der Kreditaufnahme zu bezahlen. Oder der Kreditnehmer beginnt mit der Rückzahlung mehrere Monate nach der der Aufnahme des Kredites. Des Weiteren kann er mit dem Kreditgeber vereinbaren, den Kredit am Ende der vereinbarten Laufzeit komplett zurück zu bezahlen: endfälliger Kredit. Der Bankkredit kann unterschiedliche Kosten verursachen: Zinsen, Provisionen (bei Abschluss des Kredits), Gebühren und Kreditsteuern.

Kontokorrentkredit

Darunter ist die Ausnutzung einer Kreditlinie oder eines Überziehungsrahmens zu verstehen, den Banken Unternehmen für deren Firmenkonten zur Verfügung stellen. Für den Kontokorrentkredit richtet ein Unternehmen ein Konto bei einer Bank ein, über das die Bank alle laufenden Einzahlungen und Auszahlungen abwickelt. Dies führt zu einem positiven (Guthaben) oder negativen Kontostand. Für den jeweiligen Kontostand fallen Zinsen an, die gering sind, wenn es sich um ein Guthaben handelt. Rutscht der Kontostand ins Minus, sind die Zinsen extrem hoch: Die Überziehungszinsen betragen um die 13 Prozent. Für Guthaben gibt es weniger als ein halbes Prozent Zinsen. Wegen der hohen Zinsbelastung ist der Kontokorrentkredit nicht bei längerfristigem Kapitalbedarf anzuraten.

Lieferantenkredit als Fremdfinanzierung

Darunter ist zu verstehen, dass das Unternehmen Zahlungsfristen, die Lieferanten gewähren, ausnutzt. Auf diese Weise vergehen mehrere Tage, bis die liquiden Mittel abfließen. Beispiel: Die Zahlung hat innerhalb von zehn Tagen zu erfolgen. Danach verrechnet der Lieferant zwei Prozent Zinsen für jeden Monat. Hier bietet es sich für das Unternehmen an, die Zahlungsfrist von zehn Tagen bis zum letzten Tag auszunutzen.

Leasing

Diese Variante der Fremdfinanzierung hat sich bei vielen Unternehmen als Alternative zum klassischen Bankkredit etabliert. Dabei kann ein Unternehmen Computer, Fahrzeuge oder Immobilien leasen. Leasing ist eine Art Mietvertrag, bei dem die Partner der Leasingnehmer und der Leasinggeber sind. Das Leasinggut verbleibt im Eigentum des Leasinggebers. Der Leasingnehmer kann das Leasingobjekt nutzen und bezahlt dafür eine Leasingrate. Diese deckt die beim Leasinggeber anfallenden Kosten für die Finanzierung sowie den Verwaltungsaufwand und sein Risiko.
Darüber hinaus können Leasinggeber und Leasingnehmer Vereinbarungen treffen, wie:
Abschluss einer Versicherung, die das Risiko eines Totalschadens am Leasingobjekt (Auto) abdeckt. Ob das Leasingobjekt am Ende der Laufzeit an den Leasinggeber zurückgeht oder es des Leasingnehmer gegen Zahlung eines bestimmten Betrages kaufen kann.

Leasing oder Bankkredit?

Unternehmen stehen oft vor der Wahl, ob sie eine Investition mit einem Kredit oder durch Leasing finanzieren. Zu beachten sind dabei folgende Kriterien: Wie hoch ist der Effektivzins? Ein Effektivzinsvergleich kann helfen. Außerdem spielen bilanzpolitische Aspekte eine Rolle. Beim kreditfinanzierten Kauf eines Fahrzeuges taucht sowohl das Fahrzeug als auch der Kredit in der Bilanz auf. Beim Leasing treten allein die Raten als Aufwand in Erscheinung. Des Weiteren spielen für die Entscheidung, ob Leasing oder Bankkredit steuerliche Aspekte eine Rolle.