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Investitionsplan

InvestitionsplanInvestieren heißt, die Zukunft zu gestalten

Stillstand in einem Unternehmen darf als kontraproduktive Firmenpolitik bezeichnet werden. Bereits ein Existenzgründer wird sich mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner Geschäftsidee beschäftigen und sich ausführliche Gedanken über seinen kurz-, mittel- und langfristig aufgebauten Investitionsplan machen müssen. Fachleute sprechen heute auch von einer Investitionsrechnung und ordnen dieser verschiedene Verfahrensmodelle zu, die über die eigentliche Kostenberechnung hinaus gehen. Das macht Sinn, zumal es auch um quantifizierende, rational nachvollziehbare Entscheidungshilfen geht.
Fakt ist, dass die Investitionsrechnung mit einem Anteil von weit über 50 Prozent an sämtlichen Entscheidungen beteiligt ist. Ein weiterer Vorteil ist die integrierte Vor- und Nachkalkulation der Kostenseite, deren Ergebnisse für eine Investitionsplanung von entscheidender Bedeutung sind. Weitere Faktoren wie Technik, rechtliche Bestimmungen, aber auch ökonomisch wichtige Größen spielen eine zusätzliche Rolle.

Statische und dynamische Investitionsplanung

Vor dem Einstieg in diese beiden Verfahren sollen die unterschiedlichen Erklärungen der s.g. Investitionstheorie kurz angesprochen sein. Die statische Vorgehensweise entspringt dem Regelwerk des Rechnungswesens. Daraus resultiert die Annahme, dass dem Sach- und Finanzvermögen die entsprechenden finanziellen Mittel zugeführt werden. Als innovative Investitionsbereitschaft gilt hingegen die dynamische Planung. Dabei gehen die Fachleute von einem „Zahlungsstrom“ aus, der sämtliche Investitionszahlungen, also die Ein- und Ausgaben, implementiert.
Die statische Vorgehensweise orientiert sich an Durchschnittswerten der Kosten- und Erlösrechnung, die Datenrecherche wird bewusst gering gehalten, am Ende wird die zu beurteilende Investitionsentscheidung anhand von Näherungswerten getroffen.
Die Wirtschaftlichkeit einer Investition steht beim dynamischen Planungsmodell im Mittelpunkt. Verschiedene Projekte und deren Kosten aus vergangenen Perioden werden verglichen, die Datensammlung ist also zeitlich sehr aufwändig. Mathematische Berechnungsmodelle, als Beispiele genannt seien die Kapitalwert-, Vermögensendwert- oder Annuitätenmethode, lassen eine aussagekräftige Entscheidungsmatrix entstehen, da sich die bereits erwähnte Wirtschaftlichkeit wesentlich realistischer und praxisgerechter darstellt. Daraus ergeben sich u.a. auch Auswirkungen auf die Finanzierungsentscheidungen.

Wenn VOFI ins Spiel kommt

Wer seine Investitionsplanung mit Unterstützung einer wirtschaftswissenschaftlichen Berechnungsmethode langfristig aufbauen möchte, entscheidet sich für den s.g. „Vollständigen Finanzplan“, kurz VOFI genannt. Dieses Instrument inkludiert in der Investitionsrechnung u.a. auch Zinsbelastungen und steuerliche Aspekte. Die Entscheidung basiert demnach auf einem sehr präzisen Datenfluss, der in die Zukunft fortgeschrieben wird.
Das Gesamtmodell VOFI, entwickelt an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster, basiert auf DV-gesteuerten interaktiven Tabellenkalkulationen, die auch grafische und statistische Elemente für die Entscheidungsfindung einer geplanten Investition zur Verfügung stellt. Für die praxisnahe Anwendung entwickelt wurde in der Zwischenzeit ein Open-Source-Programm, das auf dem Ansatz „Model Driven Architecture“ (MDA) basiert. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der strikten Trennung zwischen Technik und Funktionalität, die zu einer Steigerung der Entwicklungsgeschwindigkeit beiträgt.

Investitionsplanung im unternehmerischen Kontext

Wohl kaum ein Unternehmer wird seine Investitionspläne für sich alleine betrachten. Auch ein Existenzgründer ist gut beraten, diesbezügliche Entscheidungen im Kontext mit seinen künftigen Finanz-, Produkt- und Absatzplänen zu treffen. Beginnend mit den notwendigen Gründungsinvestitionen sollte der Prozess in der Folge präzise definiert werden und einen entsprechenden Erfahrungsschatz aufbauen, ihn hinsichtlich des Produkt- oder Leistungsangebotes anpassen. Ergänzend sollte die gesamte Investitionsplanung auch als Controlling-Instrument dienen und die entsprechende Unternehmenstransparenz widerspiegelt.
An dieser Stelle darf der Hinweis auf investitionsgerichte Alternativpläne nicht fehlen. Sinn und Zweck dieser Methode ist es, sich von vornherein auf mögliche Änderungen hinsichtlich der Investitionsumfänge, Finanzierungsanforderungen oder sich am Markt ergebende, neue Szenarien einzustellen. Sinnvoll ist dabei ein periodischer Aufbau solcher Alternativpläne, um Investitionsentscheidungen realitäts- und zeitnah sowie flexibel zu ermöglichen. Ergänzend lassen sich auf diese Weise auch unterschiedliche Budgets zusammenstellen, die im Fall der Fälle sogar Rationalisierungs- oder Ersatzinvestitionen zulassen.