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Käufermarkt

KäufermarktEin Käufermarkt ist eine bestimmte Marktsituation, in der für die Nachfrageseite nach einer Ware oder einer Dienstleistung besonders gute Marktbedingungen herrschen. Kurz gesagt: Bei einem gegebenen Preis ist das Angebot in einem Käufermarkt höher als die Nachfrage. Der Gegensatz zu einem Käufermarkt ist ein Verkäufermarkt.

Während unter normalen markwirtschaftlichen Bedingungen eine Käufermarktsituation eher die Regel ist, entstehen Verkäufermarktsituationen vor allem dann, wenn marktbeherrschende Monopole auftreten oder andere Marktstörungen vorliegen.

In einem Verkäufermarkt finden können Kunden unter mehreren Anbietern und aus einem reichhaltigen Angebot auswählen. Weil nach den üblichen wirtschaftswissenschaftlichen Modellen Käufer einem günstigen Angebot den Vorzug vor einem teureren Angebot geben werden, im Käufermarkt auf lange Sicht entweder die Preise. Dieser Effekt tritt immer dann umso gravierender ein, je ausgeprägter die Marktmacht der Käufer ist – also wenn zum Beispiel ein besonders deutliches Überangebot vorliegt. In solchen Situationen bestimmen die Käufer die Vertragsbedingungen im Wesentlichen und handeln Preisnachlässe und günstige Liefer- und Zahlungsbedingungen wie lange Zahlungsziele oder Skonti aus.

In der Praxis wird ein Markt nicht auf lange Sicht ein Käufer- oder Verkäufermarkt in einer extremen Ausprägung sein, da die Mechanismen des Marktes für einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage sorgen. Unternehmen, die auf einem Käufermarkt keine kostendeckenden Preise mehr erwirtschaften können, werden in Konkurs gehen oder sich auf andere Produkte verlagern. Das Ergebnis wäre eine Reduzierung des Angebotes und eine Steigerung der Preise.

Das wirtschaftswissenschaftliche Modell des Schweinezyklus beschreibt einen ähnlichen Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage. Hierbei kommt es immer wieder zu Situationen, in denen ein deutlicher Angebots- beziehungsweise Nachfrageüberschuss besteht. Sind die Preise beispielsweise hoch, investieren die Anbieter in ihre Produktion – ziehen in diesem Fall also mehr Jungschweine auf. Weil die Produktion aber nicht in Echtzeit zur Nachfrageentwicklung verlaufen kann, ist das Maximum an Warenangebot zu einem Zeitpunkt erreicht, wenn die Nachfrage längst wieder im Sinken begriffen ist – aus einem Verkäufermarkt ist ein Käufermarkt entstanden. Für die Unternehmen besteht die ernste Gefahr, auf ihren Waren sitzen zu bleiben.

Die Marktanbieter können solche Situationen vermeiden, indem sie betriebswirtschaftlich vorausschauend auf die Entwicklung von Angebot und Nachfrage reagieren. Der Schweinezyklus könnte also dadurch unterbrochen werden, wenn Unternehmen ihre Produktions- und Investitionsplanung nicht an gemessenen Ist-Zahlen der Nachfrage orientieren, sondern versuchen, künftige Entwicklungen möglichst treffsicher zu schätzen. Dann würde das Angebotsmaximum zu einem Zeitpunkt erreicht, an dem auch das Nachfragemaximum vorliegt. Die Entwicklung von Angebot und Nachfrage würde also wieder im Gleichschritt laufen.

In der Praxis sind es jedoch nicht nur die Unternehmen, sondern auch staatliche Interventionen, die helfen können, die Entwicklung von Käufer- und Verkäufermärkten zu stoppen, indem Angebot und Nachfrage reguliert werden.

Ein bekanntes Beispiel für solche staatliche Interventionen sind die sogenannten Butterberge und Milchseen, die es in der Europäischen Union eins gab. Vor allem in den 1980er Jahren gab es in den Bereichen Milch und Butter eine starke Überproduktion – und existenzbedrohend fallende Preise für die Landwirtschaft. Als Reaktion darauf kaufte der Staat große Mengen Milch und Butter, die in Lagerhäusern untergebracht und später vernichtet wurden. Das Ziel war dabei, das Angebot auf dem extremen Käufermarkt zu verringern in der Hoffnung, dass Milchbauern und Molkereien auskömmliche Preise verlangen konnten.

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