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Materialeinzelkosten

MaterialeinzelkostenUm was handelt es sich bei dem Materialeinzelkosten?

Als Existenzgründer ist es besonders wichtig, sich auch mit der Kostenentstehung der produzierten Güter zu befassen. Ein wichtiger Bestandteil der Herstellkosten sind die so genannten Materialeinzelkosten. Sie gehören zur Kategorie der Materialkosten, die in der Kostenrechnung dem jeweiligen Kostenträger direkt zugeordnet werden. Sie stellen gleichzeitig die Grundlage für die Umlage der Materialgemeinkosten dar. Zu den Materialeinzelkosten gehören beispielsweise die Anschaffungskosten von Rohmaterial, zum Beispiel einem Rohling, welcher später weiterbearbeitet wird. Die Kosten für diesen Rohling können dem späteren Gesamtprodukt genau zugeordnet werden. Anders sieht es beispielsweise bei den Kosten für Werbung und Marketing aus. Hierbei handelt es sich nicht um Materialeinzelkosten. Die Gesamtkosten für ein erfolgreiches Marketing des Unternehmens können nicht einem einzelnen Produkt zugeordnet werden. Von daher kann auch nicht angegeben werden, mit wie viel Aufwand ein bestimmtes Produkt verkauft wurde.

Die Materialeinzelkosten

Generell wird zwischen Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten unterschieden. Die Unterscheidung erfolgt nach einer Zurechnung auf einen Kostenträger und eine Kostenstelle. Die Einzelkosten können einen Kostenträger oder einer Kostenstelle direkt zugeordnet werden. In der Fahrzeugindustrie kann bei der Herstellung eines PKWs der Motor als Materialeinzelkosten direkt dem Kostenträger PKW zugeordnet werden. Hingegen handelt es sich bei der Abschreibung der Produktionshalle um Gemeinkosten, die diesem speziellen PKW nicht zugeordnet werden können. Die Materialeinzelkosten sind bei der Produktkalkulation unerlässlich. Es handelt sich hierbei um variable Kosten, da sich der Preis für die Anschaffung des Rohmaterials ändern kann. In der Regel handelt es sich bei den Materialeinzelkosten um Zukaufteile und Rohstoffe, die direkt für die Produktion benötigt werden. Rein rechnerisch ergeben sich diese Kosten aus vorhandenen Stücklisten. Bei der PKW-Produktionen wäre eine Stückliste zum Beispiel: ein Motor, eine Batterie, ein Lenkrad, vier Felgen, vier Reifen, acht Airbags usw. Häufig werden diese Kosten auch über die Materialentnahmescheine erfasst.

Noch ein einfaches Beispiel für Materialeinzelkosten

Die goldene Feder eines hochwertigen Füllfederhalters kostet im Einkauf 50 €. Diese Materialkosten können beim Zusammenbau des Füllfederhalters dem Kostenträger direkt zugerechnet werden. Es handelt sich hierbei um echte Materialeinzelkosten. Für den Zusammenbau benötigt ein qualifizierter Mitarbeiter etwa 5 min Arbeitszeit. Die Arbeitsstunde wird insgesamt mit zwölf Euro berechnet. Insoweit fallen für die Herstellung des Füllfederhalters 1 Euro an Fertigungseinzelkosten an.

Die Materialeinzelkosten können aus zwei Gründen entstehen

Zum einen können Materialeinzelkosten Rohstoffe darstellen, die bei der betrieblichen Fertigung unbedingt benötigt werden. Andererseits fallen Materialeinzelkosten an, wenn fertige Produkte von Unternehmen gekauft werden und anschließend selbst eingebaut werden, um daraus ein völlig neues Produkt zu schaffen. Der erste Fall beschreibt beispielsweise den Rohstoff Holz für die Möbelherstellung oder das Gold, aus dem der Juwelier seine Schmuckstücke fertig. Mithilfe dieser Rohstoffe wird die Basis für die Fertigung eines Produktes geschaffen. Der Unternehmer weiß genau wie viele Rohstoffe er benötigt, um daraus ein fertiges Produkt zu erstellen. Möchte man dagegen ein komplexes Produkt anbieten, ist man häufig auf die Leistungen anderer Fremdfirmen angewiesen. So besteht beispielsweise ein Computer aus vielen Einzelteilen, die von Fremdfirmen im fertigen Zustand, beispielsweise als Festplatte oder Grafikkarte, angeboten werden. Während der Computer nun das eigentliche Produkt darstellt, gehören die Festplatte und die Grafikkarte zu den Materialeinzelkosten. Sie können jedoch direkt den Computer zugerechnet werden.