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SanierungJedes Unternehmen kann in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, die seinen Fortbestand gefährden. In den heutigen Zeiten globaler Marktwirtschaft und rasant wandelbarer Technik verändern sich Geschäftsfelder innerhalb kürzester Zeit. Ein Produkt, das heute noch einen hohen Marktwert besitzt, kann morgen schon veraltet sein. Vernachlässigt sein Hersteller die Weiterentwicklung und ruht sich auf dem Erreichten aus, kann diese Veränderung für ihn den kurzfristigen Absturz seines Unternehmens bedeuten. Der Handwerker, der nicht regelmäßig eine Nachkalkulation durchführt, um seine Wirtschaftlichkeit selbst zu überprüfen, kann durch nachlassende Effizienz schnell seine Gewinnspanne einbüßen.
Bereits diese beiden Beispiele zeigen, dass alle Unternehmer/innen zu keiner Zeit vor einer Krise ihres eigenen Unternehmens geschützt sind. Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem keine Gewinne mehr erzielt werden und das Eigenkapital des Unternehmens angegriffen werden muss, droht die Zahlungsunfähigkeit bis hin zur Insolvenz. Ab diesem Moment, wenn das Betriebsergebnis negativ ist, spricht man von einer Unternehmenskrise. Der Ausweg aus dieser Situation besteht in einer Sanierung. Sie sollte jedoch grundsätzlich nur erfolgen, wenn ihre vielfältig möglichen Maßnahmen auch auf einer Erfolgsaussicht basieren.
Die Sanierung eines Unternehmens setzt also erst ein, wenn eine Krise mit negativer Geschäftsbilanz besteht. Sie unterscheidet sich damit von Maßnahmen der Restrukturierung, auch Turnaround genannt. Eine Restrukturierung wird eingeleitet, wenn das Unternehmen noch zahlungsfähig ist, sich sein Betriebsergebnis durch fehlende Gewinne jedoch immer weiter verschlechtert. Dieser Zustand ist noch keine Krise. Im Gegensatz kann sich an eine Sanierung nach der Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit eine Restrukturierung, also ein Turnaround, anschließen.

Welche Bereiche umfasst die Sanierung eines Unternehmens?

Meist liegen der Krise eines Unternehmens mehrere Faktoren zugrunde, die sich multiplizieren. Schlechte Arbeitsbedingungen beispielsweise führen zu qualitativ unzureichender Arbeit, die sich in mangelndem Leistungswillen der Beschäftigten widerspiegeln. Sie beruhen auf einem Missmanagement, das nun versucht, sich mit restriktiven Maßnahmen durchzusetzen. Längst erforderlich gewordene Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen müssen nun in einer Zeit ausgeführt werden, in der die Gewinne eingebrochen sind. Es verbleibt keine Zeit zur Produktanpassung an die Marktverhältnisse und das Unternehmen gerät in eine Krise, die nur durch eine Sanierung wieder aufgehoben werden kann. Die Sanierung umfasst deshalb alle Bereiche der betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Komponenten eines Unternehmens. Erst wenn diese in ihrer Komplexität verändert worden sind, ist eine Krise abgewendet.

Welche Arten der Sanierung müssen berücksichtigt werden?

Oft wird eine Sanierung erforderlich, weil ein Unternehmen sein Geschäftsfeld und sein Produktportfolio seit Jahren nicht verändert hat. „Das war doch schon immer so und hat funktioniert“ – dieser Slogan wird der Geschäftsführung irgendwann zum Verhängnis und die Marktanpassung wurde schlichtweg verschlafen. Dementsprechend gilt es, bei einer Sanierung neue Geschäftsfelder zu erschließen, die eine wirtschaftlich sinnvolle Abwägung zwischen Risiko, Rendite und Wachstum beinhalten. Oftmals gehen sie einher mit der Auslagerung (Outsourcing) wenig lukrativer Teilbereiche und der Konzentration auf die Stärken der eigenen Leistungsfähigkeit. Das Unternehmen konzentriert sich zukünftig auf sein Kerngeschäft. Dazu gehört eine zukünftig konsequente Zielsetzung in den strategischen Geschäftsfeldern.
Missmanagement ist häufig der Auslöser für eine Unternehmenskrise. Wenn die Sanierung einsetzt, dürfen diesbezügliche Befindlichkeiten keine Rolle spielen und auch gut honorierte Posten müssen infrage gestellt werden. Die gesamte Hierarchie des Unternehmens muss durch sinnvolle Umbesetzungen, Neueinstellung, aber auch Entlassung neu organisiert werden. Die Neuausrichtung orientiert sich am zukünftigen Leistungsportfolio. Dies ist ein Prozess, der nicht unverzüglich erfolgen kann, sondern nach der Beseitigung der Krise immer wieder optimiert werden muss.
Ohne finanzielle Neuordnung ist eine Sanierung kaum erfolgreich. Sie besteht in der Erschließung neuer Kapitalquellen und der Sicherung des vorhandenen Kapitals. Nicht benötigte Ausstattungen werden verkauft und der Bestand wird auf das zukünftige Leistungsportfolio ausgerichtet und optimiert. Eine wesentliche Rolle spielt außerdem der Konsens mit den Gläubigern. Lieferanten und Kreditgeber können mit Stundungen, Umschuldungen oder auch einem Schuldenerlass dazu beitragen, dass die Sanierung erfolgreich verläuft.