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Stille Reserven

Stille-ReservenAuch wenn die Bilanz einen genauen Einblick in die unterschiedlichen Bestandteile des Vermögens eines Unternehmens geben soll, gibt es doch entsprechende Posten, die nicht eindeutig aufgelistet sind. Geht es zum Beispiel um Stille Reserven, ist die Rede oft von einer Unter- oder Überbewertung von Bestandteilen des Inventars. Sie zeigen sich nicht immer eindeutig und können daher dazu führen, dass die tatsächlichen Vermögenswerte eines Unternehmens erheblich höher oder sogar geringer sind, als man es in der Bilanz liest. Dabei können stille Reserven durch die verschiedensten Szenarien entstehen und müssen nicht zwangsweise etwas mit einem Verstoß gegen die kaufmännischen Pflichten zu tun haben.

Das Prinzip der stillen Reserven in der Bilanz

Auf den ersten Blick scheint es oft so als würden stille Reserven dann entstehen, wenn der Ersteller der Bilanz absichtlich mit falschen Werten arbeitet. Dabei sind es vor allem die Vorschriften für die Bilanzierung und die Bemessung von Werten, die dazu führen, dass es am Ende diese Reserven gibt. Das Prinzip dahinter ist einfach: Stille Reserven entstehen dann, wenn Vermögensgegenstände in einem Unternehmen zu niedrig bewertet oder Schulden zu hoch bewertet werden. Dadurch zeigt sich in der Bilanz nicht zwangsläufig der echte Vermögenswert, was langfristig dazu führt, dass die Bilanzsumme von den realen Werten eines Unternehmens abweichen kann. Besonders unter dem Eindruck der Abschreibungen und der Bewertungen, die verschiedene Vermögenswerte an einem Stichtag haben, kann sich der Wert in der Bilanz sehr stark verändern. Bei der Suche nach solchen Reserven in der Bilanz kann man nicht selten an den Punkt kommen, da die Investoren und die Betrachter einer Bilanz falsche Vorstellungen von den tatsächlichen Werten haben. Natürlich kann sich auch der Aufwand bei den Steuern verändern – allerdings sollte das im besten Fall durch andere Vorgänge vermieden werden. Was sind typische Fälle, in denen stille Reserven in einer Bilanz entstehen können?

  • Mit dem Anschaffungskostenprinzip wird klar definiert, dass sich der Wert von manchen Vermögensgegenständen nicht mehr in der Bilanz ändern. Wer zum Beispiel ein Grundstück für 1 Millionen Euro kauft, das im Laufe der Jahre durch die Wertsteigerung der Lage auch in seinem Grundwert auf 3 Millionen steigert, wird trotzdem nur den Kaufpreis als Wert in der eigenen Bilanz haben.
  • Bei Waren oder Bestandteilen des Anlagevermögens, das bereits nach kurzer Zeit abgeschrieben wird, bleibt immer ein Restwert vorhanden. Natürlich ist auch ein 7 Jahre alter PKW noch etwas wert – aber in der Bilanz ist der PKW zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschrieben und hat damit einen Wertverlust dargestellt.
  • Der Wert von Patenten, Lizenzen, digitalen Waren und Software wird in vielen Fällen innerhalb einer Bilanz nicht mit seinem echten Wert erfasst. Das heißt, dass besonders in den digitalen Agenturen in vielen Fällen eine Stille Reserve durch diesen Umstand vorhanden ist.

Stille Reserven können also in den verschiedensten Fällen in einer Bilanz auftauchen. Das ist aber kein langfristiges Problem – eine Auflösung passiert in der Regel ganz automatisch im Laufe der Zeit.

Stille Reserven und ihre Auflösung

Die betrieblichen Prozesse sollten dafür sorgen, dass sich stille Reserven im Laufe der Zeit von selbst auflösen. Das funktioniert aber nicht immer und besonders bei solchen Dingen wie Grundstücken kann es sehr schnell dazu kommen, dass der falsche Wert über lange Zeit in der Bilanz erhalten bleibt. Daher gibt es verschiedene Aktionen und Methoden, wie man die Berichtigung der Werte in die eigene Bilanz bekommt. Prinzipiell gibt es aber auch versteckte Lasten, die natürlich im Zweifel noch schneller einer Auflösung bedürfen. Wenn der Grundstückswert zum Beispiel sinkt – in solchen Fällen ist es wichtig, die stillen Reserven in der Bilanz zu erkennen und sie im Sinne der Transparenz manuell aufzulösen.