Start Allgemein Tücken und Fußangeln im Homeoffice

Tücken und Fußangeln im Homeoffice

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Tücken und Fußangeln im Homeoffice

Ein Homeoffice ist der Traum vieler Arbeitnehmer. Sie stellen sich einen Arbeitstag frei von Stress, nervenden Arbeitskollegen, unfreundlichen Vorgesetzten und Leistungsdruck vor. Man steht morgens auf, frühstückt gemütlich und findet dann seinen Weg an den Computer nur einen Raum weiter, ohne lange Anfahrtswege, die regelmäßig im Stau, noch mehr Stress und Verspätungen am Arbeitsplatz enden. Außerdem spart man noch das teure Benzin, denn das Auto bleibt in der Garage. Selbst der Stress im Badezimmer verbleibt, denn die Wahrnehmung durch die Außenwelt entfällt.

Disziplin

Ein lässiges Alltagsszenario, von dem Millionen Arbeitnehmer träumen, insbesondere dann, wenn der Stress am Arbeitsplatz immer stärker wird. Aber kann man diesen Traum vom Homeoffice wirklich so lässig leben, wie es den Anschein hat? Theoretisch ist das zwar möglich, praktisch sind jedoch nur die wenigsten Arbeitnehmer für dieses Szenario geschaffen, denn es hält jede Menge Tücken, Fußangeln, Zeitfresser und Kühlschrankfallen bereit. Ein Homeoffice verlangt ein hohes Maß an Disziplin und Regeln, die unbedingt und in jeder Situation einzuhalten sind. Die Situation im eigenen, gemütlichen Zuhause ist eine ganz andere als in einem externen Büro, wo man jederzeit unter der Beobachtung von Kollegen und Vorgesetzten steht. Ein externer Arbeitsplatz geht immer mit festen Regeln, Anordnungen von Vorgesetzten und der Erwartungshaltung von Kollegen einher. Darüber hinaus besteht ein ständiger Leistungsdruck.

Zeiteinteilung

Diese ungeliebten Begleiterscheinungen des Büroalltags geben unserem Arbeitstag jedoch eine feste Struktur. Im Homeoffice fallen diese festen Strukturen weg, da wir nicht mehr in direktem Kontakt mit Vorgesetzten und Kollegen und unter ständiger Beobachtung stehen. Disziplin und Ordnungstalent sind das oberste Gebot. Die Zeiteinteilung spielt eine wichtige Rolle. Dieses Thema fängt morgens beim Aufstehen an. Homejobber sind privilegiert und haben viele Annehmlichkeiten, von denen andere Arbeitnehmer nur träumen können. Umso wichtiger ist es jedoch, dass Sie Ihre Privilegien nicht über Gebühr strapazieren. Teilen Sie sich Ihren Tag so ein, als würden Sie in einem externen Büro arbeiten. Viele Homejobber machen den Fehler, sich gemütlich einzurichten und länger zu schlafen, den Tag gemütlich angehen zu lassen, um dann irgendwann um 10:00 Uhr mit der Arbeit zu beginnen. So wird das jedoch nichts, denn entweder müssen Sie die fehlenden Stunden bis spät abends nachholen, oder die Arbeit bleibt liegen und schnell ergibt sich ein Stau unbearbeiteter Projekte.

Zeitfresser

Die Gefahr von Ablenkungen jeder Art ist groß. Sie kommen schnell in Versuchung, die beste Freundin anzurufen, denn schließlich kann Ihnen niemand mehr private Gespräche am Arbeitsplatz verbieten. Auch die Ablenkung durch soziale Netzwerke oder Homeshopping ist groß, denn niemand reguliert Ihre Zeit, die Sie im Internet verbringen. Viele Homejobber lassen sich von der Versuchung der privaten Internetnutzung verführen und meinen, private Mails abrufen, What’s App oder Facebook zu nutzen, sei doch gar nicht so schlimm. Objektiv betrachtet sind private Telefonate und die private Internetnutzung die größten Zeitfresser, die Sie daran hindern, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren. Weitere Fallen sind der Kühlschrank, der Mittagsschlaf und der Fernseher. Vermeiden Sie es, immer wenn Sie gerade nicht weiterkommen, zum Kühlschrank zu gehen oder den Fernseher einzuschalten. Umgehen Sie den verführerischen Mittagsschlaf und halten Sie Ihre Pausen so ein wie in einem externen Büro, alles andere wirft Sie zurück.

Kleidung

Achten Sie auf Ihr Erscheinungsbild und „verlottern“ Sie nicht. Auch wenn Sie nur selten mit Kunden persönlichen Kontakt haben oder Besucher empfangen, achten Sie auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, so als ob Sie jederzeit außer Haus gehen wollen, oder Ihr Vorgesetzter unangemeldet vor der Haustür steht. Sie müssen zwar nicht mit Anzug und Krawatte oder Kostüm und Bluse am PC sitzen, ein legeres, aber gepflegtes Outfit, mit dem Sie sich jederzeit unter Leute trauen können, sollte jedoch Anwendung finden. Vermeiden Sie den unrasierten Look im Schlafanzug und Morgenrock mit einem überquellenden Aschenbecher auf Ihrem Schreibtisch. Dieses Erscheinungsbild steht exzentrischen Künstlern, nicht jedoch Ihnen als Homejobber.

Die Wahrnehmung durch Ihre Umwelt

Die größte Falle ist eine falsche Außenwahrnehmung. Freunde rufen an, Bekannte stehen unangemeldet vor der Haustür, die alte Dame in der Wohnung unter Ihnen bittet Sie wiederholt um Hilfe und der Vereinskollege will Sie über Gebühr für zusätzliche Arbeiten einspannen, da Sie jederzeit zuhause erreichbar sind. Homejobber genießen noch immer eine falsche Wahrnehmung, da ihre Umwelt der Meinung ist, wenn jemand zuhause ist, hat er automatisch den ganzen Tag Zeit. Machen Sie unmissverständlich klar, dass Sie einer regulären Arbeit nachgehen, wie jeder andere Arbeitnehmer auch und während Ihrer Arbeitszeit nicht zur Verfügung stehen.

Hausarbeit

Auch die Hausarbeit muss warten, bis Sie Ihre Arbeit erledigt haben. Fangen Sie nicht an, bei jeder Gelegenheit zu putzen, sondern ketten Sie sich am Schreibtisch fest und konzentrieren sich auf Ihre Arbeit. Wenn Sie in einem externen Büro arbeiten, muss die Hausarbeit auch bis nach Feierabend oder zum Wochenende warten. Sonst haben Sie zwar eine gepflegte Wohnung, aber ein schlecht geführtes Unternehmen.

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