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Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Umsatzsteuer-IdentifikationsnummerBei der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – kurz USt-IdNr. beziehungsweise UID – handelt es sich um eine im umsatzsteuerlichen Sinn genaue Kennzeichnung eines Betriebs in der EU.

Was bringt die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hat in der EU das Abwickeln des innergemeinschaftlichen Dienstleistungs- sowie Warenverkehrs im Sinne von Umsatzsteuerzwecken zum Ziel. Jeder Unternehmer, der innerhalb der EU Waren- und Dienstleistungen vertreibt, muss in Besitz einer solchen Nummer sein. Wird eine Ware oder Dienstleistung in ein Land außerhalb der Europäischen Union geliefert, genießt herrscht eine Befreiung von der Umsatzsteuer vor. Man bezeichnet dies auch als innergemeinschaftliche Lieferung. Man hat die Möglichkeit, anhand der Umsatzsteueridentifikationsnummer die Eigenschaft des Unternehmens des Empfängers der Leistung zu prüfen. Zu beachten ist bei Dienstleistungen, die für einen Unternehmer aus der EU erbracht werden, dass hierbei durch das Reverse-Charge-Verfahren die Steuerschuldnerschaft umgekehrt wird und die Leistung daher dort versteuert werden muss.
Gültigkeit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Möchte man die Gültigkeit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer überprüfen, kann das MwSt-Informationsaustauschsystem – kurz MIAS – der Europäischen Kommission behilflich sein. Bestehen dennoch Zweifel, sollte man sich an das Bundeszentralamt für Steuern – kurz BZSt – wenden.

Wie wird die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteile?

Die Frage, wie die man an eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer kommt, ist abhängig vom Land, in dem man lebt. In Deutschland erhalten Unternehmer, die im umsatzsteuerlichen Sinn fungieren, bei Einreichung eines Antrages kostenlos eine USt-IdNr. Vergeben wird diese vom Bundeszentralamt für Steuern – kurz BZSt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass man die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer online beantragt. Hierzu ist es notwendig, die Steuernummer anzugeben. In Österreich regelt das Umsatzsteuergesetz – kurz UStG – aus dem Jahr 1994 – den Prozess rund um die Erteilung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Der österreichische Unternehmer, der Lieferungen oder Dienstleistungen, die das Recht auf den Abzug der Vorsteuer mitbringen, erbringt, erhält automatisch eine UID.

Wie ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aufgebaut?

Am Anfang einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer steht stets ein Präfix, welcher aus zwei Großbuchstaben besteht. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um den zweistelligen ISO-3166-Alpha-2-Code des EU-Landes, in welchem sich der jeweilige Unternehmenssitz befindet. Anschließend weist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer 12 alphanumerische Zeichen auf. Darüber hinaus beginnt die deutsche USt-IdNr. stets mit den Buchstaben DE. Die österreichische UID hingegen startet nach dem Präfix AT jedes Mal mit einem U.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in Verbindung mit Impressum und Rechnungen

Laut § 14 UStG muss eine Rechnung stets entweder mit der Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ausgestattet sein. Der § 5 TMG besagt bei Vorhandensein einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, dass diese im Impressum einer Homepage angegeben werden muss. Des Weiteren sind in einer Rechnung mit innergemeinschaftlicher Leistung laut § 14a Abs. 1 des UStG zum einen die Umsatzsteueridentifikationsnummer des leistenden Unternehmers und zu anderen jene des Empfängers anzugeben.
Europäische Umsatzsteuer-Identifikationsnummern

Ausnahmeregelungen gelten für die EU-USt-IdNrn. Dabei handelt es sich um Umsatzsteuer-Identifikationsnummern, an deren Beginn die Buchstaben EU stehen. Diese erhalten jene Unternehmer, die in der Europäischen Union ihren Unternehmenssitz haben oder die in der EU als Steuerschuldner lediglich sonstige Leistungen in elektronischer Form an Nichtunternehmer, die innerhalb der Europäischen Union ansässig sind, erbringen. EU-Umsatzsteuernummern werden dementsprechend ausschließlich zwischen Unternehmen außerhalb Europas und Nichtunternehmen in Europa eingesetzt. Daher ist weder eine Validierung durch den BZSt noch durch den MIAS notwendig. Die beschriebenen Umsatzsteuer-Identifikationsnummern finden lediglich in der Europäischen Union Gültigkeit. Staaten, die nicht zur EU gehören, verfügen nicht über eine eigene ST-ID Nr.

Sonderfall Schweiz

Eine Unternehmens-Identifikationsnummer darf nicht mit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer innerhalb der EU durcheinandergeworfen werden. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der Schweiz weist die Bestandteile CHE-123.456.789 au. Die Mehrwertsteuernummer – auch als Umsatzsteuernummer bezeichnet – ist eine Zusammensetzung aus der UID plus dem Zusatz „MWST“. Ab 2014 hat eine gültige MWST-Nummer daher die Bestandteile CHE-123.456.789 MWST.