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Umschlagsdauer

UmschlagsdauerDer Begriff Umschlagsdauer ist in der Wirtschaftssprache auch als „time of turnover oder „turnover period“ bekannt. Er definiert den Zeitraum, in dem sich ein bestimmter Bestand eines Unternehmens einmal umschlägt. Die Umschlagsdauer gibt damit Aufschluss darüber, wie lange zum Beispiel ein Warenbestand an das Unternehmen gebunden bleibt, das heißt, wie lange diese Bestandsgröße vor der Veräußerung und Weiterverarbeitung im Unternehmen verbleibt. Diese Umschlagsgeschwindigkeit erfasst den gesamten betrieblichen Umsatzprozess im finanzwirtschaftlichen und leistungswirtschaftlichen Bereich des Unternehmens. Die Umschlagsdauer von Gegenständen aus dem Umlaufvermögen eines Unternehmens ergibt einen rechnerischen Hinweis auf die Liquidität und die Kapitalbindung der Bilanz.

Der durchschnittliche Lagerumschlag

Die Umschlagsdauer ist eine Kennzahl, die die Zeitspanne für einen betrieblichen Teilprozess berechnet. Zur Berechnung der Umschlagsdauer wird in der Regel eine Zeitspanne von 360 Tagen, also fast einem Kalenderjahr, zugrunde gelegt. Die Kennzahlberechnung geht von einem durchschnittlichen Lagerumschlag alle 90 Tage aus. In dieser Hinsicht ist auch der Begriff Umschlagshäufigkeit bekannt. Daran kann der Unternehmer erkennen, wie oft sich seine Forderungen und Vorräte über seinen Umsatz umschlagen. Bei einer höheren Umschlagshäufigkeit werden die bestehenden Vorräte schneller verbraucht, also schneller abverkauft oder weiterverarbeitet. Des Weiteren wird der Umschlagsdauer die Kennzahl 4 zugrunde gelegt. Daraus ergibt sich die Kennzahl für die Zeitspanne, die benötigt wird, um von der Produktverfügbarkeit bis hin zur Umsatzerzielung zu gelangen. Daher ergibt sich die Berechnung 360 Tage geteilt durch die Kennzahl 4, was ein Ergebnis von 90 Tagen Umschlagsdauer nach sich zieht. Die Umschlagsdauer des Vorratsvermögens (gehört zum Umlaufvermögen) errechnet sich durch die Anzahl der durchschnittlichen Vorräte geteilt durch den Umsatz multipliziert mit 360 Tagen.

Berechnung der Umschlagszeit

Bei der Bilanzanalyse werden Umschlagskoeffizienten analog für einzelne Vermögenspositionen oder für Aggregate (Anlagevermögen, Gesamtkapital, Umlaufvermögen) berechnet und dann in Beziehung mit anderen vorliegenden Kennzahlen analysiert und interpretiert. Eine andere Möglichkeit ist die Berechnung über eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), die gemeinsam mit dem Jahresabschluss errechnet wird. Diese Berechnung der Umschlagszeit ist jedoch nicht verbindlich festgelegt. Manche Unternehmen arbeiten auch mit einer Umschlagszeit von 365 Tagen, womit sich eine Umschlagshäufigkeit von 3 ergibt. Teilt man diesen Berechnungszeitraum durch die Kennzahl 3 ergibt sich eine Umschlagsdauer von 121,67 Tagen. Diese Art der Berechnung der Umschlagsdauer nach Tagen ergibt den sogenannten „cash conversation cycle“. Vereinfacht ausgedrückt gibt dieses Ergebnis die Zeit wieder, die ein Unternehmen benötigt, um aus dem eingesetzten Umlaufvermögen und der eingesetzten Umschlagsdauer sein eingesetztes Kapital wieder zurückzugewinnen.

Keimzahlen

Aus der Kapitalumschlagsdauer ergibt sich für die Banken als Kreditgeber die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Die Banken arbeiten jedoch nicht nur mit den Kennzahlen der Umschlagsdauer, sondern auch mit sogenannten Keimzahlen, die in der Betriebswirtschaftslehre Anwendung finden. Aus der Verknüpfung und Verbindung der aus diesen Zahlen gewonnenen Daten sind die Banken in der Lage, einen noch größeren Informationswert zu gewinnen. Zu diesen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen gehören zum Beispiel die Größen „Cash Flow“ „Working Capital“, „Umsatz pro Beschäftigter“ und „Umsatz pro qm Verkaufsfläche“.

Rentabilität ist alles

Der Umschlagsdauer gegenüber steht der Kapitalumschlag. Diese Kennzahl ist für die Berechnung der Umschlagsdauer wichtig. Der Quotient des Kapitalumschlags aus Gesamtkapital und Nettoumsatz multipliziert mit der Umsatzrentabilität berechnet den „Return on Investment“. Folglich ist der „Return on Investment“ (Abkürzung ROI) umso größer, je kürzer die Umschlagsdauer ausfällt. Diese Kennzahl gibt die Kapitalrendite (Kapitalverzinsung, Anlagenrendite, Anlagenrentabilität, Anlagenverzinsung, Kapitalrentabilität) wieder. Der ROI beschreibt als Oberbegriff also die Gesamtkapital- und die Eigenkapitalrendite eines Unternehmens. Diese Kennzahl sagt aus, wieviel unternehmerische Tätigkeit notwendig ist, um mit dem eingesetzten Kapital den notwendigen Gewinn und damit die unternehmerische Rendite zu erzielen. Weitere Kennzahlen in dieser Hinsicht sind die Eigenkapitalrendite (Return of Equity, kurz ROE) und die Gesamtkapitalrendite (Return on Assets, kurz ROA). Ein niedriger Kapitalumschlag bedeutet weniger Kapitaleinsatz, um im Verhältnis dazu mehr Umsätze und Gewinne zu generieren. Im Ergebnis dazu ist das Liquiditätspotential höher. Dieser Berechnung wird jedoch nicht nur das Gesamtkapital zugrunde gelegt, sondern auch das Betriebsnotwendige Kapital aus der Kosten- und Leistungsrechnung.