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Wie wirkt sich das Betriebsklima auf das Arbeitsergebnis aus?

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Wie-wirkt-sich-das-Betriebsklima-auf-das-Arbeitsergebnis-ausDas Betriebsklima ist ein sogenannter weicher Faktor, das heißt, man kann diesen Posten nicht in konkreten Zahlen und Daten messen. Dennoch ist das Betriebsklima genauso wichtig für das Arbeits- und damit das Betriebsergebnis wie die sogenannten harten Faktoren, die man anhand von Gewinnen und Umsatz genau benennen kann. Ist das Betriebsklima gestört, wirkt sich diese Tatsache in der Regel auch auf das Geschäftsergebnis aus. Jeder Mitarbeiter bringt eine bestimmte Menge an Energie mit sich, die er positiv für das Unternehmen einsetzt. Stimmt das Betriebsklima nicht, verbringen die Mitarbeiter viel Zeit damit, ihre Energien in unnützen Kanälen zu verpuffen lassen.

Burnout und Boreout

Bei klimatischen Störungen am Arbeitsplatz ziehen sich manche Kollegen in sich selbst zurück, verrichten Dienst nach Vorschrift und wünschen sich, eigentlich woanders zu sein. Mit ihren Gedanken sind sie mehr bei ihrem Privatleben als bei ihren Aufgaben am Arbeitsplatz. Einige Mitarbeiter verrichten auf diese Weise jahrelang ihre Arbeitsaufgaben, andere schreiten zur Tat und setzen ihre innere in eine äußere Kündigung um, sie wechseln den Arbeitgeber. Viele Arbeitnehmer leiden lange Zeit still vor sich hin, werden psychisch krank, ihre Fehlerquote steigt, bis sie zu dem berühmten Burn- oder Boreoutsyndrom gelangen. Gewitzte Kollegen wissen in einer solchen Situation, ihre angestaute Wut und Aggressionen gut in andere Kanäle umzuleiten, um ihr eigenes Leiden auf ein Minimum zu reduzieren: sie fangen an, zu mobben und zu intrigieren, manche von ihnen begnügen sich mit Tratsch und Klatsch. Die ganz schlimmen Exemplare verhalten sich sogar bewusst geschäftsschädigend. Sie nutzen ihr privates Umfeld dazu, negativ über ihren Arbeitgeber zu sprechen. Dieses Verhalten hat einen hohen Multiplikationsfaktor. Im Umkehrfall heißt das, auch positive Mitarbeiteräußerungen multiplizieren sich von alleine.

Ein hoher Multiplikator

Ein gutes Betriebsklima ist wichtig für ein positives Geschäfts- und Arbeitsergebnis. Zufriedene Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Arbeitgeber, manche von ihnen tendieren sogar dazu, stets von „ihrer“ Firma oder in der „wir“-Form zu sprechen. Unzufriedene Mitarbeiter dagegen distanzieren sich von ihrem Arbeitgeber, sie sprechen stets von „ihr“ und „ich“, „der Firma“ und „ich“, nie jedoch in der identifizierenden „wir“-Form. Wissenschaftliche Erkenntnisse beweisen, dass zufriedene Mitarbeiter für eine stärke Rentabilität ihres Arbeitsgebers sorgen, weil sie ihre Arbeitsaufgaben ernst nehmen und sie mit Freude und Elan angehen. Für einen Arbeitgeber gibt es nichts Schlimmeres als Arbeitnehmer, die sich jeden Morgen zur Arbeit „hinquälen“. Eine Studie hat einwandfrei festgestellt, dass in einem Unternehmen mit einer großen Mitarbeiterunzufriedenheit zwar fünf Mitarbeiter bezahlt werden, sie aber tatsächlich nur die Arbeit von vier Mitarbeitern leisten.

Investieren Unternehmen in ein gutes Arbeitsklima, wirkt sich das auch positiv auf das Arbeits- und Geschäftsergebnis aus. Auf den ersten Blick sieht es zwar so aus, als würden sich die entsprechenden Präventionskosten nicht auszahlen. Auf den zweiten Blick merken Arbeitgeber jedoch, die Kosten, die durch unzufriedene und kranke Mitarbeiter entstehen, wenn sie eine negative Arbeitsleistung erbringen oder sogar langfristig erkranken, sind ungleich höher. Auf den dritten Blick merken die Unternehmen, dass sie leistungsstarke Mitarbeiter unter diesen Umständen nicht langfristig an den Betrieb binden können. Gut ausgebildete Mitarbeiter sehen ihre Chancen bei anderen Arbeitgebern und wandern eventuell zu der Konkurrenz ab. Unzufriedene Mitarbeiter haben einen hohen Multiplikator, wenn sie damit beginnen, ihre Unzufriedenheit nach außen zu tragen. In der Zeit der sozialen Netzwerke kann ein Arbeitgeber mit einem dauerhaft gestörten Arbeitsklima schnell einen negativen Ruf bekommen. Auf lange Sicht wird er damit für Top-Talente und effektive Arbeitnehmer unattraktiv.

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