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Diese Hindernisse sollten Existenzgründer beachten

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Diese-Hindernisse-sollten-Existenzgruender-beachtenZu den schwer lösbaren Hindernissen der Existenzgründung zählt die Finanzierung. So angenehm es auch ist, sein eigener Herr zu sein, so kommt auf der anderen Seite doch eine Menge Arbeit auf Sie zu, regelmäßige Arbeitszeiten sind zumindest in der ersten kritischen Gründungsphase, die in der Regel drei bis vier Jahre dauert, selten. Es wird eher die Regel als die Ausnahme sein, dass Sie auch am Wochenende arbeiten oder spät abends bis in die Nacht hinein. Das Familienleben kommt in dieser Startphase oft zu kurz. Die drei Haupthindernisse auf dem Weg zur Existenzgründung und einem eventuellen späteren Scheitern sind die Finanzierung, das Ungleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben und die mitunter hohe Steuerbelastung. Die Mehrzahl der Gründer beklagt sich über das ungleiche Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben und gibt an, zu wenig Zeit für Familie, Hobbys und Freunde zu haben. Machen Sie sich daher bewusst, dass Sie mit Ihrer Existenzgründung nicht ausschließlich Ihren Lebenstraum verwirklichen, sondern auf der anderen Seite auf vieles verzichten müssen. Sie werden die meiste Zeit in Ihrem Unternehmen verbringen. Sind Sie zu Hause, dann werden Sie einen großen Teil Ihrer Zeit nicht mit dem Spielen Ihrer Kinder verbringen, sondern hinter dem Schreibtisch mit dem lästigen „Papierkram“, der ja auch irgendwann einmal erledigt werden will.

Treffen Sie die Entscheidung zu Ihrer Existenzgründung nicht alleine, sondern beziehen Sie Ihre Familie mit ein, denn diese ist Ihre wichtigste Stütze. Spielt der Lebenspartner nicht mit und beschwert sich von Anfang an über ein praktisch nicht existentes Familienleben und Kinder, die ihren Vater beziehungsweise ihre Mutter nicht kennen, fängt die Krise schnell an. Ihre wichtige Stütze droht, wegzubrechen. Ihr Lebenspartner sollte vollständig hinter Ihrer Geschäftsidee stehen, Sie fortlaufend ermutigen, motivieren und trösten, wenn es mal nicht so gut läuft. Sie brauchen jemanden, mit dem Sie sich austauschen können. Bricht diese Grundlage weg, drohen Existenzgründer schnell in das so genannte schwarze Loch zu fallen. Neben dem aufreibenden Familienleben stellen sich Existenzgründern teilweise haarsträubende Informations- und Qualifikationsmängel in den Weg.

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“

Diese Lebensweisheit sollten Sie sich verinnerlichen. Viele Existenzgründer begehen den Fehler, sich überstürzt in ihren neuen Lebensabschnitt zu stürzen, sei es aus Unzufriedenheit mit der derzeitigen beruflichen Situation, Selbstüberschätzung oder dem unbedingten Willen, den eigenen Lebenstraum zu verwirklichen. Sie unter- beziehungsweise überschätzen ihre finanziellen Möglichkeiten, versäumen es, ihren Zielmarkt zu definieren und sich zu fragen, ob für ihr Angebot überhaupt ein Markt vorhanden ist. Sie sind verblendet und nicht in der Lage, objektiv zu beurteilen, ob ihre Mitmenschen genauso begeistert von ihrer Geschäftsidee sind wie sie selbst. Sie versäumen es, ihre Konkurrenz genau unter die Lupe zu nehmen und übersehen einfache alltägliche Dinge wie eine korrekte Buchhaltung und Steuerregeln. Existenzgründer unterschätzen in vielen Fällen die Höhe ihrer finanziellen Mittel und die Investitionssummen, die sie aufbringen müssen, um ein Warenlager oder Maschinen anzuschaffen. Ist diese erste Phase dennoch erreicht, kommt das nächste Hindernis, das sich in einer fehlerhaften Kapitalplanung offenbart. Viele Existenzgründer haben das ihnen zur Verfügung stehende Kapital für diese erste Phase bereits aufgebraucht. Nun kommt jedoch die Zeit der Expansion, das heißt, der Jungunternehmer muss neue Investitionen tätigen, Personal einstellen und einen Etat für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit aufstellen. Nur so kann sein Unternehmen auf Dauer bestehen und von lukrativen Folgeaufträgen profitieren.

Die prekäre Phase

Die nächste Phase ist die Anlaufphase, die erst dann überwunden ist, wenn das Unternehmen so gut läuft, dass es nicht ausschließlich laufende Kosten verursacht, sondern auch Gewinne realisiert. Diese Anlaufphase wird mit Eigen- und Fremdkapital abgedeckt. Viele Berufsbranchen sind saisonabhängig. Sie unterliegen demzufolge oftmals starken Schwankungen und generieren nicht jeden Monat denselben Umsatz. Der Existenzgründer muss in der Lage sein, diese Schwankungen abzufedern. Diese Unregelmäßigkeiten müssen bereits bei der Finanzplanung berücksichtigt werden, damit die Durststrecke sich nicht unnütz verlängert. Auch Zins- und Tilgungsraten können zu wichtigen Stolpersteinen in der Existenzgründungsphase werden, denn viele Kredite und Darlehen müssen bereits nach sechs Monaten das erste Mal bedient werden. In dieser prekären Phase generiert der Unternehmer in der Regel keine verlässlichen Umsätze, hat jedoch einen regelmäßigen Fixkostenpunkt in seiner Bilanz zu verzeichnen. Die wenigsten Existenzgründer sind in der Lage, ihr Unternehmen ohne finanzielle Hilfe von außen zu starten. An dieser Stelle ist eine umfangreiche Beratung durch Experten wie Gründungsinitiativen, Arbeitsamt, Steuerberater, Rechtsanwälte, Banken, Business-Angels oder Venture-Capital-Geber gefragt.

Fazit

Prüfen Sie, ob Ihr familiäres Umfeld Ihre Existenzgründung und die damit verbundenen ersten Jahre voller Verzicht und finanzieller Entbehrungen mitträgt. Lassen Sie sich vor der Umsetzung Ihrer Existenzgründung von Experten beraten und stürzen Sie sich nicht unüberlegt in Ihre nächste Lebensphase. Steht Ihnen Eigenkapital zur Verfügung? Ist es sinnvoll, dem Unternehmen Eigenkapital durch Business-Angels oder Venture-Capital-Gebern zuzuführen? Ist Fremdkapital in Form von Darlehen oder Krediten durch Banken die bessere Alternative? Berücksichtigen Sie sensible Themen wie Finanz- und Kapitalplanung, rechtliche und steuerliche Vorschriften.

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