Start Gründer Vorstellungen Kinematics GmbH einer der Hauptpreisträger bei IKT Innovativ im Interview

Kinematics GmbH einer der Hauptpreisträger bei IKT Innovativ im Interview

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Kinematics GmbHDie Kinematics GmbH aus Bernau bei Berlin ist ein positives Beispiel dafür, wie wertvoll die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben sein kann. Als Teilnehmer des IKT Innovativ Wettbewerbs waren sie im Jahr 2012 einer der Hauptpreisträger. Was die drei Gründer Leonhard Oschütz, Christian Guder und Dr. Matthias Bürger mit dem Preisgeld gemacht haben und welche weitere Vorteile die Teilnahme am Wettbewerb brachte, erzählen sie uns im Interview.

Interview mit der Kinematics GmbH zur Teilnahme am IKT Innovativ Wettbewerb

Stellt euch doch einmal als Gründer vor:

Wir haben Kinematics zu dritt gegründet – Leonhard Oschütz, Christian Guder und Dr. Matthias Bürger. Leonhard ist der Erfinder des Baukastens und der kreative Kopf im Team. Er hat Produktdesign an der Bauhaus-Universität in Weimar studiert wo er auch Christian kennenlernte. Christian hat neben dem Produktdesignstudium noch eine Lehre zum Industriemechaniker absolviert und ist im Team als technischer Leiter zuständig für Entwicklungskoordination und Produktion. Matthias hat interkulturelles Management in Jena studiert, anschließend am Max-Planck-Institut für Ökonomik gearbeitet und im Bereich Innovationsökonomik promoviert. Er ist als Geschäftsführer für alle wirtschaftlichen Belange des Unternehmens zuständig.

Was war eure Gründungsidee?

Die Gründungsidee ist die Entwicklung und der Vertrieb eines Baukastensystems, mit dem Kinder und Erwachsene auf unkomplizierte Art und Weise alle erdenklichen Roboter bauen und steuern können, welche dann laufen, fahren oder auch fliegen können.

Wie ist es dazu gekommen?

Die Idee stammt von Leonhard, der während seines Studiums eine „Wunschmaschine“ konzipieren sollte. Als eingefleischter Lego-Fan dachte er dabei natürlich sofort an ein Baukastensystem. Ein Funktionsmodell sowie ein erster Prototyp entstanden noch während des Studiums. Nachdem Leonhard sein Studium 2011 abgeschlossen hatte haben wir zu dritt beschlossen auf dieser Idee eine Firma aufzubauen.

Wie hat sich diese Idee im Laufe der Zeit entwickelt oder verändert?

Für die Weiterentwicklung war dann externes Knowhow und Kapital vonnöten. Der zweite Prototyp entstand schon in Kooperation mit der Fachhochschule Jena finanziert durch die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen. Nach und nach wurden verschiedene Ideen integriert, wie bspw. die Möglichkeit physische Bewegungen aufnehmen und wieder abspielen zu können, eine App-Steuerung oder die Lego-Kompatibilität. Auch das Geschäftsmodell hat sich über die Zeit verändert. Anfänglich sahen wir uns noch eher als Ideenschmiede und wollten Lizenzen vergeben. In der Zwischenzeit sind jedoch auch Produktion und Vertrieb fester Bestandteil der Firma und unser Ziel ist es die Kinematics GmbH als führenden Anbieter von Robotik-Baukästen zu etablieren. Damit konnten wir dann Ende letzten Jahres auch den Frühphasenfond Brandenburg sowie ProSiebenSat.1 überzeugen in unsere Firma zu investieren.

Ihr habt am Wettbewerb IKT INNOVATIV teilgenommen, wie kam es dazu?

Wettbewerbe waren für uns bis zum Investment die einzige Möglichkeit die Weiterentwicklung der Prototypen zu finanzieren. Der IKT INNOVATIV Preis war durch das Preisgeld natürlich sehr verlockend. Im Nachhinein hat sich aber vor allem die Unterstützung durch den VDI/VDE als besonders wertvoll herausgestellt.

Welchen Einfluss hatte die Teilnahme am IKT INNOVATIV Wettbewerb auf das Unternehmen?

Der Strategieworkshop den alle Gewinner durchlaufen dürfen hat uns auf jeden Fall bei der Neuausrichtung des Geschäftsmodells geholfen. Durch das Preisgeld konnten wir einen ersten externen Entwickler finanzieren. Außerdem hatten wir mit Frau Schrader immer einen wertvollen Ansprechpartner beim VDI, konnten Räumlichkeiten für Investorengespräche nutzen und haben weiterhin die Möglichkeit an verschiedensten Seminaren teilzunehmen. Nicht zuletzt wurden wir noch von VDI/VDE und der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft für den Creative Business Cup in Kopenhagen nominiert, wo wir im letzten Jahr ebenfalls zu den Gewinnern zählten.

Würdet Ihr nochmals an einem solchen Wettbewerb teilnehmen, wenn dies möglich wäre?

Auf jeden Fall. Wettbewerbe wie dieser bieten tolle Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln, tolle Kontakte zu knüpfen und frische Ideen zu generieren.

Was war der schwerste Fehler in der Zeit der Gründung?

Der schwerste Fehler war bestimmte Entscheidungen zu vertagen, die man eigentlich besser gleich hätte treffen sollen.

Würdet Ihr nochmals den Schritt in die Selbstständigkeit gehen?

So eine Gründung ist ein hartes Stück Arbeit und manchmal fragt man sich schon wofür man das alles auf sich nimmt, aber letztlich würden wir es wohl alle drei wieder tun.

Welche Tipps habt Ihr für Gründer übrig?

Man sollte am Anfang immer mit so vielen Leuten wie möglich über das eigene Konzept sprechen. Je mehr Meinungen man hört desto besser kann man die eigene reflektieren. Dann sollte man sich möglichst früh überlegen, ob man einen Investor an Board braucht oder nicht. Falls ja, kann man gar nicht schnell genug damit beginnen, sich mit dessen Sichtweise auseinanderzusetzen.

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