Kosten sparen bei der Unternehmensgründung: 7 Tipps

Homeoffice Gründung

Die Gründung eines Unternehmens ist zuerst einmal aufregend und spannend. Immerhin läutet sie einen neuen Lebensabschnitt ein, der mit unglaublich vielen Möglichkeiten gepflastert ist. Nur steht die Unternehmensgründung nicht als Gratisangebot zur Verfügung. Selbst, wenn Eintragungen entfallen, fallen Kosten an. Wie Gründer bei diesen sparen können, zeigt dieser Artikel.

  1. Günstige Räumlichkeiten suchen

Nicht für jedes Unternehmen sind sogleich echte Räumlichkeiten nötig. Gerade bei Start-ups ist es keine Seltenheit, dass die ersten Monate nach der Gründung zwischen dem Keller, der Garage und dem Wohnzimmer stattfinden. Diese Variante ist - für die Anfangszeit – natürlich optimal. Es fallen keinerlei Mehrkosten an, es ist also auch kein erhöhter Gewinn notwendig, nur um die Pachtkosten zu finanzieren. Selbst hinsichtlich der Adresse lässt sich heute viel regeln. Seriöse Geschäftsadressen können gemietet werden, sodass die Kunden nicht wissen, dass sich die Firma eigentlich im Kinderzimmer befindet.

Gewiss ist diese Lösung nicht für jeden Betrieb möglich. Wer Räumlichkeiten pachten muss, der sollte anfangs:

  • Lage – die Lage kann erst einmal vernachlässigt werden, sofern ein späterer Umzug möglich ist. Ein Dienstleister mit Büroräumen hat hier mehr Spielraum als ein Unternehmen mit einer Produktion oder Kundenbesuchen.
  • Größe – klein beginnen, dann steigern. Pachtverträge laufen häufig über einen längeren Zeitraum und können nicht ohne Weiteres aufgelöst werden. Wer zu groß startet, der mag an den Kosten in die Knie gehen. Tipp: Bei kleinen Räumlichkeiten direkt prüfen, ob eventuell später weitere Räume hinzugefügt werden können.

Auch bei Geschäftsräumen in eher schlechteren, doch günstigen Lagen empfiehlt es sich mitunter, eine Geschäftsadresse zusätzlich zu mieten. Kundentermine können dann in den Räumlichkeiten der angemieteten Nutzadresse stattfinden.

  1. Passende Rechtsform wählen

Mit jeder Gründung geht die Frage einher, welche Rechtsform das Unternehmen haben soll. Auch Freiberufler stehen vor dieser Frage, denn wenngleich sie oft auf eine Rechtsform verzichten können, dürfen sie natürlich auch eine Unternehmensform wählen. Aber worauf kommt es an?

  • Was passt? – welche Rechtsform passt überhaupt zu dem Unternehmen? Gründer sollten sich im Vorfeld und sorgfältig informieren und beraten lassen.
  • Haftung? – wie soll die Haftung rechtlich geregelt sein? Kapitalgesellschaften bieten zwar eine Haftungssicherheit, stellen aber hohe Anforderungen an die Gründung. Mitunter könnte die eingeschränkte GmbH passend sein, doch auch diese ist mit Anforderungen und Einschränkungen verbunden.

Je nach beruflicher Ausrichtung könnte die Gründung zuerst als Einzelunternehmer oder reiner Freiberufler durchgeführt werden. Die Gebühren sind gering oder entfallen, die Pflichten sind sehr überschaubar, doch steht auf der anderen Seite das volle Haftungsrisiko.

  1. Steuerlich optimieren

Ein Großteil der Kosten, die im Rahmen einer Unternehmensgründung anfallen, sind steuerlich absetzbar. Zwar gibt es diesbezüglich je nach Unternehmensform Unterschiede, doch die Ausstattung der Betriebsstätte ist absetzbar.

Grundsätzlich kann Gründern nur dazu geraten werden, sich schon vor der Gründung durch einen Fachmann beraten zu lassen. Selbst, wenn die Steuererklärungen später durch einen Steuerberater gefertigt werden, sollte jeder Unternehmer für sich eine Ahnung von der Materie haben.

  1. Günstige Finanzierung suchen

Hinsichtlich der Finanzierung stehen Gründer meist vor gewaltigen Aufgaben und Hürden. Banken zeigen sich gerne äußerst zurückhaltend und bieten Kredite nur, wenn der Betrieb für sie zukunftsfähig ist. Aber welche Möglichkeiten gibt es?

  • Rechtzeitig – die wenigsten Gründungen erfolgen quasi über Nacht. Wer noch einen Job als Angestellter hat, kann die Zeit vor der Gründung nutzen und als Angestellter einen Kredit ohne einen festen Verwendungszweck aufnehmen. Auch die Gründung kann nun mitunter als Zweck genannt werden. Tipp: Dieser Weg funktioniert besonders dann, wenn der Hauptjob nicht vollständig gekündigt, sondern heruntergefahren wird.
  • Vergleichen – unabhängig von der Art und Weise, wie ein Kredit aufgenommen wird, sollten immer die Angebote miteinander verglichen werden. Ein Vergleich von Krediten hilft, die Kosten zu senken.

Gründer haben zugleich die Möglichkeit, auf Förderdarlehen zurückzugreifen. Die KfW bietet speziell für Gründer verschiedene Förderpakete an.

  1. Outsourcing

Die Unternehmensgründung war der große Traum. Doch jetzt, einige Monate später, merken Gründer, wie wenig Zeit sie für ihren Traum haben, da alles andere auch von ihnen geregelt werden muss. Ideen, kreative Möglichkeiten, neue Produkte oder Dienstleistungen – all dies bleibt auf der Strecke. Und doch hat der Arbeitstag zwanzig Stunden und Berge Arbeit bleiben liegen. Der Fehler? Gründer neigen dazu, alles selbst machen zu wollen. Das ist fatal:

  • Lösung – Outsourcing. Sicherlich kostet es Geld, wenn Dritte Arbeiten für den Gründer übernehmen, doch spart der sich Zeit. Typische Beispiele für das Outsourcing zu Beginn wären: Steuern, Buchhaltung, Reinigung.
  • Zweite Lösung – für viele Bereiche gibt es mittlerweile Softwarelösungen, die zwar die Arbeit nicht vollends outsourcen, doch den Aufwand massiv minimieren. Rund um die Buchhaltung und Rechnungserstellung gibt es beispielsweise gute und günstige Programmlösungen. Dasselbe gilt für die Lagerhaltung samt Anbindung an den Onlineshop.

Letztendlich gilt, dass der Gründer seine Idee verwirklicht hat, weil er eben auf diesem Gebiet ein Spezialist, Vorreiter oder Kreativer ist. Jede Aufgabe, die zwischen dem Gründer und seiner Idee steht, hält ihn von seinen Kernkompetenzen ab. Ein Maler, der auf der ganzen Welt nach seinen Farben und Pinseln suchen muss, wird nie ein Bild malen.

  1. Im Handel: Warenbestellungen begrenzen

Händler schätzen eine gewisse Vorratshaltung von Waren. Ein leeres Lager wirkt bedrückend, immerhin könnte schon im nächsten Augenblick ein großer Kundenansturm kommen. Die Realität ist oft aber eine andere, denn viele Händler bleiben schlichtweg auf einem Großteil ihrer Ware sitzen. Was hilft?

  • Realistische Mengen – sicherlich sind große Warenbestellungen preislich günstiger, doch kosten Überschüsse den Händler mehr, da er sie entsorgen muss. Gerade am Anfang sollten die Mengen eher überschaubar sein.
  • Realistisches Angebot – es schadet nicht, sich im Laufe des Händlerdaseins breiter aufzustellen. In den anfänglichen Monaten gilt es jedoch, selbst bekannt zu werden und Kundschaft zu generieren. Es ist sinnvoller, sich auf Produkte zu konzentrieren, von denen man weiß, dass die laufen, als sich direkt riesig aufzustellen.

Parallel wird an neuen Lieferbeziehungen gearbeitet. Umso besser diese Beziehungen sind, desto schneller und kurzfristiger können Lieferanten liefern.

  1. Günstige Anbieter suchen

Der letzte Tipp ist aus dem Privatleben bekannt. Für alle Dienste und Waren, die benötigt werden, sollten stets Kostenvoranschläge eingeholt oder Preisvergleiche durchgeführt werden.

Das bedeutet nun nicht, dass stets die billigsten Angebote gewählt werden sollten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen und gerade Produktionsstätten, die für einen Händler arbeiten, müssen hervorragende Leistung bringen. Manchmal ist ein günstiger Anbieter auch der, der zwar zu Beginn kleine Stückzahlen zu höheren Preisen produzieren kann, dafür aber bei der Produktionssteigerung in kleinen Schritten hervorragende Preise und/oder sehr gute Reaktions- und Lieferzeiten bietet.

100er sparen

Mit den richtigen Spaßmaßnahmen lässt sich die Unternehmensgründung möglichst günstig vollziehen

Fazit - nicht unnötig Kapital ausgeben

Dass eine Gründung in den seltensten Fällen kostenlos ist, ist bekannt. Dennoch muss das hart erkämpfte oder mühsam aufgebaute Gründungskapital nicht unnötig ausgegeben werden. Sicherlich wünschen sich die meisten Gründer, ihren Betrieb direkt in den Toplagen einer Stadt anzusiedeln, die Preise dafür sind jedoch hoch. Auch der Gedanke, alles selbst machen zu wollen, ist nobel – doch teuer. Gründer sparen sich zwar die Gelder für Dienstleister, doch kostet sie die Eigenleistung unendlich viel Kraft und Zeit. Zeit und Kraft, die den eigenen Betrieb voranbringen könnten.

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