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MLMMLM ist die Abkürzung für »Multi-Level-Marketing« oder auf Deutsch auch Netzwerkmarketing. Bei MLM handelt es sich um eine besondere Form von Direktvertrieb, bei dem selbstständige Vertriebspartner ihre Produkte unter Umgehung von Zwischenhändlern direkt an die Endverbraucher verkaufen. Anders als bei anderen Direktvertrieben sind die Vertriebsmitarbeiter im MLM gehalten, neue Vertriebspartner aus dem Kreis ihrer Kunden zu rekrutieren. Dadurch entsteht in kurzer Zeit unter guten Bedingungen ein weitverzweigtes Vertriebssystem, für dessen Etablierung nur geringe Investitionen zu tragen sind.

Vergütung im MLM

Im Multi-Level-Marketing arbeiten die Vertriebskräfte auf selbstständiger Basis. Sie sind also keine Angestellten des Systems. Die Vergütungsmodelle der verschiedenen MLM-Systeme gleichen sich grundsätzlich. Demnach erhalten die Vertriebsmitarbeiter für jede verkaufte Einheit eine bestimmte Provision. Das besondere an der Vergütung im Multi-Level-Marketing ist, dass darüber hinaus auch Provisionen für jeden neu geworbenen Vertriebsmitarbeiter bezahlt werden. Der Werber wiederum bekommt einen Anteil an den Verkaufsprovisionen, die von anderen Vertriebsmitarbeitern der unter ihm liegenden Stufen generiert wurden. Das bedeutet: Jeder Vertriebsmitarbeiter verdient im MLM an den Umsätzen mit, die von selbst geworbenen Mitarbeitern generiert werden. Dieses Vergütungssystem zieht sich durch die gesamte Hierarchie der MLM-Organisation. So verdient ein Vertriebsmitarbeiter nicht nur an den eigenen Umsätzen und den seiner geworbenen Kollegen, sondern anteilig auch am Umsatz der Kollegen, die der geworbene Kollege geworben hat.

Strukturen im MLM und Verdienstmöglichkeiten

Je nach Anzahl der geworbenen Mitarbeiter und der Summe des realisierten Umsatzes steigen die Vertriebsmitarbeiter im MLM in einer Art Pyramide auf. An ihrer Spitze stehen wenige Vertriebsmitarbeiter, die der Organisation schon lange angehören. Sie verdienen an den Umsätzen aller anderen Vertriebsmitarbeiter mit. Darunter verzweigt sich das System sehr schnell und sehr weit bei sinkenden Verdienstmöglichkeiten. Im Unterschied zur Verdiensthierarchie ist die Entscheidungshierarchie bei MLM-Organisationen in der Regel sehr flach, denn es gibt keine Weisungsbefugnis zwischen den Vertriebsmitarbeitern der niederen und der höheren Stufen.

Theoretisch gibt es enorme Verdienstmöglichkeiten im MLM. Schätzungen gehen davon aus, dass in den oberen Stufen Einkommen bis zu 25.000 Euro monatlich möglich sind. Allerdings gehören nur 0,1 Prozent der Vertriebsmitarbeiter im MLM zu diesen Spitzenverdienern. Kritiker monieren, dass teilweise MLM-Vertriebsleute sogar Verluste einfahren, weil auf den unteren Stufen die Einnahmen nicht ausreichen, um die Kosten zu decken.

Abgrenzung zwischen MLM, Schneeballsystem und Empfehlungsmarketing

Ein Multi-Level-Marketing ist nicht automatisch ein illegales Schneeballsystem, obwohl die beiden Vertriebsformen recht ähnlich funktionieren. Während es bei einem Schneeballsystem gar nicht in erster Linie darum geht, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, sondern immer neues Personal zu rekrutieren – ein System, bei dem die zuletzt hinzugekommenen auf der Strecke bleiben – ist der Sinn eines seriösen Multi-Level-Marketing durchaus der Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. Die Rekrutierung stellt allenfalls einen zusätzlichen Aspekt dar. Deutlicher ist die Abgrenzung zum Empfehlungsmarketing. Hier geht es in erster Linie um Imagebildung durch zufriedene Kunden, die in ihrem Bekanntenkreis möglicherweise neue Kunden werben. Das ist zwar ein gewünschter, allerdings zufälliger Effekt, aber eben auch nur eine Marketingmaßnahme unter vielen.

Kritik an MLM-Systemen

Obwohl es zahlreiche seriöse Organisationen gibt, die ihre Produkte mit einem MLM vertreiben, gerät die Branche immer wieder in die Kritik, die sich auf bestimmte Funktionszusammenhänge des MLM bezieht. Weil die Verkaufsaktivitäten im Multi-Level-Marketing auch auf den privaten Bereich abzielen, kritisieren Fachleute, dass Verkäufer aus der Not heraus die Vertrauensstellungen in der Familie und im Bekanntenkreis missbrauchen, um nutzlose oder überteuerte Produkte zu verkaufen. Ein anderer Bereich der Kritik zielt auf die Qualifikation der Verkäufer und das Abwälzen des unternehmerischen Risikos ab. Weil MLM-Organisationen ihren Vertrieb auf selbstständiger Basis organisieren, stehen sie in dem Ruf, häufig auch unqualifiziertes Personal einzustellen, auf das das unternehmerische Risiko abgewälzt wird. Damit würden Gewinne am oberen Ende der Hierarchie zulasten der Allgemeinheit realisiert.